„Haus der Jugendfeuerwehr“, Gerätewagen Gefahrgut, neue Drohne

Landrat setzt Haken unter drei Projekte

Symbolische Schlüsselübergabe – von links: Heiner Jacobs, Zugführer des Gefahrgutzuges, Landrat Carsten Harings, Kreisbrandmeister Andreas Tangemann und Kreisjugendfeuerwehrwart Werner Mietzon.
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Symbolische Schlüsselübergabe – von links: Heiner Jacobs, Zugführer des Gefahrgutzuges, Landrat Carsten Harings, Kreisbrandmeister Andreas Tangemann und Kreisjugendfeuerwehrwart Werner Mietzon.

Harpstedt/Landkreis – Je einen Haken hat Landrat Carsten Harings am Dienstag während einer Feierstunde in Harpstedt unter drei Projekte mit erheblichem Investitionsaufwand gesetzt: Im Beisein zahlreicher Brandschützer der Leitungsebene übergab er das Kreisjugendzeltplatzgebäude offiziell der Kreisjugendfeuerwehr, den neuen Gerätewagen Gefahrgut (Kosten: über eine halbe Million Euro) der Kreisfeuerwehr und eine Drohne, die mit kombinierter Infrarot-/Restlicht- und Wärmebildkamera bei der Personensuche oder etwa beim Aufspüren von Glutnestern wertvolle Dienste leistet, der Drohnen-Einheit.

Letztere ist wiederum dem Fernmeldezug angegliedert, der nun „Fachzug Information und Kommunikation“ heißt. An den neuen Namen knüpft sich gemäß Vorgabe im Niedersächsischen Brandschutzgesetz ein verändertes Aufgabenprofil. Der bei der Feuerwehr in Ganderkesee stationierte Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) ersetzt ein abgängiges Einsatzfahrzeug, das 1992 in Dienst gestellt worden war.

„Rasch“ ging‘s nur bei einem Projekt

Dass die Kreisjugendfeuerwehr nun in Harpstedt ein eigenes – perfekt geeignetes – Haus für Lagerzwecke, Besprechungen, Versammlungen und Lehrgänge nutzen kann, sei „einmalig in Niedersachsen“, betonte der Landrat. 2019 sei entschieden worden, den Kreisjugendzeltplatz „mitsamt der Gebäudestruktur nicht weiter zu betreiben“. Die Idee, die Liegenschaft der Kreisjugendfeuerwehr zur Verfügung zu stellen, sei im Kreishaus geboren worden. „Nach einem Sondierungsgespräch mit dir wurde sie relativ rasch in die Tat umgesetzt“, sagte der Landrat in Richtung Kreisbrandmeister Andreas Tangemann. Das Wort „rasch“ werde er „nicht oft“ wiederholen, betonte Harings. Damit gab er zu verstehen: Die beiden anderen – nunmehr „abgehakten“ – Investitionen nahmen deutlich mehr Zeit bis zur Realisierung in Anspruch.

Die Drohne leistet etwa beim Aufspüren von Vermissten oder auch Glutnestern wertvolle Dienste.

Eine hilfreiche Vorlage haben wir damals in Brandenburg gefunden. Davon konnten wir einiges abkupfern. Das war wunderbar. Wir brauchten nur ein paar Anpassungen vorzunehmen.“

Carsten Harings

„Die Feuerwehren sind etwas Unbezahlbares. Man kann sie einfach gar nicht hoch genug bewerten. Und wenn wir mit den Investitionen einen Beitrag zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für ihre Arbeit leisten konnten, dann freuen wir uns darüber. Denn das haben sich die Feuerwehren allesamt verdient. Sie machen einen fantastischen Job“, betonte der Noch-Kreishaus-Chef in seiner Überleitung zu „Haken Nummer zwei“: Die Idee für den Gerätewagen Gefahrgut datiere aus dem Jahr 2018. Der GW-G sei dann in den Fahrzeugbeschaffungsplan aufgenommen worden.

„Eine hilfreiche Vorlage haben wir damals in Brandenburg gefunden. Davon konnten wir einiges abkupfern. Das war wunderbar. Wir brauchten nur ein paar Anpassungen vorzunehmen“, erinnerte sich Harings. Die Ausschreibung sei noch einigermaßen zügig über die Bühne gegangen. „Dann kam die Umsetzungsphase. Und dann Corona. Das hat die Lage enorm erschwert. Eine zeitliche Verzögerung war unvermeidlich“, bedauerte der Landrat. Doch nun er ja da: der „neue, zukunftsfähige Gerätewagen Gefahrgut“. Er sei für die Gefahrenabwehr im Landkreis Oldenburg schon im Februar einsatzfähig gewesen. Nun sei es an der Zeit, ihn offiziell seiner Bestimmung zu übergeben.

Ein solches Haus der Jugendfeuerwehr ist einmalig in Niedersachsen.

Landrat Carsten Harings (Kreisbrandmeister Andreas Tangemann wiederholte die Aussage)

Teil des alten Equipments wiederverwendbar

Ein Teil des Equipments stammt vom Vorgängerfahrzeug. Die Ausrüstung reicht von Auffangwannen für austretende Stoffe über Materalien zum Abdichten von Leckagen und explosionsgeschützten Pumpen bis hin zu Chemieschutzanzügen sowie Geräten und Materialien zur Festellung/Messung von Radioaktivität und Gefahrstoffen (etwa in Rauchgasen). Der GW-G, den alle Feuerwehren im Landkreis auch für Übungszwecke nutzen, rückt nicht bei jeder Gefahrgut-Schadenslage aus, sondern erst ab einem bestimmten „Stichwort“ – einer gewissen „Signifikanz“. Laufen beispielsweise nach Verkehrsunfällen nur kleine Kraftstoffmengen aus einem Tank, bekommen die Ortsfeuerwehren das allein in den Griff. Zu den häufiger vorkommenden Ereignissen zählen auch Gasaustritte. Der GW-G fährt nach Einschätzung von Gefahrgutzugführer Heiner Jacobs jährlich im Schnitt etwa zehn Einsätze. Den Bereich Dekontamination decke der GW Logistik ab, das „Schwesterfahrzeug“.

Beim Löchroboter fehlt der „Haken“ noch

„Die Kreisfeuerwehrführung übernahm im Oktober 2019 den Auftrag, eine Drohne für die Kreisfeuerwehr einzuführen“, merkte Carsten Harings zu Projekt Nummer drei an. Erst im März 2021 seien die ersten Drohnenpiloten ausgebildet worden. „Da hatten wir schon ein Jahr Corona hinter uns“, so der Landrat. Er äußerte sich zuversichtlich, dass nach seinem Ausscheiden als Hauptverwaltungsbeamter weitere „Haken“ gesetzt werden können – und hatte dabei etwa eine Löschroboter-Investition im Hinterkopf.

Andreas Tangemann dankte Landrat, Kreistag und Kreisverwaltung herzlich für die Umsetzung der Projekte: „Ich denke, wir werden das alles gut einsetzen können. Wir können den GW-G gebrauchen, die Drohne ebenfalls, und das Haus der Kreisjugendfeuerwehr nutzt natürlich auch die Kinderfeuerwehr mit“, sagte er.

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