Gesangsverein gründete sich 1841

MGV "Liedertafel" Harpstedt feiert 175. Geburtstag

Zur Jubiläumsfeier anlässlich seines 175-jährigen Bestehens brachte der Männergesangverein „Liedertafel“ Harpstedt auch sein Maskottchen mit. Kleines Foto: Landrat Carsten Harings (l.) gratulierte Chorleiter Bernd Gerke. - Fotos: Nosthoff

Harpstedt - Von Anja Nosthoff. Welche Tradition hinter dem Männergesangverein (MGV) „Liedertafel“ Harpstedt steht, macht allein schon das hohe Alter des Chors deutlich, der am Sonntagnachmittag in der Harpstedter Christuskirche sein 175-jähriges Bestehen feierte.

Das Kreisgruppenkonzert der Sängerkreisgruppe Klosterbach–Delme bildete dafür einen sehr würdigen Rahmen. Beteiligt waren neben der „Liedertafel“ selbst auch die gemischten Chöre aus Harpstedt, Bramstedt und Bassum, der MGV „Liedertafel“ Bassum und eine Reihe von Musikern.

Hunderte Gäste fanden sich zur „Feier des Tages“ im Gotteshaus ein. Passend zum Anlass begrüßte sie die Harpstedter „Liedertafel“ mit einem Geburtstagslied, das Mitglied Karlheinz Poggenburg eigens zum Jubiläum geschrieben hatte. Ziemlich baff zeigte sich kurz darauf MGV-Leiter Bernd Gerke, der nach dem Eingangsstück eigentlich mit seiner offiziellen Begrüßung fortfahren wollte. Doch seine Sänger hatten anderes im Sinn: Sie überraschten ihn mit einem kleinen Extra-Song, den sie ohne sein Wissen zusätzlich einstudiert hatten.

Ihr Motto unterstrich die „Liedertafel“ gesanglich im zweiten offiziellen Stück deutlich, das die Grußworte der Ehrengäste einleitete: „Singen, klingen, Freude bringen“ schallte es aus den Männerkehlen. Während die Zuhörer mit Begeisterung lauschten, hielt das Stofftiger-Maskottchen des 1841 aus der Taufe gehobenen Vereins vom Ehrenplatz auf dem Flügel ein wachsames Auge über alles.

„Guter Gesang wischt Staub von der Seele“

Nach diesen ersten Darbietungen schlug die Stunde von Landrat Carsten Harings, der gratulierte und obendrein ein Präsent überbrachte. Er war sich in seinem Grußwort sicher, dass der MGV nicht nur eine große Tradition mitbringt, sondern dass ihm – allen Nachwuchssorgen zum Trotz – eine gute Zukunft sicher ist. „Ihr seid innovativ, ihr seid vielseitig, und ihr habt auch noch Glück“, unterstrich er. Letzteres in Anspielung auf den Glücksbringer und Bernd Gerkes Anekdote, wonach der Männergesangverein den Stofftiger an einer Losbude gewonnen hatte.

„Ein guter Gesang wischt den Staub von der Seele“, zitierte Harings Christoph Lehmann. So mache auch die „Liedertafel“ mit ihrem Gesang das Leben ein Stück heller. „Mit eurer Musik bereitet ihr euren Zuhörern Freude. Und auch euch selbst“, betonte der Kreishaus-Chef. Das sei immens wichtig, denn „was die Sonne für die Natur ist, ist die Freude für unser Leben“, sagte Harings.

Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse erinnerte daran, in welcher Epoche der Männergesangverein seine Geburtsstunde erlebte. „Es war die Zeit Napoleons, aber auch die Zeit von Biedermeier und Bürgertum, in der die Musik volkstümlicher wurde. Die großen Komponisten schrieben nicht mehr nur klassische Opern und Operetten, sondern ebenso Musik, die damals die Herzen der Bürgersleute erfreuen sollte“, so Wöbse. So habe Hoffmann von Fallersleben 1841, im Gründungsjahr der „Liedertafel“ Harpstedt, auf Helgoland das Lied der Deutschen gedichtet, von dem die dritte Strophe bekanntlich die Nationalhymne der Bundesrepublik ist.

Das musikalische Programm ließ nach den Grußworten in seiner Vielseitigkeit nichts zu wünschen übrig. „Jubilate Coeli“ und „The Prayer“ stimmten sogar alle Chöre gemeinsam an. Der Gemischte Chor Harpstedt begeisterte unter anderem mit dem Ostpreußenlied, die „Liedertafel“ Bassum mit „Domine, pacem da nobis“, der Gemischte Chor Bramstedt mit „This ol‘ hammer“ und der „Madenballade“, der Gemischte Chor Bassum indes mit „Frühlingsluft“ sowie dem „Ungarischen Tanz“.

Die „Liedertafel“ Harpstedt präsentierte bei ihrem Schlussauftritt unter anderem auch den Disney-Hit „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem berühmten Zeichentrickstreifen „Das Dschungelbuch“, der gerade in einer neuen Leinwandfassung – als Realfilm – eine Renaissance erlebt.

Vor dem Nachhauseweg sangen alle Chöre und die Konzertgäste gemeinsam noch das traditionelle „Der Mond ist aufgegangen“.

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