Museumsdorf akquiriert Unterstützer

„Freundeskreis“ für den „Stein“

Harpstedt -  Mitbürger, die mit ehrenamtlicher Arbeit oder Spenden die „Umsetzung“ der ehemaligen Harpstedter Disco „Zum Sonnenstein“ ins Museumsdorf Cloppenburg unterstützen oder aber als Zeitzeugen zur Dokumentation der „Stein“-Geschichte“ beitragen möchten, können sich einem „Freundeskreis“ anschließen. 

Eine Reihe von Zuhörern, die Museumsdirektor Dr. Uwe Meiners und die wissenschaftliche Volontärin Eva Geiß am Donnerstag im Hotel „Zur Wasserburg“ über das „Translozierungsprojekt“ informierten, trugen sich noch am selben Abend in Listen ein. „Wir werden keinen eingetragenen Verein aus dem Freundeskreis machen und auch keinen Mitgliedsbeitrag erheben“, kündigte Meiners an. Die „Rentnerbänd“ kam so gut wie komplett zu dem Info-Abend. Ebenso dabei: die früheren Inhaber Gunda und Klaus Sengstake sowie etliche Zeitzeugen – darunter auch solche, die den „Stein“ noch als Tanzlokal unter Betreiber Johann Hasselmann kannten. Auch dessen Sohn Hans lauschte aufmerksam. Er hatte in den 1950er-Jahren selbst als Handlanger am Bau mitgewirkt.

Das zum großen Teil von der „Rentnerbänd“ bereits ausgeräumte Inventar des „Steins“ will Stück für Stück fotografiert und die Immobilie komplett vermessen werden, damit der Aufbau an der Bether Straße in einem künftigen – ganz neuen – Museumsabschnitt originalgetreu vollzogen werden kann. Zu den Schritten, die zunächst anzugehen sind, zählt das Entfernen der festen Einbauten wie Theke und Tanzfläche. Die Dachabdeckung ist für „Anfang bis Mitte 2017“ avisiert. Eine Spezialfirma wird danach das Klinkermauerwerk mit einer Diamantsäge in Teile zersägen, die auf einem Tieflader abtransportiert und zwischengelagert werden. Wie das genau vonstatten gehen soll, konnten sich die Zuhörer in der „Wasserburg“ nur schwer vorstellen. „Technisch kein Problem. Das ist nur eine Frage des Geldes“, sagte Meiners. Unklar sei noch, ob die Säge die Elemente komplett entlang der Fugen heraustrenne. Möglicherweise werde nur die Außenhaut originalgetreu wiederhergestellt und die innere Verschalung neu gemauert, so der Museumsdirektor. Das hänge nicht zuletzt davon ab, was sich hinter den Verblendern verberge. „Vielleicht ja sogar Fachwerk“, schloss Meiners nicht aus – vor dem Hintergrund, dass es sich bei dem Gebäude ehemals um eine Scheune handelte. Die wiederum, so hat Eva Geiß recherchiert, sei zwischen 1874 und 1889 entstanden.

1952 habe Johann Hasselmann das Gebäude erworben. Ab 1973 avancierte das ursprüngliche Tanzlokal unter der Regie von Gunda und Klaus Sengstake zur Disco. Übrigens hätten sich auch zahlreiche Cloppenburger „ins protestantische Ausland“ begeben und dort getanzt, verschwieg Dr. Meiners nicht. Ziel sei es, den „Stein“ 2018 – spätestens aber 2019 – im Museumsdorf aufgebaut zu haben.

boh

Rubriklistenbild: © Museumsdorf Cloppenburg

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