Evangelische Christusgemeinde startet mit neuem Konfirmandenunterrichtsmodell durch

Auf ein Jahr gestrafft und dabei phasenweise projektorientiert

Harpstedt - Verabschiedet hat sich die evangelische Christusgemeinde Harpstedt von dem bisherigen Konfirmandenunterrichtsmodell, das ursprünglich vier und zuletzt noch drei Jahre bis zur Einsegnung umfasste. Damit gehören nun die „Mini-Konfirmanden“ der Vergangenheit an.

Bislang haben Elternteile Jugendlichen in der Schuljahrgangsstufe sechs Konfirmandenunterricht erteilt. Das fällt nun weg. In den vergangenen Jahren sei es immer schwieriger geworden, Mütter für den Unterricht zu finden, spricht Pastorin Elisabeth Saathoff aus Erfahrung. Sie hat nach der Visitation von 2013 zusammen mit weiteren Kirchenvorsteherinnen ein neues Modell entwickelt, das sehr „kompakt“ daher kommt. Zwischen der Gruppeneinteilung und der Konfirmation liegt künftig nur noch ein Jahr. Damit entspreche die evangelische Gemeinde dem Wunsch nach einer Straffung, den sowohl Eltern als auch Jugendliche geäußert hätten.

Doch auch inhaltlich unterscheidet sich das Modell von seinem „Vorgänger“. So werden die Konfirmanden künftig zeitweise projektorientiert arbeiten – unter anderem mit dem Ziel, dass sie die Gemeinde mit ihren Chören, Arbeitsgemeinschaften und Gruppen besser kennenlernen und sich gegebenenfalls später auch selbst für andere engagieren. „Wir freuen uns schon darauf, alles etwas breiter zu fächern“, sagt Pastorin Saathoff. Ein „ganz großer Wunsch“ sei die Konfirmandenfreizeit gewesen. Die werde es nun wieder geben, und zwar nach den Sommerferien. Ein weiteres Anliegen setzt die Gemeinde mit der Einbindung jugendlicher Teamer um – auch mit dem Hintergedanken, in diesem Bereich etwaigen Nachwuchs zu rekrutieren.

In diesem Jahr liegen nur gut 50 Konfirmanden-Anmeldungen vor. Das dürfte für die Startphase von Vorteil sein, vermutet Pastorin Saathoff. Am 19. April treffen sich die neuen Konfirmanden um 17 Uhr in der Christuskirche, wo im Anschluss die Gruppeneinteilung erfolgt. Am 1. Mai werden sie und ihre Eltern an selber Stelle im 10-Uhr-Gottesdienst begrüßt.

Die erste Unterrichtsphase unter der Leitung der Pastorinnen und Pastoren währt bis zu den Sommerferien; sie beinhaltet auch zwei Konfirmanden-Nachmittage. Über den Sommer folgen das projektorientierte Arbeiten und die Freizeit. Danach werde es eine weitere Unterrichtsphase unter Pastoren-Leitung geben, erläutert Elisabeth Saathoff. Das neue Modell ist keineswegs schon in Stein gemeißelt. Es wird zunächst für ein Jahr erprobt. „Wir hoffen danach auf ein großes Feedback der Konfirmanden und der Eltern. Wir werden uns dann auf jeden Fall zusammensetzen, um zu schauen, an welchen Stellen es womöglich noch Nachbesserungsbedarf gibt“, kündigt Elisabeth Saathoff an. Das Modell mit kompetenter Beratung von Pastor Albert Gerling-Jacobi vom Kirchenkreis Syke-Hoya zu erarbeiten, sei eine durchaus „spannende Sache“ gewesen, findet sie.

Auf die – teils auch themenbezogene – Projektarbeit kommt die Kirchengemeinde zu gegebener Zeit zurück.

boh

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