Samtgemeinde zahlt einen hohen Preis für Freibadsaison gemäß „Corona-Regeln“

Fast 80 Prozent weniger Einnahmen als 2019

Der Sprungturm und alle weiteren Attraktionen mit Fun-Faktor blieben in der Saison 2020 gesperrt.  
foto: boh
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Der Sprungturm und alle weiteren Attraktionen mit Fun-Faktor blieben in der Saison 2020 gesperrt. foto: boh

Harpstedt – Stark eingeschränkte Aufenthaltsdauer als Folge von Blockzeiten, im Kreis schwimmen, sich in einem „Zelt“ umziehen, vorgeschriebene Laufwege einhalten, auf sämtliche Fun-Faktoren wie Rutschen und Sprungturm komplett verzichten... All das hat im Coronajahr 2020 bei unveränderten Eintrittspreisen natürlich nicht dazu beigetragen, das erst am 8. Juni in die Saison gestartete Harpstedter Rosenfreibad zu einem Besuchermagneten zu machen.

Pandemiebedingt wollte die Samtgemeinde das allerdings auch gar nicht. Die Kommune strebte das genaue Gegenteil an: möglichst wenige Besucher. Maximal 100 durften sich zeitgleich in der weiträumigen Anlage aufhalten. Die attraktiven Nachmittagsöffnungszeiten am Wochenende fielen „ins Wasser“. An eine Pool-Party war überhaupt nicht zu denken. Die Massen trotz eines guten Sommers fernzuhalten, hat unterm Strich geklappt. Die Kehrseite der Medaille bekam die Samtgemeinde allerdings in barer Münze zu spüren. Sie verkaufte an nur 112 (2019: 128) Öffnungstagen bei insgesamt 74,80 Prozent weniger Besuchern (gegenüber dem Vorjahr) 70,03 Prozent weniger Dauer-, 69,58 Prozent weniger Zehner-, 53,01 Prozent weniger 20er- und 57,23 Prozent weniger 30er-Karten. Bei den Einzelkarten fiel das Minus mit sage und schreibe 89,25 Prozent noch schmerzlicher aus.

Die Gesamteinnahmen lagen mit 37 315 Euro nur noch im unteren bis mittleren fünfstelligen Bereich. Sie bewegten sich um 79,25 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Ein hoher Preis für die Dankbarkeit derer, die das Freibad trotz aller Beschränkungen gern nutzten. Und ein kleines finanzielles Desaster vor dem Hintergrund, dass sich der jährliche Zuschussbedarf ohnehin zwischen 300 000 und 500 000 Euro bewegt.

Die Aussichten für 2021? Auf eine „normale“ Saison darf die Samtgemeinde im kommenden Jahr wohl nicht hoffen. Corona ist nicht aus der Welt. Es wird dauern, bis die Impfwilligen „durchgeimpft“ sind. Eine Normalisierung des Alltags scheint noch in weiter Ferne. Allerdings weiß die Wissenschaft inzwischen mehr über das Sars-CoV-2-Virus als im vergangenen Frühling – auch, dass die Infektionsgefahr im Freien weitaus geringer ist als in geschlossenen Räumen. Wenn es erneut eine Saison mit Einschränkungen und Abstandsgeboten geben sollte, dann vielleicht mit über 100 „erlaubten“ Besuchern zeitgleich. Viel mehr als das erscheint zumindest gegenwärtig, in der „zweiten Welle“ und im neuerlichen Lockdown, kaum vorstellbar.

Erst im kommenden Jahr, voraussichtlich im Frühling, entscheidet sich auch, ob sich die Hoffnung auf einen (45-prozentigen) Zuschuss aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ für ein Bündel von Maßnahmen erfüllt, das einen entscheidenden Beitrag dazu leisten könnte, das Rosenfreibad zukunftsfähig zu machen. Das geschnürte Paket mit einem geschätzten Gesamtkostenvolumen von rund 1,6 Millionen Euro sieht über die nötige Erneuerung des Schwimmerbecken-Technikkellers hinaus auch einen neuen Sprungturm, eine elektronische Eingangskontrollanlage einschließlich eines separaten Ausgangstores, eine Remise zur Lagerung von Gerätschaften und eine Aufsichtsplattform für die Badeaufsicht vor. Ohne Geld vom Bund müsste die Samtgemeinde allerdings sicherlich „abspecken“.  boh

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