Anlieger des Wochenendgebietes Siek wünschen keine Umwandlung in ein Wohn- oder Mischgebiet

Erschließungskosten und höhere Grundsteuer? Nein, danke!

Ergebnisoffen diskutierten Ausschuss und Anlieger.

Kirchseelte – Permanentes Wohnen am Meisen- und Dompfaffenweg in Kirchseelte ist eigentlich unzulässig. Der Bereich liegt in einem Wochenendgebiet. Zwar haben einige langjährige Anlieger in ihren Baugenehmigungen ein Dauerwohnrecht zugestanden bekommen. Für das Gros gilt das aber nicht.

Bislang wurde der Ist-Zustand toleriert. Verstöße gegen die Vorgaben des geltenden B-Plans (Nr. 15), wiederholte Anträge auf Befreiung von darin festgeschriebenen Regelungen und Ärger der Bewohner mit dem Bauordnungsamt haben die Gemeinde Kirchseelte nun ermuntert, die Diskussion mit den Betroffenen offen zu führen. „Wir kämen nicht auf die Idee, vielleicht etwas ändern zu wollen, wenn die Dinge so liefen, wie wir uns das vorstellen“, sagte Bürgermeister Klaus Stark am Mittwoch im Bau- und Planungsausschuss. 

Nach einem ergebnisoffenen Gedankenaustausch zeigten sich die Politiker und die etwa 20 anwesenden Bürger angetan von dem von Sachlichkeit geprägten Gesprächsklima. Der Ausschussvorsitzende Marko Kleinert (CDU) ermunterte die „Sieker“ sogar zu einer Kandidatur für ein Mandat. Es fände es wünschenswert, wenn das Wochenendgebiet mit Sitz und Stimme im Rat vertreten wäre. Letztlich gab der Ausschuss den Anliegern etwas zum Nachdenken mit auf den Heimweg – zum Nachdenken darüber, wohin aus ihrer Sicht die Reise gehen soll. Wollen sie den Ist-Stand bewahren, dann setzt das voraus, die Vorgaben des B-Plans zu akzeptieren, obgleich die Festsetzungen sie stark einengen. „Straßenseitig sind nur Einfriedungen aus Holz (naturfarben, dunkelbraun) bis zu einer maximalen Höhe von 0,8 Metern (...) und Hecken zulässig“, heißt es da etwa. Oder auch: „Nebengebäude sind freistehend zu errichten.“

Die Alternative zum Ist-Stand wäre eine Umwandlung des Wochenend- in ein Wohn oder Mischgebiet. Vorteile: Das permanente Wohnen wäre legalisiert. Der geänderte B-Plan ließe mehr gestalterische Freiheiten zu. Das Gebiet bekäme Straßenlaternen, vielleicht sogar neue Straßen. Kehrseite der Medaille: Die Anlieger hätten weit mehr Grundsteuer zu zahlen, und bei Erschließungsmaßnahmen würden 90 Prozent der Kosten auf sie umgelegt.

Zwar gab es abweichende Meinungen, aber in der Tendenz sprachen sich die Betroffenen gegen die Umwandlung in ein Wohn- oder Mischgebiet aus. Anwohner Peer Schmidt brachte die Befürchtungen auf den Punkt: „Von einer Umwandlung hätten wir nur Nachteile. Wir würden für die Erschließung zur Kasse gebeten – in einem enorm großen Umfang.“ Die große finanzielle Hürde wäre für einen Großteil der Anlieger, die keineswegs alle „mit dem goldenen Löffel in der Hand zur Welt gekommen sind“, nicht „zu wuppen“. Existenzen stünden auf dem Spiel. „Ist das der Weg?“, fragte Schmidt. Welchen Weg die Politik beschreiten wird, ist indes überhaupt noch nicht absehbar.  boh

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