Fällungen am Grenzweg Klosterseelte/Katenkamp

Warum mussten Bäume weichen?

Bei diesem Anblick blutete Günter Kastendieck das Herz: Links gefällte – wenngleich kranke – Birken, rechts eine geschlagene Eiche.
+
Bei diesem Anblick blutete Günter Kastendieck das Herz: Links gefällte – wenngleich kranke – Birken, rechts eine geschlagene Rotbuche, befallen von Weißfäule.

Update vom 24. Februar: Dass Kirchseeltes Bürgermeister Klaus Stark von einer am Grenzweg Klosterseelte/Katenkamp entdeckten – abgesägten – „Eiche“ nichts wusste, verwundert nun nicht mehr.

Denn Günter Kastendieck, der auf den Stamm aufmerksam geworden war, hatte sich bei der Bestimmung der Baumart vertan. Es handelte sich um eine Rotbuche – nicht um eine Eiche. Forstexperten ist das anhand des rechtsseitigen Fotos zu unserem Bericht „Warum mussten Bäume weichen?“ aufgefallen. Förster Heinz-Dieter Tegtmeier aus Syke bemerkte auf dem Bild obendrein einen schwarzen Kranz um den Stammkern. Das sei ein typisches Zeichen für relativ weit fortgeschrittene Weißfäule. Tegtmeier nannte den Baum mit Blick auf die Standfestigkeit eine „tickende Zeitbombe“.  Förster Heinz-Dieter Tegtmeier aus Syke bemerkte auf dem Bild obendrein einen schwarzen Kranz um den Stammkern. Das sei ein typisches Zeichen für relativ weit fortgeschrittene Weißfäule. Tegtmeier nannte den Baum mit Blick auf die Standfestigkeit eine „tickende Zeitbombe“. Klaus Stark weiß inzwischen: „Die Buche wurde, weil sie stark geschädigt war, auf einem Privatgrundstück in Klosterseelte gefällt.“ Der Baum sei dann zum Grenzweg verbracht worden, um gemeinsam mit den dort gefällten Birken zu Hackschnitzeln verarbeitet zu werden.

Harald Fischer, Forstamtmann i.R. und Anlieger des Bremer Wegs, teilt Tegtmeiers Einschätzung. Er geht jeden Tag in der Klosterseelter Feldmark spazieren. Ihm fielen daher – wie Günter Kastendieck – die gefällten Bäume auf. Auf dem Zeitungsfoto, das die Rotbuche zeigt, könne man bereits erkennen: Der Baum sei vom Weißfäulepilz befallen. Dies setze sich in der gesamten Baumlänge bis in die Krone fort. Eine derart befallene Buche werde „sehr schnell ihre Standfestigkeit verlieren“. Insofern sei die Fällung aus Verkehrssicherungsgründen „sicher notwendig und gerechtfertigt“ gewesen, so Fischer. Dass die Birken, wie in unserem Artikel beschrieben, krank gewesen seien, bestätigte er. Ebenso die Klarstellung der Redaktion, wonach die Verkehrssicherungspflicht auch für wenig frequentierte Wege gilt. „Sollte es zu einem Schadensfall kommen, fragt der Richter zuerst nach der regelmäßigen Baumkontrolle und den entsprechenden Protokollen. Wenn man die als Grundeigentümer nicht vorweisen kann, hat man schlechte Karten in dem Verfahren“, weiß Fischer. Er fände es schön, so merkt er abschließend an, wenn der Eigentümer „dort als Ersatz Eichen pflanzen würde“.

