Tierschutzhof Vespermann organisiert Hilfsgütertransporte

Binnen 24 Stunden füllt sich das Lager rasant

Melanie Vespermann mit Stubentiger Paul, der neugierig beäugt, wie sich das Depot füllt.
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Melanie Vespermann mit Stubentiger Paul, der neugierig beäugt, wie sich das Depot füllt.

Groß Köhren – Auch in der Samtgemeinde Harpstedt rollt eine Welle der Solidarität an, um den Hochwasseropfern im Westen und Süden Deutschlands zu helfen.

Auf Vespermanns Tierschutzhof in Groß Köhren bekommen alte, kranke oder von den vormaligen Eigentümern nicht mehr gewollte Tiere ein Gnadenbrot – von Hamstern, Kaninchen und Katzen über Schildkröten bis hin zu Pferden, Schweinen und Schafen. Manche werden vermittelt. Stubentiger Paul, der das Fressen von Rattengift überlebte, darf dauerhaft bleiben.

Neugierig beäugt er, was im ehemaligen Kuhstall abgeht: Binnen 24 Stunden hat sich der große Raum rasant mit Hilfsgütern für die Hochwasseropfer im Westen und Süden Deutschlands gefüllt. Deutlich über 20 Kubikmeter an Sachspenden sind schon zusammengekommen.

Auch Melanie Beckmann fährt mit dem Auto vor. Aus dem Kofferraum kramt sie neben Dosen mit Tierfutter einen Vogelkäfig. „Den brauchen wir nun nicht mehr, weil unser Wellensittich gestorben ist“, erzählt die Horstedterin.

Sachspenden für Mensch und Tier in Not

Die Bilder vom Leid in den Katastrophengebieten haben Melanie Vespermann (34) und ihren Mann Christian, stellvertretender Rektor an der Lukasschule in Bassum, nicht mehr losgelassen. Sie wollen helfen – sowohl den Menschen als auch den Tieren in der Not. Das Paar wohnt in Marhorst, bewirtschaftet den Groß Köhrener Hof aber zusammen mit dem Eigentümer der Immobilie, Andreas Ehlers.

Eine Bitte um Sachspenden via Facebook erntete ein gewaltiges Echo. „Die Leute haben auch sehr viel Kleidung hergebracht. Die bleibt hier erst einmal eingelagert, weil die Hochwasseropfer andere Dinge im Moment einfach dringender brauchen. Meine eigene Tante wohnt im Sauerland, ist aber nicht von der Katastrophe betroffen gewesen. Wir haben uns via Facebook unter anderem bei der Unwetterhilfe Erftstadt erkundigt, welche Sachspenden gefragt sind und wo wir sie hinbringen können. Zu den drei Kontaktadressen, die wir anfahren können, zählt die Herzblut Floristen GmbH im nordrhein-westfälischen Niederzier-Huchem-Stammeln“, erläutert Melanie Vespermann. Mehrere rein privat finanzierte Hilfsgütertransporte sind geplant.

Die meisten Sachen, die wir bekommen haben, stammen von privaten Spendern aus der Samtgemeinde Harpstedt. Von Firmen kam bislang wenig.“

Melanie Vespermann

Zunächst hatte der Tierschutzhof auf einen Speditions-Lkw aus Groß Ippener gehofft. Der sei aber leider kaputt, bedauert Melanie Vespermann. Jetzt könne zumindest ein Sprinter eines Autoverleihers genutzt werden.

„An diesem Donnerstagmittag fahren Andreas Ehlers und ich zum ersten Mal los. Dann geht es nach Leiningen hinter Koblenz. Wir nehmen Schaufeln, Eimer, Gaskocher, stapelbare Stühle, Hygieneartikel, Windeln, Babynahrung, Mineralwasser – auch in größeren Behältern – und Verbandskästen mit. Die meisten Sachen, die wir bekommen haben, stammen von privaten Spendern aus der Samtgemeinde Harpstedt, Bassum, Twistringen, Bremen und Umgebung. Von Firmen kam bislang wenig. Die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn GmbH hat uns mit Verbandskästen unterstützt – und der Raiffeisen-Markt Harpstedt mit Tiernahrung, erzählt Melanie Vespermann. Zu den weiteren Spendern zählten die Hunde- und Katzenpension Daniela Wellnitz und die Tafel Twistringen.

In die zweite Tour, diesmal nach Bergheim in den Rhein-Erft-Kreis, klinkt sich am Sonnabend auch Nick Flechtner mit Auto und Anhänger ein. „Wahrscheinlich fahren wir sogar im Konvoi. Wir selbst nehmen unter anderem Decken, Handtücher, drei Babybetten, Luftmatratzen und Zelte mit“, erläutert Vespermann.

Weitere Transporte dürften wohl nötig sein, bis sich das Lager geleert hat. Es könnte passieren, dass am Ende nicht alle Dinge für die Flutopfer gebraucht werden. Zwei Kirchengemeinden wären in diesem Fall bereit, die Sachen, die übrig bleiben, zu übernehmen und damit Not in Entwicklungsländern zu lindern. Dankbar sind die Vespermanns allen Spendern. Ebenso Eigentümer Andreas Ehlers für seine Kooperationsbereitschaft und dafür, dass er den Lagerraum zur Verfügung stellt.

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