Kooperation des ASV Harpstedt mit Nachbarvereinen aus Delmenhorst und Twistringen besteht schon 19 Jahre

Erfolgreiche Wiederansiedlung: 13 Lachse gleiten in die Kescher

Immer wieder rückten die ambitionierten Petrijünger zum Elektrofischen in der Delme aus. Fotos: Thomas Kaiser

Beckeln/Harpstedt – „Gemeinsam erreichen wir mehr.“ Getreu dieser Devise machen sich die Angelvereine aus Harpstedt, Delmenhorst und Twistringen schon seit 2001 für die Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle in der Delme stark. Mit Erfolg. Anfang November zogen die Helfer das erste Mal in der neuen Brutsaison 2019/20 los, um die Wanderfische mittels Strom kurz zu betäuben, die Eier abzustreifen und die Salmoniden schnell und schonend in ihr Element zurückzusetzen.

Einer, der dabei stets vorneweg geht, ist Ralf Gottwald, Vorsitzender des Angelsportvereins (ASV) Harpstedt mit absolvierter Elektrofischer-Ausbildung. Die Zusammenarbeit der drei Vereine nennt er „hervorragend”. 15-mal machte er sich bis Ende 2019 mit einem Dutzend engagierter Helfer mittwochs und sonnabends auf den beschwerlichen Weg durchs kalte Bachwasser – mal sehr urban in der Delmenhorster City, mal idyllisch im Schatten der Barbara-Kaserne zwischen Feldern, manchmal sogar nachts mit Taschenlampe. Denn Lachs und Meerforelle steigen häufig nicht gleichzeitig auf in die Gewässer. Das Zeitfenster der Eiablage gilt als klein. Dennoch zählten die Petrijünger, die zusammen etwa 1000 Stunden ehrenamtlich aufwendeten, einen beachtlichen Fang: 13 Lachse mit bis zu 96 Zentimetern Länge und 156 Forellen glitten in die Kescher.

Geschätzte 145 000 Meerforellen-Eier und rund 13 000 Lachseier wanderten in die Brutanlage nach Oldenburg. Die ersten Winzlinge sind dort schon geschlüpft; sie zehren noch von ihrem Mini-Dottersack.

Der erste Schwung Fischbrut wird Anfang März in die Delme ausgesetzt. Die Harpstedter entlassen ihr Kontingent bei Köbbinghausen nahe Beckeln in die Freiheit – in einem sehr naturbelassenen Bereich. Von dort aus verteilen sich die kleinen Raubfische im Bach. Sind sie groß genug, etwa nach einem Jahr oder zwei Jahren, zieht es die meisten Wanderfische in Richtung Meer. An der Harpstedter Wassermühle können sie ungehindert über die Fischaufstiegsanlage entlang schwimmen. Über die Delme, Ochtum und Weser geht’s hinaus in die Nordsee, weiter in den Atlantik – und irgendwann auch, so hoffen die Angler, zurück in Richtung Harpstedt.

„Es hätten mehr Fische sein können. Es war halt wieder ein trockenes, warmes Jahr. Ich hätte mir mehr Wasser in der Delme gewünscht”, sagt Ralf Gottwald. Um die Wiederansiedlung weiter zu unterstützen, werden voraussichtlich im April zusätzlich einige Tausend Junglachse ausgesetzt. Diese „Smolts“ aus Dänemark vom genetisch ähnlichen Skjernstamm sind schon robuste zehn bis 15 Zentimeter lang und abwanderungsfähig.

Die Besatzmaßnahme bedeutet eine erhebliche Investition für den recht kleinen Verein mit seinen 130 Mitgliedern. Auch hier will der ASV jetzt mit den Fischereivereinen Delmenhorst (1000 Aktive) und Twistringen (300) neue Wege beschreiten.

Bald soll ein gemeinsames Konto für Lachs-Sponsoren eingerichtet werden. Die Spender, egal ob Firmen, Vereine oder Einzelpersonen, werden dann regelmäßig über Aktuelles rund um „ihre” Wanderfische informiert und können vom Fang der Elterntiere bis zum Besatz des Nachwuchses hautnah vor Ort dabei sein. „Ein nachhaltiges Projekt für den Naturschutz“, sagt Gottwald. Wer Fragen dazu hat, kann sich gern bei ihm unter Telefon 0162/236 79 27 informieren.

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