Themenabend mit Katharina Hermes

Wie Erinnerung an die Shoah lebendig bleibt

Katharina Hermes widmet sich in ihrem Vortrag über die Erinnerungsarbeit der sogenannten „Zweitzeugenschaft“. Die Grundidee dabei: Wer einem Zeitzeugen aufmerksam zuhört, wird selbst einer werden.

Harpstedt - Einmal mehr steht am Donnerstag, 30. März, von 18.30 Uhr bis 20 Uhr ein öffentlicher Themenabend im „Alten Pfarrhaus“ an der II. Kirchstraße in Harpstedt im Zeichen des christlich-jüdischen Dialogs.

Diesmal geht es um die Shoah – und das Problem des Wachhaltens der Erinnerung daran. Nur noch wenige Menschen können heutzutage, 72 Jahre nach dem Ende des „braunen“ Terrors der Nazis, aus eigenem Erleben die Gräuel des Holocausts schildern; viele Zeitzeugen sind verstorben.

Katharina Hermes, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Evangelische Theologie an der Universität Oldenburg, wird während des Themenabends referieren. Sie tritt vehement dafür ein, die narrative (erzählende) Erinnerung zu bewahren. Sie sieht in der sogenannten „Zweitzeugenschaft“ eine reelle Chance, dieses Ziel zu erreichen. 

Die dahinter stehende Idee fußt auf einem Ansatz des Schriftstellers, Hochschullehrers und Publizisten Elie Wiesel (1928–2016), der selbst den Holcaust überlebte und 1986 für sein Engagement gegen Gewalt und Rassismus den Friedensnobelpreis verliehen bekam. Nach seiner Überzeugung wird jeder Mensch, der einem Zeitzeugen zuhört, selbst einer werden.

Keine Angst vor „heißen Eisen“

Dem Vortrag über die „Zweitzeugenschaft“ und über „Erinnerungsarbeit im Andenken an Zeitzeugen der Schoah“ schließt sich ein kleiner kulinarischer Teil mit Gaumenfreuden aus der israelischen Küche an. Hinzu kommt eine musikalische Umrahmung durch Elfira Hahn. Der Themenabend läuft unter dem „Dach“ des Vereins „Begegnung Christen und Juden“. 

Die Organisation obliegt Annette Grummt. Sie kann die Veranstaltung allen Interessenten nur wärmstens ans Herz legen. Die Referentin sei „einfach toll“, urteilt die Kirchseelterin. Katharina Hermes hatte nach einer Ausbildung zur Erzieherin an der Universität Osnabrück Lehramt für Grundschulen studiert und das Studium mit einem Master of Education abgeschlossen. Sie gilt als Religionspädagogin, die sich bohrenden und brennenden Themen angstfrei nähert. 

Ihre Masterarbeit widmete sich der Frage, ob der Holocaust schon in der Grundschule thematisiert werden sollte. Darauf baute Hermes in ihrer Dissertation auf. Hier befasste sie sich mit Möglichkeiten, die Shoah im Religionsunterricht der Grundschule zu verankern. Sie widmete sich insbesondere den damit verbundenen didaktischen Herausforderungen. 

Zu ihren Interessen in Forschung und Lehre zählen neben der Vermittlung des nationalsozialistischen Völkermords an den Juden auch das interreligiöse Lernen, herausfordernde Unterrichtsthemen, bibeldidaktische Fragestellungen und Anti-Rassismusarbeit. 

Von 2012 bis 2015 wirkte Hermes als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Religionspädagogik/Praktische Theologie im Institut für Evangelische Theologie der Uni Osnabrück. Seit April 2016 leistet sie wissenschaftliche Mitarbeit am Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik bei Prof. Dr. Willems an der Uni Oldenburg.

eb/boh

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