Der Harpstedter Existenzgründer Thomas Rosik setzt voll auf Wein / „Ich verkaufe lieber etwas Spezielles“

Expansion in der Nische

Stolz präsentiert Thomas Rosik einen seiner edlen Tropfen.

Harpstedt - HARPSTEDT (dn) · In gewissem Sinne könnte man Thomas Rosik als Idealisten bezeichnen. 2005, als Finanzkrise und Kreditknappheit noch nur in der Theorie existierten, machte der Bankangestellte mit seiner Frau Anne in Harpstedt einen kleinen Weinladen auf, weil das ein kleiner Traum für ihn gewesen war. Nebenberuflich, und alles in finanzieller Eigenregie, versteht sich.

„Damals haben wir mit ungefähr 30 Weinen angefangen“, erinnert er sich, „seitdem sind wir ständig größer geworden.“ Nach fünf Jahren ist aus dem kleinen Weinladen ein Feinkostgeschäft geworden, das seine Palette über die inzwischen über 200 Weine auch auf Tees, Gewürze und andere Spezialitäten ausgeweitet hat. Im Schatten der Supermarktriesen Aldi, Netto und Co. hat Thomas Rosik eine Nische im Harpstedter Einzelhandel entdeckt – und fühlt sich dort pudelwohl. Die Finanzkrise? Kennt er nur aus Erzählungen. „Was die Krise angeht“, sagt er, „kann ich nicht mitreden. Wir werden weiter wachsen.“ Eine exemplarische kleine Expansion inmitten der großen Depression.

Und Konkurrenz hat der gebürtige Bremer vorerst nicht zu fürchten. Dass auch die Supermärkte ihre Weinabteilungen seit Jahren aufrüsten, kümmert Rosik kaum. Was er hat, gibt es bei den Albrecht-Brüdern nicht. „Im Prinzip“, erklärt er, „überschneiden sich unsere Sortimente eher selten.“ Sein Angebot liegt jenseits der Massenware und, wie er betont, „fängt auch bei kleinen Preisstufen an. Normalerweise findet jeder das, was er sucht.“

Das stärkste Argument, das er gegen die großen Märkte ins Feld führen kann, ist allerdings der persönliche Kontakt. „Wer zu uns kommt“, meint er stolz, „wird individuell beraten. Wir haben jeden Wein verkostet und können zu jedem Anlass den richtigen Tipp geben.“

Umsatzmäßig wird er freilich nie mit den Großen des Konsumgüterhandels mithalten können, doch auch, wenn er von seinem Laden allein noch nicht leben kann: Von Neid ist Thomas Rosik weit entfernt. „Ganz ehrlich: Ich verkaufe lieber etwas Spezielles, von dem ich weiß, dass es gut ist. Ich kann mich mit meinem Produkt identifizieren.“

Eines fällt allerdings auf: Die meisten seiner Waren scheinen eher für die kalte Jahreszeit geeignet zu sein. Der heiße Tee, der Rotwein am Kamin. Wird der tropische Sommer da zur Konjunkturbremse? „Im Gegenteil“, sagt Rosik, „wir bieten jetzt auch Eistee an. Und der schlägt bei der Hitze voll ein.“ Auch als Monopolist in der Nische muss man schließlich manchmal flexibel sein.

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