Kinder und Jugendliche beobachten Wildtiere 

Falknerin zieht mit Habicht „Jule“ Aufmerksamkeit auf sich

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„Jule“, ein 18-jähriger Habicht von Falknerin Claudia Hantelmann, war der Star der Ferienspaßaktion. 

Kirchseelte - Tiere in freier Wildbahn erleben – für diese Art von Naturerfahrung hat der Hegering Harpstedt am Freitagabend im Rahmen des Ferienspaßprogramms der Jugendpflege Harpstedt (JuH) und des Samtgemeinde-Jugendrings rund 25 Mädchen und Jungen „erwärmt“. 

Beim Dorfgemeinschaftshaus in Kirchseelte traf sich der begeisterungsfähige Nachwuchs. Ferngläser erwiesen sich als unentbehrliche Utensilien für die Wildbeobachtung. „Das ist schon die fünfte Ferienspaßaktion dieser Art in der Regie des Hegeringes“, verriet Jens Witte, Obmann für die Öffentlichkeitsarbeit.

25 Kinder und Jugendliche freuten sich darauf, Wildtiere in freier Natur zu beobachten. 

Die Jäger nahmen die Kinder grüppchenweise mit auf den Hochsitz. Bevor es losging, begrüßten die Jagdhornbläser die Teilnehmer zünftig-waidmännisch. Im Anschluss sorgte Falknerin Claudia Hantelmann aus Asendorf für das erste Highlight des Abends. Sie hatte ihren 18-jährigen Habicht „Jule“ mitgebracht und berichtete über ihre Arbeit. „Wir nutzen unsere Greifvögel zur Beizjagd“, erläuterte sie. Über „Jule“ verriet sie schmunzelnd: „Manchmal pickt sie am Ohr.“ Zusammen mit ihren Ehemann züchtet Claudia Hantelmann Greifvögel – vom Habicht bis hin zum Falken. „Es kostet zwar viel Zeit, die Tiere zu pflegen und zum Jagen heranzuziehen, doch es macht auch sehr viel Spaß“, ließ sie wissen.

Die aufwendige Beizjagd ist mittlerweile vergleichsweise selten geworden. Dabei blickt sie auf eine beeindruckend lange Geschichte zurück. Einst wurde sie in einem Gebiet, das von der heutigen Türkei bis nach China reichte, intensiv gepflegt. Schon Marco Polo, der sich im 13. Jahrhundert am Hof des Kublai Khan aufgehalten haben soll, berichtete, dieser sei mit 10  000 Falknern aufgebrochen, um Wolf, Fuchs und Hase zu bejagen. Diese Zahl ist nach Einschätzung von Experten vermutlich zu hoch gegriffen. Gleichwohl sollen dem Hofstaat des Mongolenherrschers imponierend viele Falkner angehört haben.

Marvin (8) aus Harpstedt zeigte sich begeistert über Claudia Hantelmanns Einblicke in die Falknerei und die Beizjagd. „Ich habe gar nicht gewusst, dass es so etwas gibt“, staunte er. „Ich möchte jetzt vor allem gern Tiere wie Hase und Wildschwein in der freien Natur sehen“, freute sich unterdessen die neunjährige Daria auf das, was kommen sollte.

Sodann ertönte das Signal zum Aufbruch. Die Kinder zogen mit ihren Betreuern in den Wald, um unter anderem vom Hochsitz aus die Natur zu beobachten. „Bei dieser Aktion steht ausdrücklich nicht das Jagen im Vordergrund. Wir wollen Wissen über die Natur – über Flora und Fauna – weitergeben. Die Kinder sollen bei dieser Gelegenheit auch erzählt bekommen, was Blühflächen sind, warum wir sie anlegen und welchen Nutzen sie erfüllen“, erläuterte Hegeringleiter Rudolf Alfken. Als die Kinder loszogen, schweifte ihr Blick immer wieder auch in den Himmel, um Ausschau nach Vögeln zu halten. Am Ende konnten sie am Infomobil der Landesjägerschaft Oldenburg–Delmenhorst nachvollziehen, welche Tiere sie selbst gesehen hatten – und welche nicht. Das Echo der Kinder fiel sehr positiv aus. „Mir hat es gut gefallen, wie alles erklärt wurde“, urteilte etwa der zehnjährige Mirco. Mit einem Grillen in gemütlicher Runde endete die Ferienspaßaktion. 

jb

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