Ferienspaß soll auch die Lust aufs Mitmachen in geplanter Jugendgruppe wecken

Kinder begeistern sich für die Arbeit des Rettungsdienstes

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Spannende Einblicke in die Arbeit des Rettungsdienstes gewährten die Malteser Mädchen und Jungen während einer Ferienspaß-Veranstaltung. Davon erhofften sie sich auch Zulauf für die geplante Harpstedter Jugendgruppe.

Harpstedt - Von Anja Rottmann. Spannende Einblicke in die Arbeit des Rettungsdienstes haben 16 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 13 Jahren während einer Ferienspaß-Veranstaltung gewonnen. Die Malteser versprechen sich davon Zulauf und einen Multiplikator-Effekt: Sie wollen Nachwuchs für sich begeistern und bemühen sich um den Aufbau einer Harpstedter Jugendgruppe.

Die personellen Weichen dafür sind gestellt. Jugendgruppenleiter gibt es mit Maximilian Oebker, Henrik Schröder, Niclas Neuhaus sowie Juliane Weber bereits. Sie teilten die Ferienspaß-Kiddies bei der Rettungswache in Harpstedt in drei Gruppen ein, um allen die Möglichkeit zu bieten, in kleineren Runden alles Wissenswerte mitzubekommen. Die Kinder bekamen den Rettungswagen gezeigt und erklärt, wozu die mitgeführten Geräte, etwa Sauerstoffflaschen, EKG- und Blutdruckmessgerät, nötig sind. Auch die Notfalltasche schauten sich die Mädchen und Jungen an. Es gibt sogar eine Kindernotfalltasche mit den gleichen Utensilien, nur in kindgerechter Form. Lea (13) fiel ein speziell geformtes Teil ins Auge. „Was wird denn damit gemacht?“, erkundigte sie sich. „Das ist eine Vakuumschiene, die wir bei Brüchen des Unterschenkels benutzen. Sie ist mit kleinen Kügelchen gefüllt. Wenn sie angepasst ist, wird die Luft abgesaugt, und die Schiene wird hart. Damit lässt sich das Bein ruhig stellen“, erläuterte Henrik Schröder.

Ein besonderes Highlight war das „Probeliegen“ auf der Trage. Nacheinander bekamen die Kiddies Gelegenheit, sich draufzulegen; die anderen aus der Gruppe schnallten den jeweiligen „Patienten“ fest, ehe der in den Rettungswagen geschoben wurde. „Was glaubt ihr, was solch eine Trage kostet?“, wollte Juliane Weber wissen. Die Kinder schätzten munter drauflos. Auf die tatsächliche Summe, die zwischen 7000 und 8000 Euro liegt, kam keiner.

„Besonders wichtig ist es, mit den Patienten zu reden, wenn sie auf der Trage liegen. Sie können ja nur nach oben schauen und bekommen somit gar nicht mit, was passiert“, sagte Weber. Im Gruppenraum erklärte Maximilian Oebker den Defibrillator. „Wie schnell schlägt denn mein Herz?“, wollte Emil wissen. Im Normalfall etwa 65 Mal pro Minute, lautete die Antwort. Nachdem Emil einige Runden gelaufen und mit Bewegungen den „Hampelmann“ nachempfunden hatte, lag sein Puls bei 162. „Alles ganz normal“, versicherte Oebker.

Sodann wurden die Kinder in mehrere Fahrzeuge verfrachtet. In der Sporthalle in Groß Ippener warteten verschiedene Sportaktionen auf die Gruppe. Für zwischenzeitliche Stärkungen standen Getränke und Süßigkeiten bereit. Nach dem Rücktransport zur Rettungswache konnten die Eltern erschöpfte, aber mit viel neuem Wissen ausgestattete Kids in Empfang nehmen.

Eine Sache lag Oebker besonders am Herzen: „Wir haben ja vor einigen Wochen versucht, eine neue Jugendgruppe auf die Beine zu stellen. Leider kamen nur drei Jungen zum Schnuppertag. Es wäre toll, wenn sich aufgrund unserer heutigen Aktion weitere Kinder dazu entschlössen, bei uns mitzumachen“. Körperliche oder geistige Handicaps sind dabei kein Hindernis – und auch Kinder mit Migrationshintergrund willkommen. Lernen wollen die Malteser in der „Nachwuchsabteilung“ mit Spiel und Spaß verquicken. Sie planen Teilnahmen an Zeltlagern und Sportveranstaltungen, aber auch Gruppenabende, Ausflüge und vieles mehr. Ebenso möchten sie den Kontakt zur Jugendfeuerwehr und anderen Jugendgruppen suchen. „Die Kids lernen, wie schön es ist, anderen zu helfen“, so Maximilian Oebker.

Fest steht bis jetzt nur, dass die Gruppentreffen freitags abgehalten werden sollen. Ob die Jugendgruppe der Malteser wirklich zustande kommt, wird sich zeitnah entscheiden und dann auch über die Zeitung publiziert. Die vier Betreuer machten jedenfalls deutlich, dass sie sich „mega freuen“ würden, wenn daraus etwas wird. „Das wäre eine tolle Sache“, hieß es.

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