Claus Przygodda möchte die Wirtschaft in der Samtgemeinde Harpsedt stärken

FDP-Kandidat für mehr Eigenverantwortung

FDP-Kandidat Claus Przygodda.

Harpstedt - Schon seit er in seiner Jugend Zeitungen ausgetragen hat, ist Claus Przygodda an Politik interessiert. „Vor dem Austragen habe ich jede Zeitung von vorne bis hinten gelesen“, erzählt Przygodda, der für die FDP bei der Wahl zum Samtgemeinderat kandidiert. „Bis heute hat sich das nicht geändert. Nur den Sportteil lese ich nicht so gründlich.“ Doch sein Interesse geht über die Lektüre der Tageszeitung hinaus – mehrere Regalmeter füllen Bücher zu Politik.

In den 1970er-Jahren sei es Willy Brandt gewesen, der ihn schließlich für die Parteiarbeit begeisterte. „Brandt hat die Menschen richtig mitgerissen, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, so Przygodda. Nachdem aber Helmut Schmidt, Brandts Nachfolger im Amt, als Bundeskanzler gestürzt wurde, verließ Przygodda die SPD: „Die Partei ist mir damals zu weit nach links gerückt.“ Von da an unterstützte er die FDP, trat den Liberalen jedoch erst 2004 bei. „Mir gefällt einfach der liberale Grundgedanke: Eigenverantwortung. Man braucht nicht für jede Angelegenheit einen Funktionär oder Gesetze“, erläutert er seine Haltung. Przygodda, der seit 1982 in Harpstedt wohnt, ist seit 51 Jahren in der Tabakbranche tätig. „Jeder weiß, dass rauchen schädlich ist. Aber erwachsene Menschen sollten aufgeklärt werden und ihre eigenen Entscheidungen treffen.“ Nach der deutschen Wiedervereinigung führte ihn sein Beruf für drei Jahre nach Ostdeutschland. Dort baute er einen Vertrieb auf. „Bei der Arbeit in der ehemaligen DDR wurde mir nochmal klar, wie wichtig eine freie Marktwirtschaft ist. So etwas gab es dort natürlich nicht. Aber der Mittelstand ist schließlich das Fundament unseres Wohlstandes“, erzählt er. Der Vater zweier Kinder ist seit 22 Jahren selbstständig. Mit einer seiner Töchter arbeitet er auch zusammen. Deßhalb tritt er dafür ein, dass die hiesige Wirtschaft gestärkt und Unternehmen angelockt werden.

„Mit Wirtschaft und Finanzen kenne ich mich gut aus. Auch zur Haushaltspolitik kann ich viel beitragen“, sagt er. Konkret könne er sich einen Wirtschaftsbeauftragten vorstellen, der sich um Neu-Ansiedlungen von Unternehmen kümmert.

Außerdem plädiert der 69-Jährige für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gemeinden: „Durch eine bessere Koordination in Wirtschaftsbelangen, wie bei Bau von Gewerbeflächen, würden alle profitieren.“

Przygodda will auch junge Menschen für den liberalen Gedanken begeistern und erhofft sich von ihnen ein stärkeres Engagement. „Junge Leute müssen in den Rat. Sie können eine Menge Ideen einbringen, insbesondere was neue Technologien angeht.“ Für Harpstedt wünscht er sich auch eine Belebung der Kultur. „Wir haben eine sehr lebens- und liebenswerte Samtgemeinde, aber etwas mehr kulturelle oder auch gastronomische Vielfalt wäre schön“, so der Kandidat. „Das könnte auch den Tourismus ankurbeln.“ - pp

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