DGH besteht seit 30 Jahren

Das Geburtstagskind lässt sich nicht zum Sprechen bewegen

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Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse (links) überreichte während der Feierstunde anlässlich des 30. Geburtstages des Kirchseelter Dorfgemeinschaftshauses (DGH) ein „Flachgeschenk“ an Kirchseeltes Bürgermeister Klaus Stark (2.v.l.). Die Zuwendung soll ein klein wenig zur Linderung der Kosten beitragen, die mit der Unterhaltung des DGH verbunden sind. Die Samtgemeinde sowie die Gemeinden Dünsen und Groß Ippener, vertreten durch Hartmut Post (vorn r.) und Wolfgang Eichler (links daneben), hatten für das Geldpräsent zusammengelegt. Pastor Werner Richter (links neben Eichler) bat um Gottes Segen für das DGH. Kleines Bild: Mit Weisen aus Schottland, Irland und Skandinavien bereicherten Sabine Heruth (E-Piano) und Pavel Jankowski (Violine) die Jubiläumsfeier.

Kirchseelte - Von Jürgen Bohlken. „Drei Dinge sind an einem Gebäude zu beachten: Dass es am rechten Fleck stehe, dass es wohlgegründet sei und dass es vollkommen ausgeführt sei.“ Goethe habe sich dieses Bonmot, „so könnte man meinen“, nur für das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in Kirchseelte ausgedacht, moderierte Reinhard Rambusch am Dienstagabend eine Feierstunde zum auf den Tag genau 30. Wiegenfest des Gemeindezentrums im Mehrzweckraum an – vor zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung, Kirche, den Reihen der DGH-Nutzer und ehemaligen Gemeindearbeitern.

Dieses Jubiläum sei das Ergebnis eines „weisen Beschlusses“, den 1984 „ein vorausschauender Gemeinderat“ gefasst habe. Das Haus habe einen „geistigen Vater“, sagte Rambusch, während sein Blick in Richtung Helmut Schlake wanderte. Dem Architekten oblag seinerzeit die Planung. Von Anfang an habe das DGH mehr als nur „ein Versammlungsort mit einer Hülle für gemeindliche Arbeit“ sein sollen. Den auserkorenen Standort nahe dem „expandierenden Gemeindeteil Holzkamp“, aber auch in „unmittelbarer Nähe des alten Dorfes“ nannte Rambusch „geradezu ideal“. Planerisch habe Schlake mit dem großen Mehrzweckraum mit Bühne sowie mit Foyer, Sozialräumen, Sitzungszimmer und Gemeindebüro dem politischen Wunsch nach vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten Rechnung getragen und in hervorragender Weise die „vorhandene Geländestruktur“ genutzt.

„Jeder Raum hier ist wichtig“, betonte der Moderator und knüpfte an das eingangs erwähnte Goethe-Wort an: „Es ist ein vollkommen ausgeführtes Haus, das durch seine Gestalt und Gestaltung zum Symbol für die Dorfgemeinschaft geworden ist.“ Ja, „zweifellos ein Bürgerhaus“, fuhr Rambusch fort – für die fast 1300 Menschen der Gemeinde Kirchseelte. Rambusch dankte allen Ehrenamtlichen in den Vereinen, den Verbänden des Sozial- und Rettungswesens, der Gemeindeverwaltung und vielen weiteren Unterstützern, auch dem Rat, die dazu beitrügen, das DGH mit Leben zu füllen. „Leider ist es uns nicht gelungen, das Geburtstagskind zum Sprechen zu bringen“, bedauerte er augenzwinkernd.

Bürgermeister Stark lobt Ehrenamt-Arbeit

Das Reden übernahmen andere, zunächst Bürgermeister Klaus Stark. Er unterstrich einleitend die Bedeutung des Ehrenamtes für die Dorfgemeinschaft und widmete sich dann jenen Ratsmitgliedern, die vor 30 Jahren „Weitblick“ und – in Kenntnis der finanziellen Risiken – „Mut bewiesen“ hätten, als sie den Bau des DGH auf den Weg brachten. Namentlich seien das Monika Brinkmann, Heinz Buschmann, Heiner Cordes, Charlotte Diekmann, Friedrich Harrach, Helmut Niehaus (der Ältere), Reinhard Rambusch, Helmut Sündermann, Wilhelm Stubbmann, Rudolf Tomesch und Dietrich Würdemann gewesen. Eine ganze Reihe von ihnen wohnte der Feierstunde bei.

Anfang der 1980er-Jahre sei das Fehlen geeigneter Räume für Übungsabende, Versammlungen und Veranstaltungen deutlich zutage getreten, erläuterte Stark. Während einer Ratssitzung habe der damalige „Dorf und Natur“-Vorsitzende Hans Diekmann so nachdrücklich die Schaffung eines Dorfzentrums gefordert, „dass der Rat diesem Appell gefolgt ist“. Die Einweihung des DGH erfolgte am 9. Mai 1987. Danach sei der Außenbereich mit Grillhütte, Bolz- und Abenteuerspielplatz sowie Stellflächen geschaffen worden, sodass Bürgern und Gästen seit etwa 1990 ein „vollwertiges Gemeindezentrum“ zur Verfügung stehe.

„Ein Ehrenamt hat viele Seiten, bereichert dich zu allen Zeiten“ – so beginnt ein Gedicht von Johannes Thomas Hübner, mit dem Stark abschließend auf den Anfang seiner Rede zurückkam.

Weitere Geburtstagsgrußworte ließen der erste Kreisrat Christian Wolf, Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse und Pastor a.D. Werner Richter folgen.

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