400 Händler und bis zu 15.000 Besucher beim Hökermarkt in Colnrade

Die ersten Stände wurden bereits am Vortag aufgebaut

Die Gruppe „Acompasso“ aus Wildeshausen spielte vor dem Feuerwehrhaus in Colnrade auf.

Colnrade - Von Dierk Rohdenburg. Wenn in Colnrade bereits um 5 Uhr Menschen mit Taschenlampen durch die Gassen geistern, der „Dorfkrug Unter den Linden“ belegte Brötchen und Gulaschsuppe offeriert und die Malteser mit 14 Leuten vorfahren, dann ist wieder Hökermarkt angesagt. Auch gestern war zeitweise kaum ein Durchkommen in den engen Straßen zwischen Kirche und Feuerwehrhaus.

„Die ersten Händler waren sogar schon am Sonntagnachmittag da und haben ihre Stände aufgebaut“, erzählte Marktmeister und stellvertretender Ortsbrandmeister Karl-Heinz Hartje. Viele hätten dann in ihren Autos übernachtet, um morgens die ersten Besucher empfangen zu können.

Was die Faszination des Flohmarktes auf dem Dorf ausmacht, ist schwer zu sagen. Vermutlich ist es eine Mischung aus echtem Trödel, gewerblichem Handel, attraktiven Imbissständen, gemütlichen Gastronomieangeboten, entspannter Stimmung und der Gelegenheit, Menschen zu treffen, die man möglicherweise ein Jahr nicht mehr gesehen hat. Wer allerdings plauschen wollte, musste ein wenig zur Seite gehen, da er sonst an den meisten Stellen den Strom der Schnäppchenjäger aufgehalten hätte. Manchmal war es gar nicht so leicht, direkt an die Stände heranzukommen, weil der Weg versperrt war. Besonders eng wurde es zudem, als die Wildeshauser Sambagruppe „Acompasso“ aufspielte und zu den Trommelschlägen „Hökermarkt“ rief. Da blieben viele stehen.

„Alles ruhig“, vermeldeten die Malteser gegen Mittag. Bis auf einen umgeknickten Fuß mussten sie sich um nichts kümmern. Da mit Rettungsfahrzeugen keine Chance auf ein Durchkommen bestand, waren mehrere Erstversorgertrupps unterwegs. „Außerhalb des Marktes haben wir dann Punkte, wo wir an die Rettungsdienste übergeben können“, so Einsatzleiter Roman Kaminski. Auch die Feuerwehr war als Ausrichter sehr entspannt. „Es läuft alles gut – auch mit den Parkplätzen“, berichtete Hartje. Er schätzte, dass bis zu 15 000 Besucher nach Colnrade kamen. Die mussten allerdings ab dem Mittag in Kauf nehmen, dass es leicht zu regnen begann. Die meisten der 400 Standbetreiber hatten mit Folien vorgesorgt. Manch einer hatte allerdings zu dieser Zeit auch schon einiges verkauft, sodass gar nicht mehr viel auf dem Tisch lag.

Besonders beliebt war wieder das Fahrrad-Karussell von Rolf Dunger aus Barnstorf. Zu Melodien wie „Ein Vogel wollte Hochzeit halten“ drehten sich die Pferde angetrieben durch Körperkraft. Die Fahrt war kostenlos. „Aber gegen Spenden wehre ich mich nicht“, erklärte Dunger lächelnd.

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