Schutzhütte wird ein Raub der Flammen

Erneut macht Brandanschlag ehrenamtliche Arbeit zunichte

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Das Feuer ist aus – und das Ergebnis ernüchternd. Schon beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatte die Schutzhütte in voller Ausdehnung gebrannt. - Foto:

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Schon wieder ist die „Rentnerbänd“ der Fördergemeinschaft Koems offenbar Opfer eines Brandanschlags geworden: In der Nacht zum Mittwoch ging die Schutzhütte am Horstedter Weg in Flammen auf. Direkt geschädigt ist der Flecken Harpstedt als Eigentümer, indirekt hingegen die Koems-Seniorenarbeitsgruppe, die viele ehrenamtliche Stunden in das Gebäude investiert hatte.

„Die Hütte hat jemand bewusst angesteckt. Da bin ich mir hundertprozentig sicher. Ich glaube aber nicht, dass der Brandstifter der ,Rentnerbänd’ gezielt eins auswischen wollte. Ich will dieses Gefühl auch gar nicht erst aufkommen lassen“, kommentierte Bernhard Wöbse, Sprecher der „Rentnerbänd“, den äußerst ärgerlichen Vorfall. Ärgerlich schon deshalb, weil die Seniorengruppe das Dach erst 2016 in ehrenamtlicher Arbeit erneuert hatte. „Vor Jahren hatten wir schon mal Bänke und Tische dafür hergestellt. Die Gemeinde übernahm damals die Materialkosten“, so Wöbse.

Bei Eintreffen der Feuerwehr war die Hütte bereits zusammengefallen

Am 16. Juni 2015 musste die rege Donnerstagsgruppe der Fördergemeinschaft Koems schon einmal erleben, wie ein noch immer nicht ermittelter Täter die Früchte ihrer Arbeit zerstörte: Der Unbekannte steckte seinerzeit den Holzlager-Unterstand auf dem Koems-Gelände an. Der ist inzwischen komplett wieder aufgebaut.

Erst 2016 hatte die „Rentnerbänd“ die Hütte neu eingedeckt – und einige Jahre zuvor Mobiliar dafür gefertigt.

Bei aller Wut, allem Ärger und Frust kommt es Bernhard Wöbse auch jetzt nicht in den Sinn zu resignieren: „Ich gehe mal davon das, dass wir die Schutzhütte ebenfalls wieder aufbauen werden, wenn die Gemeinde das Material bezahlt.“

Ein Autofahrer hatte gegen 4.30 Uhr am Mittwoch beim Passieren des „Amtsacker“-Waldstückes den Brand bemerkt und die Feuerwehr auf den Plan gerufen. Als die Brandschützer vor Ort eintrafen, gab es an der Schutzhütte schon nichts mehr zu retten: Sie brannte in voller Ausdehnung und war teilweise bereits in sich zusammengefallen.

Kleinbrände häufen sich

Seit Jahren häufen sich in der Samtgemeinde Harpstedt, aber auch in umliegenden Kommunen Kleinbrände. Mal stehen Strohballen in Flammen, mal eine Schutzhütte, mal ein Carport und mitunter sogar ein Sperrmüllhaufen. Nicht alle Feuer sind vorsätzlich gelegt worden – und einige davon auf technische Defekte oder einen allzu unbeschwerten Umgang mit heißer Asche aus dem Grill zurückzuführen. In diversen ungeklärten Fällen aber blieb, weil sich alles andere ausschließen ließ, nur fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung als mögliche Ursache übrig.

Verkohlte Holzreste – mehr blieb nicht übrig von der Schutzhütte. Fassungslos reagierte auch eine Radwandergruppe aus Dünsen auf das traurige Bild, das offenkundig auf Brandstiftung zurückzuführen ist.

Sachdienliche Hinweise etwaiger Zeugen, die Auffälligkeiten im Zusammenhang mit dem Feuer am Horstedter Weg beobachtet haben, nimmt die Polizei in Wildeshausen (Telefonnumer: 04431/941115) entgegen.

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