Arbeiten gehen gut voran 

Fischer renaturieren Beckstedter Bach

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Dieter Reineke und Siegbert Meentzen (von links) setzen sich für die Renaturierung des Beckstedter Baches ein. Sie sind in den vergangenen Tagen schon gut vorangekommen.

Colnrade - Von Ove Bornholt. Alle paar Minuten lädt ein Schaufelbagger mehrere Kubikmeter Sand auf den Anhänger eines Traktors, der den Aushub weg fährt – der Graben, der auf der Wiese zwischen dem Beckstedter Bach und der Hunte bei Colnrade zurückbleibt, soll im kommenden Jahr Geburtsstätte für viele Fische von der Meerforelle bis hin zum Neunauge werden. So jedenfalls plant es der Fischereiverein Colnrade, der mit seinem Renaturierungsprojekt gut vorankommt.

Sobald der Bagger einen Abschnitt frei geschaufelt hat, rücken Freiwillige des Vereins an, um zum Beispiel Rohre zu verlegen. Der neue, etwa 70 Zentimeter tiefe Flusslauf erstreckt sich auf rund 800 Metern Länge. Im Frühjahr soll ein Durchstich erfolgen, sodass das Wasser des Beckstedter Bachs über die neue Strecke in die Hunte fließt. Der Altarm wird dann stillgelegt. Durch die kurvenreiche Strecke verlängert sich die zurückzulegende Entfernung, zudem fließt das Wasser schneller, da die Breite im Vergleich zum jetzigen Stand schmaler ist. So lagert sich weniger Sand auf dem Grund ab.

Das Projekt kostet rund 43.000 Euro, von denen die Bingo-Umweltstiftung knapp 29.000 Euro übernimmt. Weitere 8000 Euro kommen aus der Kasse des Landkreises Oldenburg, der die Fläche auch gekauft hat. Die Kreis-Naturschutzstiftung sitzt mit 2500 Euro im Boot, während die Ferdinand-Quirll-Stiftung 500 Euro beisteuert. Der Fischereiverein selbst ist mit 3 000 Euro und zudem rund 600 Arbeitsstunden dabei.

Verpflichtung zur Pflege über 20 Jahre hinweg

Es ist nicht das erste Mal, dass die Colnrader Petrijünger einen Flusslauf renaturieren. So war vor ein paar Jahren ein Abschnitt des Holtorfer Bachs an der Reihe, der allerdings laut Kassenwart Siegbert Meentzen (60) eine kleinere Nummer als die jetzige Aufgabe ist. Allerdings kämen schwere Maschinen besser an den Beckstedter als an den Colnrader Bach heran. Wenn das aktuelle Projekt abgeschlossen ist, „sind all unsere Gewässer auf Stand“, sagt er. Allerdings müssen die Fischer noch einiges tun, damit es dabei bleibt. Für die kommenden 20 Jahre haben sie sich verpflichtet, die renaturierten Flussläufe zu pflegen.

Die Maßnahmen sollen Fischen mehr Laichmöglichkeiten bieten. Meentzen und der Vereinsvorsitzende Dieter Reineke (59) sind sich noch nicht ganz sicher, wie viel das Holtorfer-Bach- und nun das Beckstedter-Bach-Projekt den Fischen bringen. Beide verweisen auf das Wehr in Wildeshausen, das den Tieren das Leben schwer mache.

In den kommenden Wochen werden noch Erlen am Ufer des neuen Flusses gepflanzt. Es sind immer wieder Arbeitsdienste für die Fischereivereinsmitglieder geplant. Die Grassoden haben etwa noch acht Wochen Zeit, um anzuwachsen.

Bauern oder andere Interessierte können sich übrigens kostenlos Sand von der Baustelle holen, wenn sie welchen benötigen.

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