Entschädigung ist ein wiederkehrendes Thema

380 kV-Trasse in Harpstedt: Interview mit Inga Wilken

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Inga Wilken an einem Modell, das die gewaltigen Dimensionen einer Kabelübergabestation an der Schnittstelle Erdkabel–Freileitung veranschaulicht.

Harpstedt - Die ersten Masten werden im Bereich der Samtgemeinde Harpstedt nicht mehr 2017 errichtet. TenneT startet den Bau der 380 kV-Leitung Ganderkesee–St. Hülfe gleichwohl schon in diesem Jahr. Allerdings an anderer Stelle, in Abschnitt vier – zwischen Barnstorf und Dickel. Offene Fragen zu den Details der Mammutmaßnahme gibt es viele.

Das zeigte sich am Donnerstag während einer mehrstündigen Info-Veranstaltung des Netzbetreibers im Harpstedter Hotel „Zur Wasserburg“. Unsere Zeitung hat darüber mit Inga Wilken, Referentin für Bürgerbeteiligung, gesprochen.

Die Leute können hier in individuellen Einzelgesprächen unter anderem mit Ihnen über Details der Trassenplanung oder auch Entschädigungsansprüche ins Gespräch kommen?

Wilken: Genau. Wir haben Dialoginseln geschaffen und decken damit alle relevanten Themen ab – Planung und Genehmigung, Freileitungsbautechnik, umweltschutzfachliche Belange und Grundstücksrechte.

Die Trasse ist ja bereits planfestgestellt und der Planfeststellungsbeschluss höchstrichterlich bestätigt. Ist der Verlauf damit in Stein gemeißelt, oder sind minimale Veränderungen noch möglich?

Wilken: Änderungen werden noch möglich sein, allerdings nicht im Trassenverlauf. Wohl aber, wenn es darum geht, wie wir mit den Baumaschinen auf die Acker kommen. Im Gespräch mit Betroffenen kann sich etwa ergeben, dass ein anderer Weg für Schwertransporte eher geeignet ist als jener, den wir in der Planung vorgesehen haben. Bei den Maststandorten können sich die Arbeitsflächen verändern, zum Beispiel Abstellflächen für technisches Gerät.

Welche Fragen bekommen sie am häufigsten zu hören?

Wilken: Die Leute wollen wissen, wo genau ein eingeplanter Mast steht und ob sich der Standort noch verändern kann. Sie befragen uns oft auch zu den Entschädigungen. Die Forderung nach wiederkehrenden Leistungen ist natürlich ein Thema. Es gibt eine gesetzliche Grundlage, wie Entschädigungsleistungen zu berechnen sind. Dazu haben wir dem Landvolk eine Rahmenvereinbarung vorgelegt. Nach den darin festgesetzten Sätzen entschädigen wir.

Aber es gibt trotzdem nur eine Einmalzahlung?

Wilken: Ja. Deren Höhe bemisst sich nach Faktoren wie der Höhe des Mastes oder dem Grad der Überspannung. Von daher bekommt nicht jeder dasselbe. Das variiert von Standort zu Standort.

Diverse Grundstückseigentümer wollen Sie nicht auf ihre Äcker und Felder lassen?

Wilken: Wir möchten ja gerade auch über solche Info-Veranstaltungen möglichst einvernehmlich das Einlenken der Betroffenen erreichen. Gelingt das nicht, wird das Betretungsrecht für die Baugrunduntersuchungen über ein Duldungsverfahren erwirkt werden müssen. Bei Weigerungen, Grunddienstbarkeiten ins Grundbuch eintragen zu lassen, liefe das ebenso. Dort wäre das Ergebnis des Verfahrens die „Besitzeinweisung“. Aber ich betone: Solchen Zwang wollen wir gerade nicht. 

boh

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