Wildnisschule bietet mit „Natureconnected Leadership“ einmaliges Seminar an

Führungskräfte im Wald

Myriam Kentrup steht vor einer Jurte.
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Die Jurte haben Myriam Kentrup (Foto) und Judith Wilhelm in diesem Jahr neu angeschafft. 

Prinzhöfte – Auf den ersten Blick sind die Voraussetzungen für ein Seminar mitten im Wald alles andere als ideal. Regenschauer, tiefgraue Wolken und herbstliche Temperaturen lassen eher Gedanken an einen gemütlichen Fernsehabend auf dem Sofa aufkommen.

Myriam Kentrup wartet auf eine Gruppe, die aber genau diese Annehmlichkeiten mit zwei Tagen in der Natur zwischen Kiefern und Birken tauschen möchte. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Judith Wilhelm hat die Leiterin der Wildnisschule Wildeshausen in Prinzhöfte an diesem Wochenende zu dem Frauen-Wildniscamp „Wege der Wölfin“ eingeladen. Die Teilnehmerinnen verbringen diese Zeit im Freien, sitzen abends am Lagerfeuer im Tipi oder in der Jurte und übernachten in Zelten. Seit 23 Jahren bietet die Wildnisschule die verschiedensten Seminare inmitten der Natur an. Ihnen gemein ist die Philosophie. „Wir begleiten Menschen in ihre ureigene Verbindung zur Natur“, erklärt Kentrup.

Seminar über sieben Wochenenden

Einzigartig und neu in Deutschland ist das im vergangenen Monat erstmals abgeschlossene Seminar „Natureconnected Leadership“. Die über sieben Wochenenden gehende, insgesamt knapp ein Jahr dauernde Weiterbildung richtet sich an Menschen, die Gruppen in Unternehmen aber auch sozialen Einrichtungen leiten.

„Unser Ansatz unterscheidet sich vollkommen von herkömmlichen Fortbildungen für Führungskräfte“, verdeutlicht Waldpädagogin Kentrup. „Dabei bedienen wir uns bei den Werten und altem Wissen verschiedener indegener Völker“, erläutert sie. „Wir geben ein kulturelles Gemisch von ihnen weiter.“

Gegenseitiges Kennenlernen ist ein wichtiger Faktor

Das beginne schon bei der Willkommenskultur. Es sei für die Integration in eine neue Gruppe sehr wichtig, sich willkommen zu fühlen. „Wenn das nicht gleich geschieht, kann es über Jahre dauern, bis sich eine Person richtig integriert hat“, legt die Waldpädagogin dar. „Diese Willkommenskultur, die bei zahlreichen indigenen Völkern sehr ausgeprägt ist, geht weit über eine Begrüßung hinaus.“ Die Liste dieser Kultur zum Empfang sei sehr umfassend. „Neue Mitglieder müssen sich in einer Gruppe körperlich und sozial wohlfühlen.“ Ein wichtiger Faktor sei das richtige gegenseitige Kennenlernen. „Ein kleines Vernetzten durch gemeinsame Bekannte oder Interessen macht schon einen großen Unterschied“, weiß Kentrup.

Auch bezüglich von Führungsstrukturen könnten sich moderne Unternehmen oder Institutionen viele Dinge bei den Werten dieser Kulturen abschauen. „Dort ruhen viele Prinzipien auf einer geteilten Führung, auf vielen Gremien“, berichtet sie. Führungskräfte müssten lernen, Fäden loszulassen und Untergruppieren erlauben, eigenständige Entscheidungen zu treffen.

Der Beste vermittelt sein Wissen

Sie verdeutlicht das an einem Beispiel der San, dem ältesten Jäger- und Sammlervolk in der afrikanischen Kalahari-Wüste. Dort mache nicht der das Feuer, der es am besten könne. Er überlasse es vielmehr anderen und vermittle denen seine Kenntnisse. „Was nutzt sein Wissen dem Volk, wenn er dann von einem Löwen gefressen wird und kein anderer Feuer machen kann“, verdeutlicht Kentrup. Das sind keine theoretischen Kentnisse. Einen Monat lebte sie im Rahmen eines Austauschprogramms bei den San.

Von sämtlichen indigenen Völkern, bei deren Lehren sich Judith Wilhelm und Myriam Kentrup bedienen, haben sie wesentliche Personen persönlich kennengelernt. Die meisten besuchten die Wildnisschule sogar. „Ich habe vor diesen Menschen sehr viel Respekt. Unsere Vorfahren haben noch versucht, sie auszurotten und wir lernen jetzt von ihnen“, sagt Kentrup nachdenklich.

Nächster Kurs startet im kommenden Sommer

Wer Interesse am nächsten Seminar „Natureconnected Leadership“ in der Wildnisschule hat, muss sich noch ein wenig gedulden. Es beginnt am 1. Juli kommenden Jahres und endet im Juni 2023. Im Winter übernachten die Teilnehmer übrigens nicht im Wald, sondern in den Räumen des benachbarten Tagungshauses „Mikado“. Weitere Informationen zu diesem, vielen weiteren Seminaren und er Wildnisschule finden Interessierte im Internet unter www.wildnisschule.de.

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