Gebäude könnte umgenutzt werden / Gemeinderat besteht auf den Schul-Erhalt

Krippenplatzbedarf entfacht die Debatte um den Erhalt der Grundschule Dünsen aufs Neue

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Eine Umnutzung des Dünsener Schulgebäudes für Krippenkinder würde die Aufhebung des Schulstandortes bedingen.

Dünsen/Harpstedt - Im Zusammenhang mit notwendigen neuen Krippenplätzen in der Samtgemeinde Harpstedt muss die Grundschule Dünsen nun womöglich einmal mehr um ihren Fortbestand bangen. Das lässt sich zwischen den Zeilen aus den Unterlagen zur nächsten Samtgemeinde-Sozialausschusssitzung herauslesen, die am Dienstag, 13. Oktober, um 19 Uhr im Harpstedter Hotel „Zur Wasserburg“ beginnt. Unter Tagesordnungspunkt fünf wird sich das Gremium mit der Schaffung neuer Krippenplätze befassen. Die Verwaltung hat ausführliche Infos zur Sachlage ins Online-Ratsinformationssystem gestellt. Daraus geht zunächst hervor, dass die für Krippenkinder zur Verfügung stehenden Plätze aktuell alle belegt sind. Einige Anmeldungen können momentan nicht berücksichtigt werden, „weil die Kinder noch nicht das erste Lebensjahr vollendet haben oder weitere Plätze nicht zur Verfügung stehen“. Wenn mehr als sieben unter Zweijährige in einer Gruppe betreut würden, sei die Gruppenstärke von 15 auf nur noch zwölf Plätze zu reduzieren. Das sei ebenfalls zu berücksichtigen.

Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Daran lässt die Vorlage keinen Zweifel. Schon jetzt ist der Bedarf an einer zusätzlichen Krippengruppe laut Verwaltung „latent vorhanden“. Vermehrt dürften wohl auch wohl Plätze für unter einjährige Kinder nachgefragt werden. Vor diesem Hintergrund denken Politik und Verwaltung darüber nach, gleich für zwei neue Gruppen zu planen; für vier Bau-Optionen sind Kosten schon veranschlagt worden. Demnach schlügen jeweils eingruppige Anbauten an die Kitas „Kasperburg“ (Kirchseelte) und „Zwergnase“ (Harpstedt) mit insgesamt etwa 1213000 Euro zu Buche. Ein zweigruppiger Komplett-Neubau wäre bereits für geschätzte 960000 Euro zu haben. Ein zweigruppiger Anbau an „Zwergnase“, verschlänge etwa 860000 Euro. Und die Variante vier, eine Umnutzung der Grundschule Dünsen, wäre mit rund 550000 Euro am preisgünstigsten. Diese Variante wird aber vermutlich nun eine Welle der Entrüstung nach sich ziehen, denn sie würde „die Aufgabe des Schulstandortes bedingen“, wie sich der Beratungsvorlage entnehmen lässt. Grund: Ein Nebeneinander von Schule und Krippe lässt der Gesetzgeber nicht zu.

Der Politik oder zumindest Teilen davon könnte die heikle Variante vier gleichwohl attraktiv erscheinen – nicht nur wegen der vergleichsweise geringen Kosten, sondern auch, weil damit der Investitionsbedarf in Höhe von rund 300000 Euro für eine bauliche Sanierung/Erweiterung entfiele, der erforderlich wäre, um die Schule zukunftsfähig zu machen. „Ich kann angesichts der Haushaltslage der Samtgemeinde durchaus nachvollziehen, dass solche Gedankenspiele einen gewissen Reiz haben“, sagte Dünsens Bürgermeister Hartmut Post, auch Samtgemeinderatsherr, gestern gegenüber unserer Zeitung. Der Rat der Gemeinde Dünsen habe sich gleichwohl im Zusammenhang mit der Krippenplatzdebatte klar positioniert und in nichtöffentlicher Sitzung einhellig den weiteren Erhalt der Grundschule gefordert.

„Wir wissen ja im Übrigen gar nicht, wie viele Flüchtlinge noch zu uns kommen und wie viele Kinder darunter sind. Von daher halte ich es generell momentan für geradezu unverantwortlich, eine Grundschule – wo auch immer – schließen zu wollen. Wir können zudem nicht davon ausgehen, dass wir weiterhin vorwiegend Asyl suchende Junggesellen zugewiesen bekommen“, gab Post zu bedenken.

boh

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