Freinet-Kita stellt sich am 19. April vor

Wo Kinder forschend und entdeckend lernen

Schulenberg - Einblicke in ihre Arbeit gewährt die Kita im Schulenberger „Zentrum PrinzHöfte“ mit Freinet-Kindergarten und -Krippe am Sonntag, 19. April, von 14.30 Uhr bis 17 Uhr während eines Tags der offenen Tür. Neben Information lockt ein attraktives Unterhaltungsprogramm. Der Beatbox- und Klangkünstlers Edgar Wendt gibt Kostproben seines Könnens. Mädchen und Jungen können sich schminken lassen, ihren Gleichgewichtssinn auf der „Slackline“ schulen oder in einer Mal- und Bastelecke kreativ sein. Für Stärkungen ist ebenfalls gesorgt: Kaffee und andere Getränke, ein großes Kuchenbuffet, heiße Waffeln und Stockbrot warten auf die Besucher.

Zum Anwesen des „Zentrums PrinzHöfte“ an der Schulenberger Straße 4, das seit 1986 ein ganz besonderer Ort für Kinder ist, gehören neben einem liebevoll renovierten ehemaligen Bauernhof auch ein Permakulturgarten mit Gemüseanbau und Wildkräuterverarbeitung sowie artgerecht gehaltene Tiere. Die Kita erwuchs aus einer kleinen Elterninitiative heraus. Nachdem sich ein Kindergarten mit 23 Plätzen etabliert hatte, kam 2011 die Krippe „Abenteuerland“ für zehn Kinder im „Vorkindergartenalter“ hinzu.

Die gesamte Kita arbeitet nach den Grundsätzen des französischen Reformpädagogen und Kapitalismuskritikers Célestin Freinet (1896–1966). Der hatte seine eigene Schulzeit als eine einzige Qual erlebt. Das beeinflusste später seine Schriften. Freinet trat für eine menschenwürdige Pädagogik sein, die im Kind nicht den unfertigen Erwachsenen sieht, sondern eine eigenständige Persönlichkeit. Der Geist, so sagte er, sei „nicht eine Scheune, die man füllt, sondern eine Flamme, die man nährt“. Folglich waren Kinder in seinem Verständnis nicht wie Taschen, die gefüllt werden müssen, sondern voll von Leben, Fragen, Staunen und Freude. Erziehung dürfe daher nicht darauf zielen, Mädchen und Jungen entgegen ihrem eigenen Verlangen zu etwas „hinzuziehen“; vielmehr komme es darauf an, das Feuer des Lebendigseins gemeinsam mit ihnen zu schüren. Freinet sah die Gesellschaft in der Pflicht, Kindern die bestmöglichen Chancen für eine umfassende, allseitige Persönlichkeitsentwicklung zu bieten. Das setze voraus, ihnen „das Wort zu geben“, ihre Interessen und Bedürfnisse ernst zu nehmen. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Freinet-Kita im „PrinzHöfte“ die Förderung von Demokratie und Selbstorganisation, des kreativen und freien Ausdrucks sowie des forschenden und entdeckenden Lernen als Grundziele ihrer eigenen pädagogischen Arbeit. Im Kindergarten kümmern sich zwei Erzieherinnen um die Betreuung. Ein Frühdienst kann ab 7.30 Uhr in Anspruch genommen werden. Daran schließt sich die Regelzeit von 8 bis 13 Uhr an. Ergänzend gibt es montags bis donnerstags das Angebot einer Nachmittagsbetreuung, die von 13 bis 15 Uhr währt. Die Öffnungszeiten der Krippe decken sich mit denen des Kindergartens. Auch hier übernehmen zwei Erzieherinnen die Betreuung.

Hinzu kommen an drei Tagen offene Atelier-Angebote für Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren: „Das Malspiel“ mit einer ausgebildeten und erfahrenen Malortbegleiterin läuft jeweils dienstags von 15 bis 17 Uhr. Einblicke in die „PrinzHöfter Kinderwildnis“ gibt eine versierte Wildnispädagogin mittwochs von 15 bis 17 Uhr. Das „PrinzHöfter Musikatelier“ schickt sich donnerstags von 15 bis 17 Uhr an, kindliche Musikbegeisterung zu fördern.

boh

Rubriklistenbild: © dpa

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