Etwaige Fahrzeugbeschaffungen beschäftigen am Dienstag den Fachausschuss

Zwei Feuerwehren drängen auf Ersatz für ELW/MTF

Harpstedt/Ippener - Von Jürgen Bohlken. Sollen die beiden Stützpunktfeuerwehren Harpstedt und Groß Ippener Ersatz für ihre in die Jahre gekommenen Einsatzleitwagen/Mannschaftstransportfahrzeuge (ELW/MTF) bekommen?

Mit dieser Frage befasst sich am Dienstag, 3. November, der Feuerschutz- und Rettungswesenausschuss des Samtgemeinderates, der ab 19 Uhr im Harpstedter Hotel „Zur Wasserburg“ öffentlich tagt.

Beide Wehren müssen häufiger zu Unfällen auf der A1 ausrücken. Dort dürfen die Brandschützer aber nicht die Rettungsgasse mit privaten Autos befahren, um zur Einsatzstelle zu gelangen. Von daher sind sie auf Kleinbusse für den Mannschaftstransport angewiesen. Über ELW heutigen Standards verfügen Harpstedt und Ippener derzeit nicht. Müssen sie aber auch nicht laut Feuerwehrverordnung. Obligatorisch ist ein ELW nämlich nur für Kommunen mit Schwerpunktfeuerwehr. Dazu zählt die Samtgemeinde Harpstedt nicht.

Gut ausgestattete Einsatzleitwagen verfügen heute über Internet und E-Mail-Account, Fax und aufwendiger Funktechnik. Das dient einerseits der Abstimmung mit Polizei und Rettungsdienst im Einsatzgeschehen, andererseits der bisweilen nötigen schnellen Informationsbeschaffung – etwa nach Gefahrgutunfällen auf der Autobahn.

Das Harpstedter Fahrzeug, ein VW-Bus, war 1996 gekauft worden, und zwar bereits gebraucht. Mittlerweile ist es laut Ortsbrandmeister Eric Hormann an Schwellern und Radläufen durchgerostet. Der Ippener ELW1, Baujahr 1989, fällt ebenfalls in die Kategorie „Youngtimer“. 2013 stufte der Landkreis ihn zum MTF ab. Nach Darstellung von Ortsbrandmeister Hergen Horstmann kann die Einsatzsicherheit nicht mehr sichergestellt werden.

Beide Fahrzeuge sind eigentlich „nur“ noch MTF und werden auch für den Mannschaftstransport genutzt.

Genau da liegt aber der Hase im Pfeffer. Weil Mannschaftstransportwagen nicht zur Pflichtausstattung zählen, trägt die Samtgemeinde die Anschaffungskosten dafür eigentlich nicht. Die Freiwilligen Feuerwehren Beckeln, Colnrade, Kirch- und Klosterseelte sowie Prinzhöfte-Horstedt mussten die Mittel irgendwie selbst zusammenkratzen und sich um Spenden oder auch Zuwendungen seitens der jeweiligen Mitgliedsgemeinde bemühen.

Die Samtgemeindeverwaltung schätzt die Kosten je Ersatzbeschaffung (Gebrauchtfahrzeug) auf rund 30000 Euro – und die Nutzungsdauer auf etwa 20 Jahre. Angesichts der schwierigen Haushaltslage (wir berichteten gestern) dürfte der Etat nicht genügend Spielraum für beide Beschaffungen binnen eines Jahres lassen.

Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse deutete am Dienstag während eines Pressegespräches an, er persönlich könne sich eine gesplittete Finanzierung vorstellen, so dass beispielsweise 50 Prozent der Kosten die Samtgemeinde trüge und die andere Hälfte aus der Mitgliedsgemeinde (aus dem Gemeindesäckel und/oder Spenden) käme.

Rubriklistenbild: © Jantje Ehlers

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