Harpstedter warnt vor mieser Masche

Fake-SMS als fiese Falle mit fatalen Folgen

Fake-Kurznachrichten wie diese bekam auch Wolf Müller (rechts) auf sein Smartphone. Er tappte nicht in die Link-Falle.
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Fake-Kurznachrichten wie diese bekam auch Wolf Müller (rechts) auf sein Smartphone. Er tappte nicht in die Link-Falle.

Harpstedt – Davor müsse die Öffentlichkeit gewarnt werden, sagt Wolf Müller. Der Harpstedter spielt auf eine miese Masche von Cyberkriminellen an, die immer mehr um sich greift.

„Ihr gekauftes Geschenk wurde abgeschickt“, „ihr Paket wird heute von DHL abgeschickt“, „der Kurier hat das Paket empfangen“ – über Kurznachrichten dieser Art auf seinem Smartphone wunderte sich Müller kürzlich. „Das habe ich auch schon erlebt“, erzählte ihm ein Bekannter aus seinem Wohnort. Jemand anderes bekam wiederum einen angeblichen Besuch aus Hongkong mitgeteilt. Wolf Müller vermied es, einen Link zu öffnen, der ihm vorgaukelte, mehr zum vermeintlich versandten Paket zu erfahren. Er tappte nicht in die „Smishing“-Falle, die Cyberkriminelle gerade während des Online-Versandbooms in der Pandemie mit Vorliebe auslegen.

Mit dem Streuen von Schadsoftware verdienen die Betrüger Geld. Dieses „Phishing“ via gefakten SMS, die grundsätzlich neugierig machen, hat mitunter fatale Folgen: Wird der dazugehörige Link geöffnet, hackt die Malware das Handy und nimmt beispielsweise kostenpflichtige Dienste von Drittanbietern in Anspruch, die dann der Geschädigte auf seiner Telefonrechnung wiederfindet. Manche Schadprogramme sollen sogar in der Lage sein, Einmalpasswörter abzufangen – beispielsweise für das Onlinebanking oder andere Zwei-Faktoren-Authentifizierungen. Ein 37-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen erlebte, wie – ohne eigenes Wissen – sein Smartphone rund 1700 SMS verschickte und 77 Anrufe veranlasste.

Raffiniertes Schneeballprinzip

Die kriminelle Masche funktioniert nach einem raffinierten Schneeballprinzip: Die Schadsoftware greift die auf dem Handy gespeicherten Kontakte ab. Automatisch erhalten dann eben diese Personen, also für gewöhnlich Freunde, Bekannte und Verwandte, ebenfalls je eine Fake-Kurznachricht, sogar mit persönlicher, oft aber merkwürdiger Anrede – etwa: „Hallo, Rolfs Mutter“ oder „Hallo, Klaus D2“.

Betrüger reagieren sehr flexibel

Verbraucherzentralen raten dazu, in den Messenger-App-Einstellungen festzulegen, dass Nachrichten ausschließlich von den auf dem Smartphone gespeicherten Kontakten empfangen werden können. Die Cyberkriminellen passen sich dem veränderten Verbraucherverhalten an: Sie streuen die Schaftsoftware mittlerweile weniger per Mail, dafür mehr per SMS/Kurznachricht. Und die Fake-Botschaften, die zum Öffnen des Links verführen sollen, ändern sich laufend. Da kann es auch etwa heißen: „Vielen Dank! Ihr Termin ist bestätigt.“ Für den Fall, dass der Empfänger den Link geöffnet hat, raten Landeskriminalämter dazu, das Smartphone in den Flugmodus zu schalten und den Mobilfunkprovider zu informieren. Mitunter ist es erforderlich, das Gerät auf Werkseinstellungen zurückzusetzen.

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