Alfkens Hof beginnt Ernte

Erster Spargel Ende März: „Das gab’s bei uns noch nie“

Unter drei Lagen Folie liegt der Spargel, der am frühesten geerntet werden soll. „Schon beim ersten Stechen fällt diesmal eine recht große Menge an“, sagt Sonja Alfken (l.), die Alfkens Hof gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Christopher Hermann (r.) bewirtschaftet, nach wie vor aber auch tatkräftige Unterstützung von ihren Eltern Thea und Rudolf Alfken bekommt. - Foto: Bohlken
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Unter drei Lagen Folie liegt der Spargel, der am frühesten geerntet werden soll. „Schon beim ersten Stechen fällt diesmal eine recht große Menge an“, sagt Sonja Alfken (l.), die Alfkens Hof gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Christopher Hermann (r.) bewirtschaftet, nach wie vor aber auch tatkräftige Unterstützung von ihren Eltern Thea und Rudolf Alfken bekommt.

Gross  Köhren - Von Jürgen Bohlken. Nie zuvor hat Alfkens Hof in Groß Köhren so früh wie in diesem Jahr den ersten Spargel ernten können. Die zurückliegenden Tage mit reichlich Sonnenschein sowie nahezu frühsommerlichen Temperaturen brachten den entscheidenden Schub.

Und so bietet der Hofladen das edle Gemüse erstmals schon am letzten März-Tag an. „Der früheste Verkaufsstart in der Vergangenheit, an den ich mich erinnern kann, fiel auf den 5. April“, sagt Sonja Alfken.

Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Christopher Hermanns bewirtschaftet die 30-jährige Gartenbauingenieurin den Hof, der seinen Spargel an vielen Stellen in den Landkreisen Oldenburg und Diepholz vermarktet, teils sogar in Bremen. Darüber hinaus beliefert der Betrieb die Gastronomie; in der Samtgemeinde Harpstedt zählen „Hackfeld’s Dorfkrug“ und das Gasthaus Wülfers sowie das „Landhaus Dünsen“ zu den Abnehmern.

Etwa 30 großräumig „verteilte“ Hütten sollen bis spätestens Ostern nach und nach mit dem Verkauf der Stangen beginnen. Auch auf dem Harpstedter Wochenmarkt wird es zeitnah Spargel des Groß Köhrener Direktvermarkters geben. „Voraussichtlich erstmals in der Woche vor Ostern“, schätzt Sonja Alfken.

Schon zum ersten Stechen falle diesmal eine recht große Menge an. Daher sei es besonders wichtig gewesen, schnellstens Erntehelfer zu bekommen.

25 Erntehelfer für rund 25 Hektar Anbaufläche

Insgesamt 25 Kräfte benötigt der Hof in der Saison für die rund 25 Hektar Spargelanbaufläche in den Ortschaften Groß und Klein Köhren, Winkelsett und Klein Henstedt. „Sie rechnen für gewöhnlich damit, ab Anfang April auf den Feldern arbeiten zu können. Haben sie Bescheid bekommen, wann’s losgehen soll, müssen sie sich aber zunächst jeweils um einen Platz in einem der verkehrenden Shuttle-Busse bemühen. Bis sie aus Polen hier angekommen sind, vergehen daher schon zwei oder drei Tage. Zum Glück hat alles noch gut geklappt, und sie konnten rechtzeitig anfangen“, atmet Sonja Alfken auf.

Wie sehr die Zeit drängte, lässt sich daran ersehen, dass die Erntehelfer, die am Mittwoch eintrafen, bereits am Morgen darauf den ersten Spargel stachen. Nach und nach und stoßen nun weitere hinzu. Die anstrengende Arbeit auf den Alfkenschen Feldern leisten ausschließlich Männer – durch die Bank polnischer Herkunft.

„2016 konnten wir erst rund drei Wochen später als in diesem Jahr mit dem Stechen beginnen“, erinnert sich Sonja Alfken. Die „verlorene Zeit“ sei nicht wettzumachen, zumal das Ende der Ernte mit dem Johannistag, 24. Juni (Johanni), mehr oder weniger fix sei. Nach hinten hinauszögern lasse sich dieser Termin bestenfalls um eine Woche, sofern ein Bauer eine Fläche habe, auf der er im Folgejahr „nicht erneut stechen“ wolle.

Um den ersten Spargel so früh wie möglich von den Feldern holen zu können, setzen nicht nur Alfkens, sondern auch viele Berufskollegen mittlerweile auf eine „Dreifachabdeckung“ einiger Anbauflächen. Damit soll erreicht werden, viel Sonnenwärme auf die Dämme zu bekommen. Eine dickere Folie, auf der einen Seite weiß und auf der anderen schwarz, bildet die untere „Lage“. 

Sie wird bei Bedarf gewendet, je nachdem, ob sie die Sonnenstrahlen absorbieren oder reflektieren soll. Aktuell liegt die schwarze Seite oben. Auf jener Teilanbaufläche, die zuerst abgeerntet wird, befindet sich auf den Dämmen zusätzlich ein transparenter Folientunnel mit „Gewächshaus-Effekt“. Darüber wiederum liegt eine dritte Folie. Die deckt jeweils gleich zwei Dämme ab und bewirkt, dass die Stangen im günstigen Fall noch ein paar Tage früher an der Oberfläche „kratzen“.

Erdbeerverkauf ab Anfang Mai?

Die Preise für das königliche Gemüse dürften sich in etwa auf dem Vorjahresniveau bewegen; der Spargel werde wohl jedenfalls nicht teurer, wagt Sonja Alfken eine vorsichtige Prognose. Die letztjährige Ernte sei nur durchschnittlich gewesen. Der grüne Spargel, hierzulande wenig nachgefragt, mache lediglich etwa einen Hektar der Anbaufläche aus.

Schon in den nächsten Wochen beginne wieder der Anbau; erst ab dem dritten Jahr sei auf diesen Spargelfeldern aber der volle Ertrag zu erzielen, erläutert Sonja Alfken. Das Aufdämmen geschehe für gewöhnlich im Februar.

Erdbeeren baut der Hof Alfken bekanntlich ebenfalls an. Die Pflanzen in den Tunneln haben sich bislang sehr gut entwickelt. Die Familie Alfken hofft bei den Erdbeeren auf einen Verkaufsstart um den 1. Mai herum.

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