Schulübergreifender Einsatz

Erneuerbare Energien verstehen lernen: Spende von 15 Sonnenfängerboxen

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Nach der Übergabe der Sonnenfängerboxen: Jörg Niemann, Diplom-Sparkassenbetriebswirt, Berufsschullehrer Holger Adomat, der mit einem E-Auto (links im Bild) kam, und Oberschulrektorin Etta Mörking (v.l.) sowie Techniklehrer Stefan Wiesenbach, Arno Lux, Schulbegleiter an der Oberschule Harpstedt, und Hermann Petermann, Vorsitzender des BBS-Fördervereins (v.r.), mit Siebtklässlern. Zum Versuchsaufbau unten links (eingeklinktes Bild): Eine mit Strom aus Sonnenlicht betriebene Pumpe erzeugt in einem Wasserbad in Abhängigkeit zum Winkel, in dem die Sonne zur Photovoltaikzelle steht, einen höheren oder aber weniger hohen Wasserstrahl.

Haprstedt - Von Anja Rottmann und Jürgen Bohlken. Über insgesamt 15 Sonnenfängerboxen, die künftig im Technikunterricht zum Einsatz kommen werden, freut sich die Oberschule Harpstedt. Möglich gemacht hat diese Anschaffung eine 2 000-Euro-Spende der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) an den Förderverein der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen.

Die Summe reichte für die Komplettfinanzierung aus. Die an den BBS unter der Leitung von Techniklehrer Holger Adomat entwickelten Boxen verstehen sich als Experimentiersysteme zu erneuerbaren Energien wie der Photovoltaik (PV) oder der Solarthermie. Sie sind nicht alle einheitlich bestückt. 

Zum Inhalt zählen etwa Spielzeug-Insekten, die sich mithilfe der Photovoltaik bewegen, oder ein zusammenbaubarer Lego-Hubschrauber, dessen Propeller sich dank Stroms aus Sonnenlicht dreht. Power-Akkus zweier Rennautos lassen sich mit einem „Solarstativ“, das auch zum „Auftanken“ von Smartphones genutzt werden kann, binnen weniger Sekunden so weit aufladen, dass die Mini-Boliden problemlos rund 100 Meter Strecke schaffen. Für ein Rennen zwischen „Ferrari“ und „Silberpfeil“ empfiehlt Adomat eine Turnhalle als Location, denn: „Die Dinger sind ganz schön schnell.“

Eine mit Photovoltaik betriebene Mini-Pumpe, ebenfalls Bestandteil des Boxen-Sets, erzeugt in einem Wasserbad in Abhängigkeit zum Winkel, in dem die Sonne zur PV-Zelle steht, einen höheren oder weniger hohen Wasserstrahl. Ein kleines Radio, das eine Mindestspannung benötigt, damit Musik rauskommt, lässt sich wiederum mit mehreren in Reihe geschalteten Photovoltaikelementen betreiben.

Ermunterung zum Energiemanagement

Zwei nur wenige Zentimeter große PV-Spielzeugautos können sich auf einer etwa einen Meter langen „Bahn“ ein Rennen liefern. Das macht vor allem im Dunkeln unter Einsatz von Taschenlampen Sinn, denn: Der Winkel des Lichtstrahls beeinflusst das Tempo. „Bei senkrechtem Lichtkegel ist die Energiedichte am höchsten“, weiß Adomat.

„Sonnenfallen“ hinter Glas ermöglichen Solarthermie-Experimente. Auch den Bereich Windenergie spart das Sonnenfängerboxen-Set nicht aus: Ein Rotor, mit etwas menschlicher Puste in Bewegung gesetzt, lässt eine LED leuchten. Als wichtig für viele Versuche erweist sich das Multimeter, das Stromstärke, Spannung und elektrischen Widerstand misst. Zusätzlich verfügt es über einen Temperaturfühler. Und den könnten die Schüler, so Adomat, verwenden, um ein Stück weit selbst „Energiemanagement“ mit Blick auf die Raumtemperatur in Klassenzimmern zu betreiben.

Berufsschüler im ersten Ausbildungsjahr haben Schaltungen und Bausteine für die Sonnenfängerboxen gefertigt. Aber auch Jugendliche der Oberschule Harpstedt waren im Rahmen der Berufsorientierung und der Kooperation mit den BBS an der „Boxenproduktion“ beteiligt.

Wissen einfach weitergeben

An der Weitergabe von Wissen über regenerative Energien, nicht zuletzt im Interesse des Klimaschutzes, liegt Adomat sehr. Bewährt hat sich die Praxis, jüngere Kinder von älteren lernen zu lassen. Dieses Prinzip findet auch in der Zusammenarbeit zwischen der Ober- und der benachbarten Grundschule Harpstedt Anwendung.

Techniklehrer Stefan Wiesenbach weiß, von welch eminenter Wichtigkeit die erneuerbaren Energien für die Zukunft sind. „Besonders wichtig ist mir, dass unsere Schüler, nachdem sie sich in die Materie eingearbeitet und die Experimente ausgeführt haben, den Grundschülern während der jährlichen Kooperationswoche ihr Wissen weitervermitteln. Sie selbst experimentieren und sie dabei die Wirkung kennenlernen zu lassen, ist ein immens bedeutender Faktor.“

Laut Adomat erfordern Sonnenfängerboxen, mit denen eine Schule neu ausgestattet wird, stets auch eine Lehrerfortbildung.

Adomat kommt mit E-Auto vorgefahren

Stellvertretend für die Schülerschaft der Oberschule wohnte die Klasse 7a der Spendenübergabe bei.

Holger Adomat kam übrigens sogar mit einem Elektroauto vorgefahren und erklärte den wissbegierigen Jugendlichen die Funktionsweise dieses Gefährts.

Rektorin Etta Mörking bedankte sich beim Vorsitzenden des BBS-Fördervereins, Hermann Petermann, für die Unterstützung.

Der LzO liegt indes nach eigenem Bekunden daran, durch ihre Stiftung Jugend- sowie Altenhilfe, Sport, Kunst, Kultur- und Denkmalpflege, aber auch Bildung und Erziehung zu fördern.

Weitere Schulen, die sich ebenfalls mit erneuerbaren Energien beschäftigen wollen und Interesse an Solarstativen oder kompletten Sonnenfängerboxen-Sets haben, können sich gern mit Holger Adomat (Tel.: 0170/9611014) in Verbindung setzen.

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