Warnschild sorgt in sozialem Netzwerk für große Debatte

Fangeisen: Viel Aufregung um nichts

Dieses Schild, gesehen im Gebiet „Große Höhe“, löste eine aufgeregte Online-Debatte aus. Foto: Rauch

Harpstedt – Das Foto eines Schilds im Waldgebiet „Große Höhe“, das vor Fangeisen warnt, hat im sozialen Netzwerk Facebook in den vergangenen Tagen für Aufregung gesorgt. Inzwischen ist klar, dass die Aufstellung dieser Fallen – unter bestimmten Bedingungen – erlaubt ist. Außerdem habe sich herausgestellt, dass in dem Bereich gar keine Fangeisen platziert waren, sagt der Sprecher des Landkreises.

Die Reaktionen auf das am vergangenen Sonntag unter anderem in der Gruppe „Weltstadt Harpstedt“ gepostete Bild waren zahlreich und kritisch. „Pervers und absolut zu verachten“, schrieb eine Frau. „Wer soll denn mit solchen Fallen gequält werden?“, fragte ein Mann. Andere mahnten zur Ruhe: „Was regt ihr euch so auf, wer sich an die Regeln hält, dem passiert auch nichts. Nie abseits der Wege und Hunde an die Leine. Ganz einfach.“

Laut Friedrich Hollmann, Kreisjägermeister des Landkreises Oldenburg, ist es „absolut erlaubt“, Fangeisen aufzustellen. „Jetzt ist die Zeit, in der die Fangjagd auf Raubwild, also Marder oder Füchse, betrieben werden darf“, erläutert Hollman. Die Saison dauere noch bis Januar.

Für die Aufstellung gelten dem Kreisjägermeister zufolge klare Regeln: Die Fallen müssen in sogenannten Fangbunkern platziert werden, deren Deckel abschließbar sein muss. Es handele sich dabei um eine Art kleinen, befestigten Erdkeller, der aus Holz oder Beton hergestellt sein könne. Ein Köder soll die Tiere anlocken. „Wichtig ist, dass ein Deckel drauf ist, damit Unbefugte nicht zu Schaden kommen“, erklärt Hollmann. Zum Schutz von Spaziergängern oder größeren Tieren seien die Eingänge der Falle zudem so gestaltet, dass diese nicht zufällig hineintreten könnten.

Es gebe prinzipiell zwei Arten von Fallen, erläutert der Kreisjägermeister: Schlag- oder Fangeisen, die die gejagten Tiere töten, und Kastenfallen, in denen sie lebend gefangen werden. Laut Auskunft des Landkreises sind hingegen Tellereisen, wie sie auf dem fotografierten Warnschild als Symbol zu sehen sind, in Deutschland nicht erlaubt. Diese Abbildung habe offenbar zu Irritationen geführt, was den Grundstücksbesitzer nun dazu motiviert habe, die Aushänge abzuändern, erläuterte der Landkreissprecher weiter.

Bei einem Rundgang hätten der Jagdpächter und seine Mitpächter vor Ort im Jagdrevier Annen/Ortholz zudem keine Fallen gefunden. Das sei aber schlussendlich irrelevant, da der Grundstücksbesitzer einen Fallenschein habe und demzufolge berechtigt sei, die Fangjagd auszuüben, heißt es von Seiten des Landkreises.

Außerdem sei es nicht Aufgabe der Jagdbehörde, die Aufstellung von Fangeisen zu kontrollieren – diesem Fall sei man nur wegen der Anfragen der Bürger nachgegangen, sagt der Sprecher.  

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