Gastwirt engagiert sich in Harpstedt für das Syker Kinderhospiz

Glühwein zugunsten des „Löwenherz“

Ein Mann und eine Frau stehen in einem Verkaufswagen und halten Flyer hoch.
+
Warten auf Gäste und hoffen auf Umsatz zugunsten des „Löwenherz“: Klaus Bublitz und Andrea Blumhoff in ihrem Stand in Harpstedt.

Harpstedt – Es ist der Samstag vor dem vierten Advent. Auf dem Parkplatz neben der Gaststätte „Zur alten Herberge“ an der Harpstedter Burgstraße soll nach dem Freitag nun der zweite Nachmittag der „Glühweinparty“ laufen. Der Gastwirt Klaus Bublitz hatte sich diese Aktion als Ergänzung zu den Weihnachtsmärkten ausgedacht. Alle Einnahmen sollen dem Kinderhospiz „Löwenherz“ in Syke zugutekommen, berichtet er.

Inzwischen sind fast alle Weihnachtsmärkte den Corona-Beschränkungen zum Opfer gefallen. Der Harpstedter steht mit seinem Angebot, das als Außengastronomie unter der 2G-Regel abläuft, also ziemlich allein auf weiter Flur da. Man sollte daher meinen, dass die Glühweinparty viele Menschen aus der Region anlockt, die kurz vor Weihnachten doch noch die Atmosphäre eines Glühweinstandes an frischer Luft genießen möchten. Doch kurz nach 16 Uhr warten der Gastronom und Andrea Blumhoff immer noch auf die ersten Gäste an diesem Samstagnachmittag. „Andrea hilft mir immer bei Wohltätigkeitsveranstaltungen“, berichtet Bublitz. „Zuletzt war ich 2017 in Delmenhorst dabei. Damals gingen die Einnahmen auch an Löwenherz“, erinnert sich die Delmenhorsterin. Derweil hält auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Kohlgesellschaft. Hoffnung keimt auf. „Die sind alle noch nicht alt genug. Die dürfen noch keinen Alkohol“, erstickt der erfahrene Gastwirt die Hoffnung auf die ersten Gäste. Er sollte Recht behalten. Die Truppe holt sich lediglich Nachschub aus dem Getränkemarkt und verstaut die Flaschen im Bollerwagen. „Da werden die wohl einen in den Laden geschickt haben, der über 18 ist. Die kontrollieren im Markt nämlich sehr genau“, kommentiert Blumhoff das Geschehen.

Und plötzlich, kurz vor halb fünf, tauchen die ersten Kunden vor dem Stand von Bublitz auf. Ein Harpstedter Ehepaar mit ihrem Sohn. „Ist noch nichts los?“, fragt der Vater. „Eigentlich schade. Ist doch für einen guten Zweck“, ergänzt die Frau. Für die Eltern gibt es Eierpunsch. Der Junior möchte eine Cola, obwohl die Mutter ausdrücklich einen Glühwein oder Eierpunsch für den Sohn erlaubt. „Ich bin da etwas großzügiger“, erklärt die Harpstedterin. Für eine solide Grundlage ordern sie zusätzlich drei Bratwürste. Sie hätten aus der Zeitung und im Internet von der Aktion gelesen und wollten das unbedingt unterstützen, erzählt die Mutter und zeigt sich beim Bezahlen sehr großzügig. „Das stimmt so. Der Rest ist für ,Löwenherz‘“, sagt sie und drückt Blumberg einen Geldschein in die Hand.

Spendendose bleibt noch stehen

Der Wirt richtet sein Auge indes wieder einmal zur Straße. „Die kenn ich“, freut sich Bublitz, als auf dem Parkstreifen vor dem Gelände ein silberner Kleinbus parkt. Eigentlich sind die Insassen nur durch den schwachen Schein der zwei beleuchteten Weihnachtsmänner, die der Veranstalter als Blickfang zur Straße hin aufgestellt hat, zu erkennen. Aus dem Fahrzeug steigt ein ehemaliger Arbeitskollege mit seiner Familie. Damit hat sich die Anzahl der Besucher verdoppelt. „Gestern kamen die Gäste auch erst nach und nach, als es dunkel wurde“, versprüht der Wirt Hoffnung. Zur Eröffnung seien Stammgäste aus seiner Kneipe alle gekommen. Die haben den Umsatz am Freitag gerettet, so Bublitz. Über Zahlen will der Delmenhorster noch nicht reden. Immerhin habe er noch den vierten Adventssonntag vor sich. Und selbst dann wird die Aktion noch nicht beendet sein. „Die Spendendose bleibt bis zum 7. Januar in der Gaststätte stehen. Danach erst wird abgerechnet“, so Bublitz. Er sieht das Ganze sportlich: „Jeder Cent zählt“, hofft er für das Syker Kinderhospiz, dass sich der Aufwand am Ende gelohnt haben wird.

Während der drei Tage „Glühweinparty“ blieb die Gaststätte geöffnet. Den Getränkepavillon und die gesamten Gerätschaften hat Getränkehändler Warnecke aus Weyhe kostenlos zur Verfügung gestellt und nach Harpstedt geliefert.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Backshop soll und muss noch umziehen

Backshop soll und muss noch umziehen

Backshop soll und muss noch umziehen
Hitlergruß, Tritte und Faustschläge in Wildeshausen

Hitlergruß, Tritte und Faustschläge in Wildeshausen

Hitlergruß, Tritte und Faustschläge in Wildeshausen
Existenzbedrohend für Hausbauer

Existenzbedrohend für Hausbauer

Existenzbedrohend für Hausbauer
Leitungen und Fachkräfte wegen Corona am Limit

Leitungen und Fachkräfte wegen Corona am Limit

Leitungen und Fachkräfte wegen Corona am Limit

Kommentare