Etliche Ehrungen im Rahmen des Bataillonsappells auf dem Harpstedter Marktplatz für langjährige aktive Teilnahme am Schiebenscheeten

Oberst Rolf Ranke begrüßt 471 Ausmarschierer

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Bürgermeister Werner Richter (links) ehrte die Bürgerschützen, die seit 40 Jahren mit ausmarschieren, im Beisein „ihrer“ Korporäle.

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. 471 Bürgerschützen hat Oberst Rolf Ranke gestern Vormittag beim Bataillonsappell im Rahmen des Harpstedter Schiebenscheetens auf dem Marktplatz willkommen geheißen. Es sei ein „herrlicher Anblick“, so viele schön geschmückte Ausmarschierer und zahlreiche Gäste versammelt zu sehen. „Und es wäre ja auch schade, wenn wir alle, besonders auch die Korporäle mit Mannschaften, alles vorbereitet hätten und keiner kommen würde“, fuhr er fort.

Sodann machte sich der Oberst ein Bild davon, ob die vorangegangene Schnellausbildung der Rekruten in den vier Rotts von Erfolg gekrönt war. Die „Schiebenscheeten-Auszubildenden“ hätten ja vermutlich schon so manches Stoßgebet gen Himmel gesandt – in der Hoffnung, die Tortur möge bald ein Ende haben. „Und sie hat ein Ende gefunden! Ihr dürft euch jetzt einmal hier vorn aufstellen und zeigen, was ihr draufhabt“, so Ranke weiter. Nachdem die Rekruten einige Kommandos wie das Präsentieren des Gewehrs zu seiner vollen Zufriedenheit ausgeführt hatten, durften sie sich beim Genuss einen „Kräutertrunks“ verbrauchte Energie sogleich zurückholen.

Fleckenbürgermeister Werner Richter machte indes in Reimen Lust auf das Schiebenscheeten. „Über 500 lange Jahre gibt es diese Feier schon. Dass auch die Zukunft sie bewahre! Sagt der Vater zu dem Sohn: ,Marschier‘ mit aus und mache mit, und bring mir gerne mit nach Haus mit ganz beschwingtem Schritt die Königswürde. Nur einmal ist sie zu erringen, denn zweimal wird dir‘s nicht gelingen‘“, dichtete der Bürgermeister.

Besonders viele Namen fanden sich auf der Liste der zu ehrenden Ausmarschierer wieder: Werner Richter zeichnete Jürgen Mahlstedt, Dieter Meyer (beide II. Rott), Hartmut Schmidt, Horst Bokelmann, Harald Platzeck, Klaus Brodowski und Michael Voß (alle III. Rott) sowie Günter Lorenz und Uwe Ihmels (beide IV. Rott) aus, die allesamt seit 40 Jahren aktiv am Harpstedter Bürgerschützenfest teilnehmen.

Der Oberst ehrte Günter Wöbse (I. Rott), Franz Zawodny (III. Rott) und Siegfried Wessel (IV. Rott) für jeweils 50 Jahre. In den Genuss einer Auszeichnung kamen zudem vier Bürgerschützen, die schon seit 60 Jahren mit ausmarschieren, namentlich Hans Bädeker (I. Rott), Claus Lampe (II. Rott), Hans Hibbe (III. Rott) und Heinrich („Heini“) Barlage (IV. Rott).

Die zu Ehrenden würdigte Ranke mit ein paar persönlichen Worten. Günter Wöbse habe sich als ganz aktiver Feuerwehrmann ehrenamtlich engagiert und „auch vielen Menschen geholfen“. Franz Zawodny sei an der Seite von Wilfried Finke lange Jahre Trommler gewesen – und zwar noch zu Zeiten, als es nur zwei Trommler gab. Der Name Siegfried Wessel sei vielleicht nicht so vielen Bürgerschützen bekannt, sein „Utschenker“-Spitzname „Bur“ hingegen sehr geläufig. Hans Bädeker habe in der Vergangenheit beim Schiebenscheeten diverse Aufgaben wahrgenommen, so der Oberst. Er sei Trommler gewesen, zudem auch schon Korporal des I. Rotts, und er habe obendrein als „Prager“, also als Mitglied der Festkapelle, das Fest bereichert. „Du warst stellvertretender Ortsbrandmeister und hast in deiner aktiven Zeit das Nachhausebringen des Königs im Feuerwehrauto begleitet“, merkte Rolf Ranke zu Heinrich Barlage an. Claus Lampe sei indes lange Jahre Korporal im II. Rott gewesen und führe heute bei passenden Gelegenheiten „interessierte Leute auf den Kirchturm der Christuskirche“. „Du wirst für 60 Jahre Ausmarschieren geehrt. Ich selbst kann für 39 Jahre bestätigen, dass du als aktiver Bürgerschütze im III. Rott mit ausmarschiert bist“, so der Oberst in Richtung Hans Hibbe. „Bleibt alle gesund – und unserem Fest auch weiterhin so treu!“, gab Ranke den Jubilaren mit auf den Weg.

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