Ursprünglicher Artikel: Klosterseelte/Katenkamp – Warum dürfen Birken an der stark befahrenen Landesstraße 338 zwischen Dünsen und Kirchseelte wachsen und gedeihen, während sie an einem ziemlich unbedeutenden Feldweg in Klosterseelte abgeholzt werden? Das fragt sich Günter Kastendieck aus Klosterseelte. Der 74-Jährige geht momentan viel spazieren. Corona setze sportlichen Aktivitäten ja enge Grenzen, sagt Günter Kastendieck. Gefällte Bäume lassen sein Herz bluten. Und so war er natürlich nicht erfreut, als er vergangene Woche am Grenzweg zwischen Klosterseelte und Katenkamp mehrere gefällte Birken erblickte. Nur eine einzige sei verschont geblieben, erzählt er. Die Stämme der geschlagenen Birken waren schon „portioniert“, was auf eine etwaige Verwendung als Feuerholz hindeutete. Die Gemeinde Kirchseelte hat nach Kastendiecks Kenntnis in der Vergangenheit Einzelpersonen immer wieder mal Fällgenehmigungen erteilt. Die Birken hatten an einer Abzweigung des Moorweges zum Klosterbachtal gestanden. Dieser Feldweg auf der Grenze zwischen Klosterseelte und Katenkamp „ist von Acker und Waldflächen umgeben“, sagt Kastendieck. Dass die gefällten Birken krank gewesen sind, lassen faule Stellen im Stamm erkennen. Das ist auch dem Spaziergänger nicht entgangen. Der Weg habe aber keine verkehrliche Bedeutung. Dort sei so gut wie niemand unterwegs. Folglich wäre es nicht schlimm, wenn mal ein kranker Baum umfiele. Gleichwohl: Die kommunale Verkehrssicherungspflicht gilt auch für kaum in Anspruch genommene Wege.

Gefällte Eiche gibt Rätsel auf

Zusätzlich entdeckte Kastendieck eine dicke abgesägte Eiche, die ihm Rätsel aufgibt. Er konnte ihren ursprünglichen Standort nämlich nicht ausmachen. Krank ist sie nach Einschätzung des Klosterseelters nicht gewesen: „Für mich sieht der Stamm kerngesund aus“, sagt Kastendieck. Ob die abgesägten Bäume von Kirchseelter oder Bassumer Territorium stammten? Das sei nicht leicht zu beantworten, weil die Gemeindegrenze in dem Bereich „verspringt“.

Die Birken standen im Bayrischen Moor auf Bassumer Seite. 

Kirchseeltes Bürgermeister Klaus Stark

Dazu Kirchseeltes Bürgermeister Klaus Stark: „Die Birken standen im Bayrischen Moor auf Bassumer Seite. Der Besitzer der Fläche, ein Landwirt, hat über den benachbarten Kirchseelter Landwirt Bescheid gegeben, dass er sie fällen wird. Sie hätten während der Fällung auf den Weg fallen können, der wiederum zum Kirchseelter Gemeindegebiet gehört. Der Weg wird eigentlich nur von Landwirten genutzt.“ Von einer geschlagenen Eiche war Stark indes nichts bekannt.

Es treffe zu, dass die Gemeinde Kirchseelte Bäume, „die dringend gefällt werden müssen“, zur Fällung an Privatpersonen freigebe. Letztere müssten aber Einwohner der Gemeinde Kirchseelte sein und obendrein einen gültigen Motorsägenschein vorweisen. In diesem Winter seien solche Genehmigungen allerdings nicht erteilt worden. „Und es gab auch keine Anfrage aus der Bevölkerung“, betont Stark.  

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Vettel ohne Chance bei nächstem Hamilton-Sieg

Vettel ohne Chance bei nächstem Hamilton-Sieg

Linke Demos zum 1. Mai - Krawalle in mehreren Städten

Linke Demos zum 1. Mai - Krawalle in mehreren Städten

Meistgelesene Artikel

Update am Samstag: Corona-Inzidenzwert sinkt erneut

Update am Samstag: Corona-Inzidenzwert sinkt erneut

Update am Samstag: Corona-Inzidenzwert sinkt erneut
Zeltverleiher schaltet um in Krisenmodus

Zeltverleiher schaltet um in Krisenmodus

Zeltverleiher schaltet um in Krisenmodus
Auf Standstreifen am Stau vorbei: Dreiste Fahrt führt zu Prügelei auf A1

Auf Standstreifen am Stau vorbei: Dreiste Fahrt führt zu Prügelei auf A1

Auf Standstreifen am Stau vorbei: Dreiste Fahrt führt zu Prügelei auf A1

Kommentare