Fahrdienst darf gern noch verstärkt werden

Dünsen – „Dieses Fahrzeug darf und kann auch von Frauen gefahren werden!“, spielte Bürgermeister Hartmut Post am Freitag während der offiziellen Fahrzeugschlüsselübergabe für das Dünsener Bürgerauto bei der Zufluchtskirche (wir berichteten) auf den aktuell ausschließlich männlichen Fahrdienst an. „Wir haben zwar schon eine ganze Menge Ehrenamtliche, aber wir können noch zusätzliche gebrauchen.“ Freiwillige mögen sich an Fahrdienstleiter Hartwig Jabusch unter Telefon 0172/425 69 33 wenden. Diese Rufnummer gilt ebenso für die Zielgruppe, also für nicht so mobile Dünsener, die kostenfrei im Rahmen von Sammelfahrten zum Arzt, zur Apotheke, ins Krankenhaus, zur Tafel oder zum Einkaufen befördert werden wollen. Jabusch sammelt die „Bestellungen“ und koordiniert die Fahrtermine. In der „Telefonzentrale“ unterstützt ihn seine Frau Karin. Post weiß von älteren Mitbürgern, die sich etwas zieren, Handy-Anschlüsse anzurufen. Für Besorgnis sieht er aber in diesem Fall überhaupt keinen Grund.

„Das wäre für Dünsen das Richtige“, hatte sich Post schon 2016 gedacht, als er im Sozial- und Gesundheitsausschuss des Landkreises erstmals vom Förderprogramm „Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum“ hörte. Für das Bürgerauto sprach keineswegs nur die in Aussicht gestellte 80-prozentige Förderung durch den Bund, sondern auch ein großer Vorteil gegenüber der vormals diskutierten, aber wieder verworfenen Bürgerbus-Option: Die Nutzer werden direkt vor der Haustür abgeholt und dort wieder abgesetzt; das Erfordernis, Haltestellen einzurichten, entfällt. Das von der Klimaschutzbeauftragten Manuela Schöne und von Rabea Beyer (Gesundheitsamt) begleitete Projekt will „Menschen mobil machen“ und zugleich den CO2-Ausstoß durch Bildung von Fahrgemeinschaften mindern. Neben dem Klimaschutzaspekt gibt es einen ursächlichen Bezug zur „Gesundheitsregion Landkreis Oldenburg“: Die Bürgerautos im Landkreis, unter anderem auch für Kirchseelte, resultieren nicht zuletzt aus Überlegungen über die Frage, wie es gelingen kann, Bürger mit eingeschränkter Mobilität die Beförderung zu Ärzten, Apotheken und Kliniken zu ermöglichen. In Dünsen stellte Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse das Projekt im Herbst 2016 vor. Nach, so Post, „kritischen, aber berechtigten Fragen“ stimmte der Rat dem Bürgerauto Anfang 2017 einstimmig zu. Antragstellung und Ausschreibung liefen über den Landkreis. Für die hilfreiche Begleitung und Unterstützung ließ Post Herwig Wöbse (aktuell im Urlaub) über dessen Stellvertreter Stefan Wachholder ein Dankeschön ausrichten. Dank zollte er zudem Manuela Schöne und Rabea Beyer, die beide ebenfalls nicht zugegen waren.

Nachdem 2017 aus Berlin die Förderzusage des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gekommen war, hatte Dünsen lange auf das Bürgerauto warten müssen. Erst im April 2019 konnten Jabusch und Post den Siebensitzer mit E-Antrieb, einen Nissan e-NV 200, aus Emstek abholen. Die Infrastruktur an der Zufluchtskirche mit Carport und Ladestationen (zwei für E-Autos, drei für E-Bikes) war zu diesem Zeitpunkt längst hergestellt.  boh

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