Entnommene Blutproben gehen per Kurier nach Dresden ins Labor

Ergebnis liegt in spätestens sechs Wochen vor

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Wie am Schnürchen lief die Typisierungsaktion in der Delmeschule.

Harpstedt - Warum er sich typisieren lasse? „Weil‘s alle machen“, erwiderte Florian Lautenschläger aus Harpstedt schmunzelnd auf diese Frage und fügte mit großer Ernsthaftigkeit hinzu: „Vielleicht komme ich selbst mal in die Situation, dass ich – wie jetzt Marius Kossmann – Stammzellen von einem passenden Spender brauche. Ich finde, wenn die Leute schon solch einen Aufwand treiben, um eine Registrierungsaktion auf die Beine zu stellen, sollte man da auch hingehen.“

Ganz ähnlich sah das Joana Rüdebusch. „Ich möchte einfach helfen. Wäre ich selbst einer solchen Lage wie Marius, wünschte ich mir ja auch nichts sehnlicher, als dass mir geholfen wird“, so die 19-Jährige aus Bookholzberg. Persönlich kenne sie den leukämiekranken Marius nicht. Gleichwohl sei es ihr wichtig gewesen, sich typisieren zu lassen. Das habe sie sich schon länger vorgenommen gehabt, bislang nur nie in die Tat umgesetzt.

Bereits am Sonnabend hatte es eine Typisierungsaktion in Lübeck für Marius Kossmann gegeben, wo der an Leukämie erkrankte 19-jährige Harpstedter ein Studium begonnen hat. Dort ließen sich – wie heute in Harpstedt – mehr als 900 Menschen registrieren.

Die entnommenen Blutproben gehen direkt per Kurier nach Dresden in das „Life Science Lab“. In spätestens sechs Wochen soll dann feststehen, ob unter den Menschen, die sich typisieren lassen haben, ein genetischer Zwilling ist, dessen Stammzellen Marius Kossmann retten können. Seine beiden Eltern sind Deutsche – aus Sicht des 19-Jährigen ist dies, statistisch gesehen, von Vorteil. „Auch die Wahrscheinlichkeit, dass der passende Stammzellenspender aus der eigenen Region kommt, ist größer als die, dass woanders ein genetischer Zwilling gefunden wird. Wir wissen: Gewebemerkmale sind regional unterschiedlich. Deshalb machen solche Typisierungsaktionen wie hier in Harpstedt Sinn“, so Annika Schirrmacher aus der Projektleitung für die Spenderneugewinnung im DKMS-Büro Berlin. Die Blutgruppe spiele eine sekundäre Rolle. Entscheidend seien die Gewebemerkmale. Es könne sein, dass ein Empfänger mit Blutgruppe B Stammzellen von einem Spender mit Blutgruppe A bekomme.

Annika Schirrmacher zeigte sich „superglücklich“, dass der Termin in Harpstedt so gut angenommen worden ist. „Wir wollten um 13 Uhr in der Delmeschulturnhalle beginnen. Um 12.30 Uhr sind die Ersten schon reingestürmt. Was mich besonders freut: Auch viele junge Menschen sind hier gewesen. Sie kommen – statistisch gesehen – häufiger als Stammzellenspender in Frage.“

boh

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