Peter Huschenbeth gibt Betrieb auf

„Fix und Fax“ macht Ende Juni zu

Wollen sich ein bisschen mehr Ruhe gönnen: Peter Huschenbeth (l.) und seine Frau Eva-Maria im Laden von „Fix und Fax“. 
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Wollen sich ein bisschen mehr Ruhe gönnen: Peter Huschenbeth (l.) und seine Frau Eva-Maria im Laden von „Fix und Fax“. Foto: Backhaus
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Harpstedt – Viel Zeit, sehr viel Zeit, hat Peter Huschenbeth in seinen Betrieb „Fix und Fax“ gesteckt. Seit knapp 30 Jahren ist der Harpstedter selbstständig und bietet Service rund um Büro- und Telekommunikation sowie Reparaturen an. Auch seine Frau Eva-Maria, die bei der Lebenshilfe angestellt ist, arbeitet zusätzlich im Laden an der Mullstraße in Harpstedt mit. Doch nun haben sie beschlossen, dass Schluss sein soll: Am Dienstag, 30. Juni, öffnen sie die Türen von „Fix und Fax“ zum letzten Mal.

„Während der Coronakrise haben wir zum ersten Mal sagen können: Wir machen um 17 Uhr Feierabend und haben am Samstag frei“, erzählt Peter Huschenbeth. Bis dahin sei eine Sechs-Tage-Woche die Regel gewesen. Häufig hätten er und seine Frau das Geschäft erst gegen 19 Uhr oder später verlassen. „Zunächst war es etwas merkwürdig“, blickt er auf die vergangenen Wochen mit kürzeren Arbeitstagen zurück, „aber nach kurzer Zeit haben wir das Leben ohne ständigen Druck genossen“.

Fachkräftemangel und hohe Arbeitsbelastung

Das Ende von „Fix und Fax“ ist allerdings nicht coronabedingt. Bereits vor drei Jahren entschieden Huschenbeths, langsam aus dem Geschäft auszusteigen. Die Hauptgründe dafür seien der Fachkräftemangel und die hohe Arbeitsbelastung, erklärt der 54-Jährige. Seit 1996 sei der Betrieb so aufgestellt gewesen, dass er davon habe leben können. Lange Zeit bildete er selbst Nachwuchskräfte aus. Außerdem beschäftigte er mehrere Angestellte, die sowohl technische Aufgaben als auch den Service im Laden übernahmen. Doch dann wurde es eng: „Fachkräfte zu kriegen, war ganz schwer“, sagt Huschenbeth.

Deshalb machte der Büroinformationselektronikermeister immer mehr selbst. „Fix und Fax“ deckt ein breites Spektrum ab: Festnetz und Mobilfunk, Tarifberatung und Zubehörverkauf sowie Reparaturen vom Smartphone über den PC bis zum Drucker. „Unsere Technik ist ziemlich sportlich“, gibt der Harpstedter zu. Es sei schwierig gewesen, Personal zu finden, das die hohe Arbeitsbelastung akzeptierte. Und so entschieden der 54-Jährige und seine Frau, den Betrieb zu zweit weiterzuführen. Das sei aber bereits mit der Idee verbunden gewesen, einen Ausstieg aus dem „lebhaften Geschäftsleben“ anzustreben, sagt Huschenbeth. „Wir hatten die ganzen Jahre immer das Gefühl: Wir haben zu wenig Zeit.“

Ein Ende zu finden ist schwer

Dass es nun so schnell geht, sei weniger der Coronakrise geschuldet als einer neuen Option, die sich für ihn im Arbeitsleben eröffnet habe. Es sei nicht leicht, einen Schnitt zu machen, berichtet der Harpstedter: „Es kommen immer mehr Aufträge rein, wir finden keinen Abschluss.“ Deshalb hätten er und seine Frau nun recht kurzfristig beschlossen, den Laden zu schließen. Laufende Aufträge würden natürlich noch abgearbeitet, versichert Huschenbeth. Er will „Fix und Fax“ als Nebengewerbe weiterführen und langjährigen Kunden weiterhin bei Servicefragen helfen.

Doch fest steht: Der Laden an der Mullstraße wird bald leer stehen. „Für uns ist es der richtige Zeitpunkt, einen neuen Weg einzuschlagen“, sind sich Huschenbeths sicher und verabschieden sich von ihren Kunden: „Es waren schöne Jahre.“

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