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Erdkabel: Harpstedter Gehwege müssen geöffnet werden

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Von: Jürgen Bohlken

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Die in Rot gepunkteten Linien markieren die Bereiche, die für die Erdkabelverlegung „aufgebuddelt“ werden müssen.
Die in Rot gepunkteten Linien markieren die Bereiche, die für die Erdkabelverlegung „aufgebuddelt“ werden müssen. © Bohlken

Harpstedt/Simmerhausen – Das neue 110/20 kV-Umspannwerk (UW) Prinzhöfte in Simmerhausen soll das an seine Grenzen geratende UW Bassum entlasten und weite Teile der Samtgemeinde Harpstedt einschließlich des Fleckens mit versorgen. Die Anlage geht nach derzeitiger Lage der Dinge in der ersten Maiwoche in Betrieb. Die Einbindung in das Mittelspannungsnetz der Avacon Netz GmbH erfordert sechs unterirdische 20kV-Ringleitungssysteme.

Im Flecken Harpstedt kommen allein rund sechs Kilometer Kabel in die Erde. Dafür müssen diverse Gehwege geöffnet werden. Zusätzlich sind vier Trafostationen in Harpstedt zu erneuern. Die Arbeiten haben schon begonnen.

 Fällt eine Seite aus, bleibt die andere weiterhin versorgt. 

Florian Plate

Eine neue Schaltstation, die Trafokünstler voraussichtlich gegen Jahresende verschönern, steht bereits am Parkplatz des Rosenfreibades. Deren Sinn erklärte Projektleiter Florian Plate am Montag während eines Ortstermins der Avacon Netz GmbH im Beisein von Fleckenbürgermeister Stefan Wachholder, Samtgemeindebürgermeister Yves Nagel und der lokalen Presse: „Man verlegt 20-kV-Kabel immer in Ringform, damit man eine Schaltstation von beiden Seiten versorgen kann. Fällt eine Seite aus, bleibt die andere weiterhin versorgt. Die Netze zweier Umspannwerke nähmen als Folge von Ausgleichsströmen Schaden, würde man sie einfach koppeln. Es braucht deshalb als Knotenpunkt und Trennstelle immer eine Schaltstation. Sollte beispielsweise mal das Umspannwerk Prinzhöfte ausfallen, lässt sich über solch eine Station das UW Bassum draufschalten, und man hat wieder Versorgung.“ Hier greife gewissermaßen das „Hosenträger-Gürtel-Prinzip“, ergänzte Avacon-Kommunalreferent Hermann Karnebogen.

Ein Blick in die neue Schaltstation beim Rosenfreibad. Von links: Yves Nagel, Hermann Karnebogen, Florian Plate und Stefan Wachholder.
Ein Blick in die neue Schaltstation beim Rosenfreibad. Von links: Yves Nagel, Hermann Karnebogen, Florian Plate und Stefan Wachholder. © Bohlken

„Wir flechten das neue UW Prinzhöfte so in das bestehende Netz ein, dass wir vernünftige Ringstrukturen haben“, fasste Plate zusammen.

Mit dem neuen Umspannwerk und dem Mittelspannungsnetzumbau will die Avacon nicht nur weiterhin Versorgungssicherheit gewährleisten (aktuell bewegt sich die Stromausfalldauer, von der ein Kunde im Jahr durchschnittlich betroffen ist, zwischen zehn und 30 Minuten), sondern sich auch fit für die weitere Energiewende machen. Schon jetzt wird in der Samtgemeinde Harpstedt drei- bis viermal so viel „grüner Strom“ erzeugt wie vor Ort verbraucht – Strom, der ins Netz aufgenommen und verteilt werden will. Dabei bleibt es aber nicht. Die Bundesregierung will den Zubau von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien forcieren. Das kommt letztlich über neue Vorgaben im Landes- und im Regionalen Raumordnungsprogramm bei den Kommunen an und dürfte dort das Erfordernis nach sich ziehen, neue Potenzialflächen – etwa für Windparks – in den Flächennutzungsplänen auszuweisen.

Der begonnene Netzumbau im Flecken Harpstedt sei aufwendig, erläuterte Plate: „Wir müssen hier 50 schaltungstechnische Netzänderungen vornehmen.“

Die Schaltstation beim Freibad ähnele dem Herz eines Körpers, sagte Karnebogen. Sie lasse sich von der Avacon-Netzleitstelle in Salzgitter, einer der modernsten Europas, fernsteuern, wodurch sich im Störfall die Fehlersuche deutlich verkürze. Das erleichtere den Monteuren die Arbeit.

In das UW Prinzhöfte investiert die Avacon Netz inklusive Netzumbau insgesamt rund elf Millionen Euro.

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