Gastronomen-Ehepaar eröffnet im Ippener Gewerbegebiet „Wülfers A1 Speisenmeisterei“

Flucht nach vorn in Zeiten der Krise

„Probesitzen“ im künftigen Bistro: Ulrike Adam-Wülfers und ihr Mann Steffen Adam eröffnen am Montag, 11. Januar, „Wülfers A1 Speisenmeisterei“ im Ippener Gewerbegebiet an der Autobahn.
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„Probesitzen“ im künftigen Bistro: Ulrike Adam-Wülfers und ihr Mann Steffen Adam eröffnen am Montag, 11. Januar, „Wülfers A1 Speisenmeisterei“ im Ippener Gewerbegebiet an der Autobahn.

Groß Ippener – Unternehmerischen Mut beweisen Ulrike Adam-Wülfers und ihr Mann Steffen Adam in der Coronakrise. In einer Zeit, da der Lockdown abermals den Restaurant- und Saalbetrieb ihres Hotels in Groß Ippener zum Erliegen gebracht hat, heben die 48- und der 50-Jährige ein neues „Kind“ aus der Taufe: „Wülfers A1 Speisenmeisterei“ heißt die Mischung aus Bistro, Imbiss, Frühstückslokal und Kiosk, die am Montag, 11. Januar, um 5.30 Uhr in einer gepachteten Immobilie an der Zufahrt zum Ippener Gewerbegebiet eröffnet. Eine plumpe „Frittenschmiede“ schwebte den Gastronomen nicht vor. Danach sieht das Lokal auch wahrlich nicht aus.

Richtig schick präsentiert sich der Gastraum schon jetzt – mit Kaminofen, Tresen, Sitz- und Stehplätzen sowie witziger „Potten un’ Pannen“-Deko an einer Wand. In der warmen Jahreszeit sollen Gäste auch draußen speisen können. Zunächst müssen sie sich aber darauf beschränken, online oder telefonisch Speisen zu bestellen und abzuholen. Einen Bringdienst wird es nicht geben.

Die Karte besticht durch Vielfalt: Von klassischer Imbisskost wie Gyros, Burger, Schnitzel, Currywurst, Backfisch und Pizzaschnitten über eine große Salat-„Palette“ bis hin zu belegten Brötchen, Baguettes, Naturjoghurt und Muffins reicht die Bandbreite. Hinzu kommen Beilagen wie Ofenkartoffeln, Wedges und Pommes, wechselnde Eintöpfe, ein täglich wechselnder Mittagstisch, Gaumenfreuden für Vegetarier, Softdrinks, Smoothies und Säfte, Frühstücksangebote für den größeren Appetit, Kaffeespezialitäten sowie Kiosk-Artikel in Form von Tageszeitungen und Schokoriegeln.

Das Betreiber-Ehepaar möchte mit dem Bistro, das sich konzeptionell an die für Bäckereiketten typische Gastronomie anlehnt, eine Lücke schließen, zumal im Gewerbegebiet kein Imbiss mehr existiert. Ulrike Adam-Wülfers und ihr Mann haben aber nicht nur die Beschäftigten der dort vorhandenen Betriebe als potenzielle Kunden im Visier, sondern ebenso Leute, die auf dem Weg zur Arbeit etwas essen oder sich mit einem Frühstück „to go“ eindecken wollen. Die günstige Lage an der Autobahn könnte überdies Brummifahrer und „Durchreisende“ mit Lust auf einen Snack zu einem Halt bewegen, sollte sich die „Speisenmeisterei“ als gute Adresse herumsprechen. Sonnabends und sonntags wird das Bistro geschlossen bleiben. Die „definitiven“ Öffnungszeiten müssen sich erst noch ergeben. Ob es sich auf Dauer lohnt, schon um 5.30 Uhr in der Frühe zu starten, wollen die Betreiber austesten. Bei der Bewirtschaftung bekommen sie Unterstützung von Andrea Christians, einer neuen Mitarbeiterin.

Das Schild mit geschwungenem Autobahnlogo prangt bereits an der Immobile (Am Gewerbegebiet 1). Aktuell haben die Elektriker im Lokal zu tun. Nach Baustelle sieht das Interieur aber längst nicht mehr aus. Fritteuse, Bräter, Kombidämpfer, Gyrosgrill und andere Gerätschaften warten darauf, in Betrieb genommen zu werden. Die Kücheneinrichtung kommt noch. „Wir selbst und der Verpächter haben jeweils eine fünfstellige Summe investiert“, verrät Steffen Adam.

Fast das ganze vergangene Jahr über mussten seine Frau und er Umsatzeinbrüche wegen der coronabedingten Beschränkungen verkraften – nicht nur in den Lockdown-Phasen. Ständig änderte sich die Zahl der für Veranstaltungen maximal zulässigen Personen. So musste etwa eine für 50 Gäste gebuchte Trauerfeier geteilt werden. Die erste Hälfte konnte noch kommen, die zweite indes nicht mehr. Grund: Zwischenzeitlich war schon wieder eine neue Regel, das Zehn-Personen-Limit, in Kraft getreten.

Die erste Charge der Novemberhilfe sei geflossen, sagt Steffen Adam. „Das Geld hilft uns schon bei der Deckung anfallender Kosten“, räumt er ein. Der Lockdown dauere aber ja an, und ob es für das neue Jahr weiteres Überbrückungsgeld vom Staat geben werde, sei noch unklar. Die „Speisenmeisterei“ soll neue Einnahmen generieren. Sie könnte eine Erfolgsgeschichte schreiben, ist aber zugleich ein Wagnis. Etwas Vergleichbares gab es nämlich im Gewerbegebiet noch nicht. Das gastronomische Angebot dort beschränkte sich in früheren Jahren auf klassische oder italienisch angehauchte Imbisskost.

Kontakt:

Telefon: 04224/800 86 87

www.wuelfers.de

Von Jürgen Bohlken

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