Freude der ansteckenden Art

Harpstedter Kinderkirche würdigt ihr 40-jähriges Bestehen

Über Ostereier und Süßigkeiten freuten sich am Sonntag zahlreiche Kinder. Foto: boh
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Über Ostereier und Süßigkeiten freuten sich am Sonntag zahlreiche Kinder.

Harpstedt - Von Juergen Bohlken. „Freitags ist Kinderkirche.“ Dieser Slogan avancierte in Harpstedt regelrecht zu einem geflügelten Wort. Inzwischen hat er sich allerdings überlebt. Korrekt müsste er heute lauten: „Sonnabends ist Kinderkirche.“ Und zwar einmal monatlich – jeweils von 10 bis 12 Uhr.

Inhaltlich hat sich indes in den vergangenen 40 Jahren gar nicht so furchtbar viel geändert: Das Anliegen der Kinderkirche, Mädchen und Jungen auf spielerische Weise sowie mit Kreativangeboten und Liedern an biblische Geschichten, Jesu Botschaft und Wirken sowie den Kern des Christentums heranzuführen, ist geblieben. Die evangelisch-lutherische Christusgemeinde hat dafür ein besonderes „Format“ gewählt. Die Zielsetzung entspricht indes der des klassischen Kindergottesdienstes, den viele (Jung-)Senioren vielleicht noch aus ihrer Konfirmandenzeit kennen.

Einst nannten sich die Mitarbeiter der Harpstedter Kinderkirche kurz KiKiMis. Heute favorisieren sie den Anglizismus „Teamer“. Annika Dehne, die Tochter von Anke und Harro Hartmann aus Harpstedt, ist mit der Kinderkirche aufgewachsen – und ihr konsequent treu geblieben: Aus dem ehemaligen „Stammgast“ erwuchs im Laufe der Zeit ein ehrenamtlicher Aktivposten.

Am Ostersonntag würdigte die Christusgemeinde das 40-jährige Bestehen der Kinderkirche mit einem Familiengottesdienst. Pastorin Elisabeth Saathoff begrüßte dazu viele ehemalige Kinder und Mitarbeiterinnen; manche waren schon in den frühen 1980er-Jahren dabei gewesen. Gemeinsam sangen alle Beteiligten Lieder von früher, aber auch aus der aktuellen Kinderkirche. Teamer setzten die Ostergeschichte in einem Anspiel um. Während der kurzen Predigt konnten die Kinder eine Sonne auf einen Stein malen – in Anlehnung an jenen Stein, der am Ostermorgen vom Grab Jesu weggerollt war.

Hella Beckmann (Mitte) gehörte zu den Initiatoren der Harpstedter Kinderkirche. Annika Dehne (2.v.r.) ist damit aufgewachsen. Sie engagiert sich seit langer Zeit als ehrenamtliche Mitarbeiterin. Eigens gestaltete Transparente und ein Album mit zahlreichen fotografischen Erinnerungen haben die Zeit überdauert. Federführend kümmert sich heute Pastorin Elisabeth Saathoff (links) um die Kinderkirche. Teamer stehen ihr zur Seite.

Eine „Frau der ersten Stunde“, Hella Beckmann, sowie Lea Vallan, gegenwärtig Teamerin und der Kinderkirche seit ihrer Kindheit verbunden, erinnerten sich in einem Gespräch an die Anfänge vor 40 Jahren. Im Anschluss an den Gottesdienst gingen dann alle Mädchen und Jungen auf Ostereiersuche, während die Erwachsenen bei einer Tasse Kaffee plauderten und in Erinnerungen schwelgten.

Die „Ehemaligen“ Ute Hesse und Ingrid Lange kannten die Kinderkirche noch aus Zeiten, da Klaus Dörrie, Richard Schröder und Werner Richter Pfarrstellen in der Christusgemeinde besetzten. Auch unter der jetzigen Federführung von Pastorin Elisabeth Saathoff setzt sich die Erfolgsgeschichte fort. Der Zulauf kann sich sehen lassen. Aus dem Kreise der Konfirmandinnen und Konfirmanden stoßen gelegentlich Interessierte zu den Teamern.

Als noch der Freitag der „Kinderkirchentag“ war, kamen nicht selten 40 Mädchen und Jungen zu den anderthalbstündigen Treffen. Beim Basteln, Hören von Geschichten, bei Gesprächen und viel Spaß verging die Zeit wie im Fluge. Die Freude ist geblieben. Die Kinderkirche in Dünsen, die ebenfalls viele Jahre lang ein gutes Echo fand, gibt es allerdings nicht mehr. Zusätzlich etabliert hat sich hingegen in der Christusgemeinde die monatliche „Kirche für Knirpse“. So heißt seit etwa vier Jahren der schon vor 15 Jahren aus der Taufe gehobene „Krabbelgottesdienst“ für die kleinsten Gemeindeglieder und deren Eltern. Nur sehr lose mit der Harpstedter Kinderkirche in Verbindung stehen die gelegentlichen „Spaßtage“ im Kirchseelter Dorfgemeinschaftshaus.

In der Erinnerung der früheren Kinderkirchenkinder leben nicht zuletzt die abwechslungsreichen Freizeiten auf Spiekeroog oder im Evangelischen Jugendhof Sachsenhain in Verden fort. Die Zeit überdauert haben liebevoll gestaltete Transparente. Oder auch etliche Schnappschüsse aus der Kinderkirche der vergangenen Tage. Ein dickes Foto-Album fand am Sonntag reichlich Aufmerkamkeit und eine gebührende Würdigung.

Kinderkirche sei „ansteckende Freude“ – so lautet ein Bonmot, das der mittlerweile 76-jährigen Mitinitiatorin Hella Beckmann zugeschrieben wird.

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