Mit dem Radweglückenschluss ist so bald nicht zu rechnen

Von Reckum bis Colnrade: Exakter Trassenverlauf steht noch nicht fest

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Bei der scharfen Kurve in Reckum endet der Radweg, der bis Colnrade verlängert werden soll. Die zu schließende Lücke ist etwa sechs Kilometer lang. 

Dass sie Mittel für den Radweglückenschluss entlang der Kreisstraße 5 von Reckum bis Colnrade einplanen müssen, ist der Samtgemeinde Harpstedt sowie den Mitgliedskommunen Winkelsett und Colnrade schon länger klar. Der Landkreis Oldenburg räumt dieser Maßnahme Priorität ein. Im Radwegebauprogramm belegt sie den ersten Platz. Wer daraus aber nun schließt, dass sehr bald die Bagger anrücken, sieht sich getäuscht.

Reckum/Colnrade - Ann-Christin Gajda aus der Kreisstraßenverwaltung ließ sich am Mittwoch auf Nachfrage unserer Zeitung nur ungern eine Antwort auf die Frage entlocken, wann mit dem Baubeginn zu rechnen sei. Dass es womöglich erst 2022 losgeht, schloss sie nicht aus. „Wegen der umfangreichen Planung, die wir nun erst einmal zum Abschluss bringen müssen, können wir uns noch nicht auf einen genauen Zeitrahmen für die Umsetzung festlegen“, sagte sie.

Der Maßnahme geht außerdem ein Planfeststellungsverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange voraus. „Das dauert erfahrungsgemäß etwa ein Dreivierteljahr“, so Gajda. Es gebe generell die Option eines Plangenehmigungsverfahrens. Das sei eine vereinfachte, weniger aufwendige Variante. „Bei Neubauten von Radwegen führt der Landkreis Oldenburg aber in der Regel Planfeststellungsverfahren durch“, erläuterte die Mitarbeiterin der Kreisverwaltung.

Last but not least muss die Finanzierung gesichert sein. Der Landkreis erhofft sich, die Kosten für den Lückenschluss zu 60 Prozent aus Mitteln nach dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (NGVFG) decken zu können. 25 Prozent hätte er dann selbst beizusteuern. Die übrigen 15 Prozent verblieben bei der Samtgemeinde Harpstedt (7,5 Prozent) und den beiden Mitgliedskommunen, die das Bauvorhaben tangiert.

Die Mittel, die vom Land kommen sollen, seien im laufenden Kalenderjahr bis zum 30. September für das Folgejahr zu beantragen; das gehe aber erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens, so Gajda. Eine aussagekräftige Kostenschätzung für die rund sechs Kilometer Radweg gibt es bislang nicht. Und ob die erhofften NGVFG-Mittel wirklich 60 Prozent der Kosten decken werden, bleibe abzuwarten: „Das müssen wir der Bewilligung entnehmen, so sie wir sie bekommen.“ Die Frage, in welchem Maße Grunderwerb nötig ist, kann Gajda derzeit nicht beantworten. Im Zusammenhang mit der Planung würden aktuell „verschiedene Punkte einer genaueren Prüfung oder Variantenbetrachtung“ unterzogen. Will heißen: Der exakte Trassenverlauf steht noch nicht fest.

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