20 Jahre DRK-Seniorenzentrum Harpstedt: Realisierung erforderte die Beseitigung diverser Hürden

Aus dem Flecken nicht mehr wegzudenken

Seit nunmehr 20 Jahren bereichert das DRK-Seniorenzentrum Harpstedt die Infrastruktur des Fleckens. - Foto: Bohlken

Harpstedt - Das Sommerfest des DRK-Seniorenzentrums Harpstedt steht am Sonnabend, 18. Juni, ganz im Zeichen eines „runden Geburtstags“: Das Altenpflegeheim blickt dann auf sein 20-jähriges Bestehen zurück.

Die Eröffnung durch die vom DRK-Ortsverein Harpstedt und DRK-Kreisverband Oldenburg-Land gegründete Trägergesellschaft datiert vom 1. April 1996. Hermann Bokelmann hat als damaliger Bürgermeister des Fleckens seinen Anteil an den Weichenstellungen für das Seniorenzentrum und den Bau benachbarter betreuter Seniorenwohnungen gehabt. Der jetzige Standort sei seinerzeit noch Garten- und Ackerland gewesen, erinnert er sich im Gespräch mit unserer Zeitung.

Beim Stöbern in seinem persönlichen Archiv fand er heraus, dass sieben Jahre lang „viel diskutiert, beraten, verhandelt und entschieden“ worden war, ehe das Ziel erreicht gewesen sei.

„Im Samtgemeinderat hielt man die vorhandenen Heime in Beckeln, Groß Ippener und Klosterseelte für ausreichend“, entsinnt sich der langjährige Kommunalpolitiker. Der Fleckenrat habe hingegen das Bauvorhaben unterstützt. „Über die evangelische Kirchengemeinde, die Eigentümer einer großen Fläche war und den Vorschlag unterstützte, nahm Gemeindedirektor Dieter Claußen Kontakt zur Diakonie der Evangelischen Landeskirche Hannovers auf, um sie als erfahrenen Träger für ein Seniorenheim zu gewinnen. Lange Zeit kam keine Antwort – und erst im Spätherbst 1991 eine Absage. Folglich musste die Suche nach Investoren und Betreibern weitergehen. Der Gemeindedirektor nahm mit der Deutschen Altershilfe in Köln Verbindung auf. Die wollte jedoch nur beraten und planen, aber nicht Träger sein. Ebenso die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft Oldenburg“, plaudert der frühere Fleckenbürgermeister aus dem Nähkästchen.

Bokelmann, der zwischenzeitlich auch Landrat geworden war, wandte sich an den DRK-Kreisverband. Der zeigte sich gewillt, als Betreiber zu fungieren. Damit war der erste Schritt getan. Das Konzept des DRK-Kreisverbands fand Anklang, und am 18. Februar 1993 fiel die Entscheidung zugunsten von Ralf Mehrings als Investor und Bauherr; der Huder realisierte das Heim wiederum nach den Plänen von Diplom-Ingenieur Horst-Dieter Kruse aus Oldenburg. Der Flecken brachte eine Bauleitplanung auf den Weg, ebenso ein Umlegungsverfahren. Das war erforderlich, um die Ackerflächen in Plätze für Seniorenzentrum und -wohnungen „verwandeln“ zu können und den planerischen Boden für das Projekt zu ebnen. „Im Oktober 1993 war zwar der Bebauungsplan fertig, aber nun mussten noch Probleme mit den Grundstückseigentümern ausgeräumt werden“, erzählt Bokelmann und ergänzt: „Alle waren zwar für das Heim; für ihr eingebrachtes Ackerland wollten sie aber eigene Bauplätze wiederhaben, auch die Landeskirche.“ Bis Juli 1994 habe Gemeindedirektor Dieter Claußen dann alle Hindernisse ausräumen können. In der „DRK gemeinnützigen Trägergesellschaft Harpstedt mbH“ verzichtete der Flecken auf ein Mitspracherecht. „Die Gemeinde stellte dem DRK-Ortsverein Harpstedt 12.500 DM für einen weiteren Anteil zur Verfügung“, so Bokelmann. Gesellschafter aber wurden nur der DRK-Kreisverband und der DRK-Ortsverein.

Dann sei ein neues Problem aufgetaucht, berichtet der frühere Bürgermeister. Durch den Grundstückpreis sei die Pacht für das DRK zu hoch geworden. „Erst als der Fleckenrat dem DRK für die Einrichtungen 500.000 DM zur Verfügung stellte, konnte im Februar 1995 das 10.574 Quadratmeter große Grundstück an Investor Rolf Mehrings verkauft werden, der im April mit dem Bau begann. Gut ein Jahr später wurde das Haus eröffnet.“

Das starke Engagement des DRK-Ortsvereins, besonders der damaligen Vorsitzenden Irmgard Spaltner, habe, so Bokelmann, „erheblich zur zügigen Verwirklichung des Projekts beigetragen“. Das DRK bekam auch die Gemeindeschwesternstation übertragen. Deren räumliche Integration in das Heim erwies sich als sinnvoller Schritt.

„Es ging aber nicht nur um das Seniorenzentrum“, weiß Hermann Bokelmann. „Neben Investoren haben viele private Seniorenwohnungen gebaut. Die Bewohner schätzen die Nähe des DRK-Heimes und nutzen dessen Angebot“, resümiert Bokelmann.

Nach nunmehr 20 Jahren fällt sein Fazit positiv aus. Das DRK-Seniorenzentrum sei der größte Arbeitgeber in der Samtgemeinde Harpstedt. Die darin investierten Mittel seien gut angelegt, und die Übertragung der Trägerschaft an das DRK „war richtig“. Viele ältere Mitbürger erhielten im Seniorenzentrum auf ihrem letzten Lebensabschnitt „eine gute menschliche Betreuung“. Die hervorragende Arbeit der Heimleitung und des Personals finde im Zuge der Zertifizierung Anerkennung. Der Einsatz ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer vom DRK-Ortsverein rundet das positive Gesamtbild nach Bokelmanns Einschätzung ab.

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