Erster Spatenstich an Wöbses letztem Arbeitstag

Fertigstellung des Colnrader Feuerwehrhauses bis Ende 2022 ist das Ziel

Was schon bis jetzt lange gewährt hat, soll nun möglichst bald gut werden: Anne Wilkens-Lindemann, Marvin Hartje und Herwig Wöbse (v.l.) beim ersten Spatenstich.
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Was schon bis jetzt lange gewährt hat, soll nun möglichst bald gut werden: Anne Wilkens-Lindemann, Marvin Hartje und Herwig Wöbse (v.l.) beim ersten Spatenstich.

Colnrade – Schon 2018 hatte der Rat der Gemeinde Colnrade den Kauf des 3 943 Quadratmeter (qm) großen Baugrundstücks an der Kreisstraße 5 beschlossen. Mit der Samtgemeinde Harpstedt als Bauherrin geht’s nun endlich „in Sachen“: Den ersten Spatenstich für den Feuerwehrhausneubau mit drei Einstellplätzen in Colnrade haben am Freitag Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse, Colnrades Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann und Ortsbrandmeister Marvin Hartje vollzogen – im Beisein von Stephan Glüsenkamp aus dem beauftragten Planungsbüro und Bediensteten des Bauamts.

Avisierter Fertigstellungstermin: Dezember 2022. Die Erdarbeiten dürften indes nach Auskunft von Unternehmer Maik Scheele schon in einer bis anderthalb Wochen abgeschlossen sein.

Zumindest mitverantwortlich für den späten Maßnahmenbeginn ist die Politik. An den hohen Kosten, am Raumbedarf und vor allem an der Frage, ob der Neubau nicht doch besser mit Erdwärme (Wärmepumpentechnik) statt mit Erdgas beheizt werden sollte, hatten sich teils hitzige Debatten im Samtgemeinderat entzündet.

Der Holzpreis ist schon wieder gefallen.“

Stephan Glüsenkamp

Kann der Gesamtkostenrahmen in Höhe von 1,67 Millionen Euro angesichts regelrecht ausufernder Baustoffpreise wirklich eingehalten werden? Stephan Glüsenkamp zeigte sich in seiner Antwort auf diese  Frage zuversichtlich, zumal sich die Situation am Markt gerade etwas entspanne: „Der Holzpreis ist schon wieder gefallen.“

Die Platznot im alten Feuerwehrhaus hatte die Samtgemeinde vor die Frage gestellt, ob es zwingend ein Neubau werden muss oder auch eine Erweiterungslösung in Betracht käme. Letztlich war es die Feuerwehrunfallkasse, die mit ihrer Beanstandung der nicht mehr den Anforderungen und Vorschriften genügenden Fahrzeughalle die Richtung vorgab.

Den endgültigen Entwurf für den Neubau billigte der nichtöffentliche Samtgemeindeausschuss am 11. Juni 2020. Dieser Beschluss sah – zur großen Verärgerung der Grünen – entgegen der Fachausschussempfehlung eine Gasheizung vor. Er beinhaltete allerdings im Gegenzug auch eine Verdoppelung der installierten Fotovoltaikanlagen-Leistung auf 20 kWp. Der Strom, der demnächst auf dem Dach des neuen Feuerwehrhauses produziert wird, soll reichen, um zumindest den Eigenverbrauch des Gebäudes zu decken.

Ein schöner Tag für die Feuerwehr und die Gemeinde Colnrade.“

Anne Wilkens-Lindemann

Die Baugenehmigung kam im April 2021. Schon im Dezember 2020 hatte die Gemeinde Colnrade ein Bauleitplanverfahren abgeschlossen. „Der B-Plan war nötig. Das Baugrundstück lag im Außenbereich“, erläuterte Bauamtsleiter Jens Hüfner.

Räumlicher Puffer ist eingeplant

Anne Wilkens-Lindemann sprach beim ersten Spatenstich von einem schönen Tag für die Feuerwehr und die Gemeinde Colnrade. Herwig Wöbse dankte für das Bereitstellen des am Kieselhorster Weg gelegenen Baugrundstückes seitens der Mitgliedsgemeinde. „Ganz einfach war’s nicht, aber es hat geklappt“, erwiderte die Bürgermeisterin. Alarmausfahrten dürfen direkt auf die K5 erfolgen (dort ist eine Schranke vorgesehen); die Parkplätze müssen hingegen über den Kieselhorster Weg angefahren werden. Aus Sicht der Feuerwehrunfallkasse sei die Trennung von Zu- und Ausfahrt ideal, sagte Herwig Wöbse.

Hinreichend räumlichen Puffer hat die Samtgemeinde eingeplant. Von der Gesamtnutzfläche des neuen Feuerwehrhauses (759,30 qm) entfallen 333,35 qm auf den Sozialtrakt, 263,40 qm auf die Fahrzeughalle und 162,55 qm auf Dachgeschoss-Lagerraum. Etwa 4 424 Kubikmeter werden umbaut.

Halle in Stahlbauweise

Im künftigen Sozialtrakt sind die Umkleiden und sanitären Anlagen, „Schwarzbereich“ und „Weißbereich“, Schulungs- und Besprechungsraum mit Teeküche (91,48 qm), Raum für die Jugendfeuerwehr und Leitungsbüro verortet. Barrierefreie Eingänge verstehen sich von selbst.

Bernd Siemers aus dem Samtgemeindebauamt ging auf die Bauausführung ein. Zwischen 25 und 30 auszuschreibende und vergebende Gewerke kämen bei einem solchen Vorhaben schnell zusammen, merkte er an. Der Sozialtrakt wird in massiver Bauweise mit zweischaligem Mauerwerk hergestellt. Im oberen Drittel erhält die Außenfassade anstelle der roten Verblendung eine Verkleidung mit gewelltem Stahlblech. Die Dachkonstruktion ist als Sattel- und über der Lagerfläche als Pfettendach (mit Nagelholzbindern im vorderen Bereich) konzipiert. Die Fahrzeughalle mit einem Satteldach in Iso-Paneelen wird in Stahlbauweise realisiert.

Für eine Baustelle, die abgearbeitet ist, kommen meist zwei neue nach.“

Herwig Wöbse

Zur Gesamtmaßnahme gehören ferner 25 Pkw-Stellplätze (und ein barrierefreier Stellplatz) sowie 15 weitere für Fahrräder und – vor der Fahrzeughalle – eine hinreichend große Aufstellfläche.

Die Stärke der Colnrader Einsatzabteilung bewegte sich zuletzt nach Auskunft von Marvin Hartje bei um die 50 Brandschützer. Aktuell seien es 52, darunter elf Frauen. 2022 kämen vier Kameraden aus der Jugendfeuerwehr hinzu. Neuzugänge und Abgänge in die Altersabteilung hielten sich in etwa die Waage.

Danksagungen in alle Richtungen

Ein neues Feuerwehrhaus sei „Mittel zum Zweck“, sagte Wöbse. Es lösche ja schließlich selbst keinen Brand. Das Wichtigste seien die ehrenamtlich Aktiven.

Danksagungen in alle Richtungen machten die Runde. Herwig Wöbse bezog darin an seinem letzten Arbeitstag als Samtgemeindebürgermeister ausdrücklich auch das Bauamt ein. Die Kollegen dort hätten das Bauvorhaben sehr gut begleitet und auf den Weg gebracht. Die Arbeit werde im Übrigen nicht weniger: „Für eine Baustelle, die abgearbeitet ist, kommen meist zwei neue nach.“

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