Freispruch: Betrügerische Geschäfte über die Internetplattform Ebay lassen sich Angeklagtem nicht zweifelsfrei nachweisen

26-Jähriger kommt mit konstruiert wirkender Geschichte vor Gericht durch

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Mediengruppe Kreiszeitung

Dünsen/Bassum/Wildeshausen - Den Beweis, dass ein 26-Jähriger aus Bassum, der vormals in Dünsen gewohnt hat, Elektronikgeräte und Konsolenspiele auf der Internetplattform Ebay angepriesen, die Kaufsummen eingestrichen, aber die Ware nicht geliefert hat, blieb die Staatsanwaltschaft schuldig. Daher sprach die Richterin am Amtsgericht Wildeshausen den jungen Mann vor wenigen Stunden frei vom Vorwurf des Betruges, verhehlte aber nicht die „Ungereimtheiten“ in der „konstruiert“ wirkenden Darstellung des sich selbst verteidigenden Angeklagten. Für ein Navi und Digitalkameras waren zwischen dem 20. September und dem 1. Oktober 2013 Einzelbeträge von 300 und mehr Euro auf das Konto des 26-Jährigen überwiesen worden. Hinzu kamen je 40 Euro für Konsolenspiele. Die Ware erhielten die Käufer allesamt nicht.

Der Angeklagte will von den betrügerischen Geschäften nichts gewusst und auch nichts damit zu tun gehabt haben. Als die Beträge auf sein Konto flossen, habe er keine Sparkassen-Card mehr gehabt. Sein Portemonnaie mitsamt Karte sei verloren gegangen. In der Geldbörse habe er auch die PIN aufbewahrt, was natürlich leichtsinnig gewesen sei. Er habe vermutet, dass sein Portemonnaie noch bei einem Freund liege. Nach dem Verlust habe er zunächst ausschließlich Bargeld am Schalter von seinem Konto abgehoben, die Kontobewegungen aber nicht kontrolliert. Dann habe die Bank ihn von einer Rücküberweisungsforderung unterrichtet. Am 1. Oktober 2013 habe er die Sparkassen-Card (die sich bis heute nicht wieder eingefunden hat), sperren lassen.

Auf jede Überweisung aus einem über Ebay abgewickelten Geschäft folgte eine größere Abhebung bei der Sparkasse Bremen. Wer aber die Scheine aus dem Geldautomaten gezogen hat, ließ sich nicht feststellen, zumal keine Aufnahmen der Überwachungskameras mehr existieren. Dass sich womöglich ein Unbekannter der Karte bemächtigt und darüber die betrügerischen Online-Geschäfte abgewickelt hat, konnte das Amtsgericht letztlich nicht zweifelsfrei widerlegen. Folglich musste der Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ zur Anwendung kommen.

boh

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