Raiffeisen-Viehvermarktung Harpstedt-Barnstorf-Twistringen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr über eine Million Tiere gehandelt

Fusion zieht deutliche Umsatzsteigerung nach sich

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Der Vorstandsvorsitzende Stefan Meyer (l.) ehrte den in den Ruhestand eingetretenen Heinrich Scharrelmannn.

Harpstedt - Erstmals in ihrer Geschichte hat die Raiffeisen-Viehvermarktung (RVV) Barnstorf-Twistringen (jetzt: Harpstedt-Barnstorf-Twistringen) über eine Million Tiere gehandelt. Im Rückblick auf das Geschäftsjahr 2015 erwähnte Geschäftsführer Patrick Wilkens am Donnerstag während der Generalversammlung im Koems-Saal 494 640 Ferkel, 536 311 Mastschweine und 10 644 Stück Großvieh.

Der Umsatz der nun größeren RVV legte mengenmäßig um 25,5 und wertmäßig um 26 Prozent zu. Diese Steigerung erklärt sich mit der rückwirkend zum 1. Januar 2015 erfolgten Fusion der bisherigen RVV Barnstorf-Twistringen mit der bisherigen Viehvermarktung Harpstedt-Heiligenrode eG. Die Preisentwicklung beim Schweinefleisch trieb Wilkens die Sorgenfalten auf die Stirn. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sei die Zahl der Schlachtungen erheblich gesteigert worden. Je mehr Schweine, desto schlechter aber die Erlöse: Mit rund 1,40 Euro pro Kilo Schlachtgewicht sei 2015 der Marktpreis so niedrig gewesen wie schon seit über zehn Jahren nicht mehr. „Wir müssen uns gemeinsam mit den Schlachtbetrieben überlegen, wie wir da rauskommen“, so der Geschäftsführer. In schwierigen Marktsituationen ist nach seiner Einschätzung eine Vermarktung „mit Konzept“ gefragt. Bei den Rindern seien die Preise 2015 indes relativ stabil gewesen, so Wilkens.

Im Zuge der erfolgten Fusion mit der VVG Harpstedt-Heiligenrode sei der Standort Harpstedt als Schwerpunktbetrieb für die Sparte Rind definiert worden. Am Beispiel der Bullen veranschaulichte der Geschäftsführer, wie die Genossenschaft Tiere in verschiedenen Entwicklungsstadien – vor Aufzucht, Mast und Schlachtung – mehrfach an- und wieder verkauft. Er erwähnte auch getätigte Investitionen der RVV: Über 500 000 Euro seien in den Fuhrpark geflossen und etwa 55 000 Euro in die Modernisierung der Verwaltungsgebäude.

Der Bilanzgewinn 2015 in Höhe von 150 240,09 Euro fließt größtenteils in die Rücklagen; obendrein gewährt die RVV ihren Mitgliedern 3,5 Prozent Dividende auf ihre Geschäftsguthaben.

Der Genossenschaftsverband nennt die Finanzlage in seinem Prüfbericht „geordnet“. Die Ertragslage habe sich gegenüber dem Vorjahr „leicht verschlechtert“. Dass eine weitere Stärkung der Eigenkapitalbasis, aktuell gut 2,4 Millionen Euro, „geboten“ sei, muss die Mitglieder nicht beunruhigen; diesen Hinweis gibt der Verband gewissermaßen „standardmäßig“.

Zur Tierseuchenlage im Kreis Oldenburg merkte Veterinäramtsleiter Dr. Carsten Görner an, aktuell gebe es keine akute Seuche. Doch das müsse nicht so bleiben. Görner streifte etwa die Bedrohungslage durch die Afrikanische Schweinepest, die sich über das Baltikum bis nach Polen verbreitet habe. Die Befürchtung, sie werde sich womöglich Jahr für Jahr jeweils 400 Kilometer weiter nach Westen vorarbeiten, habe sich aber zum Glück nicht bewahrheitet, so der Experte.

„Du warst im Unternehmen immer zuverlässig und hilfsbereit. Du bist oft auch kurzfristig eingesprungen. Deine Beliebtheit bei den Kunden und Kollegen zeichnet dich aus“, würdigte der Vorstandsvorsitzende Stefan Meyer den Einsatz des lange Jahre bei der RVV als Fahrer beschäftigten Mitarbeiters Heinrich Scharrelmann aus Scharrel (Gemeinde Eydelstedt), der in den Ruhestand getreten ist. Meyer überreichte einen Präsentkorb und und ließ Blumen sprechen.

Satzungsgemäß schieden Dirk Frahne (aus dem Vorstand) sowie Jens Schwichtenberg und Arndt Meyer-Diercks (aus dem Aufsichtsrat) aus. Alle drei freuten sich über ihre einstimmige Wiederwahl.

boh

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