Genossenschaft in Gründung plant Fotovoltaikanlage

Beitrag zum Erreichen der Klimaziele

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Harpstedt – Den Internationalen Tag der Genossenschaften, 3. Juli, haben Cord Remke, Initiator der „Harpstedter Sonnenenergie-Genossenschaft“ in Gründung, und Hans-Jürgen Wachendorf, Beistand in technischen Fragen, zum Anlass genommen, das erste Genossenschaftsvorhaben vorzustellen. Sie schleppten dazu ein Fotovoltaikmodul ins Rosenfreibad, das dort möglichst vor Beginn der Saison 2022 in 281-facher Ausführung auf nahezu allen Dachflächen installiert werden soll.

Die Ost-West-Gebäudeausrichtung erweist sich als recht günstig. Die Fotovoltaikanlage, die voraussichtlich mit Investitionskosten von rund 95 000 Euro zu Buche schlägt, soll eine Peak-Leistung von 99,7 Kilowatt (kW) haben und jährlich 82 .000 bis 85. 000 Kilowattstunden (kWh) Strom liefern. Der Eigenverbrauch des Freibades liegt mit rund 280 .000 kWh weitaus höher.

Remke und Wachendorf gehen davon aus, dass trotzdem nicht 100, aber immerhin gut 80 Prozent des aus Sonnenlicht gewonnenen Stroms in den Eigenverbrauch fließen (der Rest muss ins Netz eingespeist werden). Das hängt auch mit Phasen zusammen, in denen der Bedarf die erzeugte Energiemenge unterschreitet. Ein Stromspeicher ist nach erfolgter Kosten-Nutzen-Abwägung nicht vorgesehen.

Dass die Bürger-Energiegenossenschaft in Gründung das Freibad für ihr erstes Projekt ins Visier genommen hat, verwundert nicht. Andere kommunale Immobilien, Kitas etwa, benötigen deutlich weniger Strom. Ein hoher Eigenverbrauch aber garantiert einen wirtschaftlichen Anlagenbetrieb.

Beim Zubau weit hinter dem Soll zurück

Das Fraunhofer-Institut hält einen jährlichen Zubau bei der Fotovoltaik von 18 Gigawatt (GW) zum Erreichen der Klimaziele der Bundesregierung für erforderlich. Der „Ist-Wert“ von 1,9 Gigawatt im Mittel der Jahre 2011 bis 2018 bleibt allerdings noch weit hinter dem Soll zurück. Im vergangenen Jahr lag die durch Zubau erreichte Leistung bei 4,9 GW.

Ein bisschen verdienen wollen die künftigen Genossenschaftsmitglieder nämlich durchaus, obgleich Profitstreben nicht ihre Hauptantriebsfeder sein sollte. Den Gründern schwebt vor, Anteile von maximal 1000 Euro pro Kopf auszugeben. „Wir möchten das möglichst breit streuen. Wir wollen vorbeugend ausschließen, dass uns jemand mit übergroßen Anteilen in Schwierigkeiten bringen kann“, sagt Cord Remke.

Öffentliche Info-Veranstaltung

Mehr Infos für Interessierte werde es in einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Dienstag, 13. Juli, 17 Uhr, im Harpstedter Hotel „Zur Wasserburg“ geben. Seine Teilnahme zugesagt habe Ralf-Peter Janik, der beim Genossenschaftsverband Weser-Ems für die Gründungsberatung zuständig sei.

„Zusätzlich zum Beitrag zu einer klimaneutralen Stromerzeugung und zur Unterstützung der Samtgemeinde Harpstedt bei der Zukunftsaufgabe Klimaschutz streben wir für die Mitglieder die Verzinsung des eingesetzten Kapitals mindestens in Höhe des Inflationsausgleichs an“, sagt Remke. Die „Harpstedter Sonnenenergie-Genossenschaft“ soll im kommenden Winter gegründet werden.

EEG-Umlage muss abgeführt werden

Sie soll nun doch selbst als Betreiberin von Fotovoltaik-anlagen auftreten und der Samtgemeinde den erzeugten Solarstrom um einen Cent pro kWh unter dem geltenden Tarif verkaufen. Das heißt, eine Kröte schlucken und EEG-Umlage abführen zu müssen. Deren Höhe beträgt aktuell 6,5 Cent je kWh.

Einige Unwägbarkeiten mit Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit gebe es noch, erläutert Remke: „Wir wissen beispielsweise noch nicht, wie hoch der Strompreis sein wird, den die Samtgemeinde künftig zahlt. Der wird alle zwei Jahre neu ausgeschrieben. Und das ist kürzlich wieder erfolgt.“

Nutzungsvertrag gebilligt

Im Mai hat der Samtgemeindeausschuss laut Remke einen von der Verwaltung mit den Genossenschaftsgründern abgestimmten Nutzungsvertrag für die Dachflächen des Freibadgebäudes verabschiedet. Auf dieser Grundlage könnten nun die weiteren Planungen folgen.

Letztlich wolle die Genossenschaft zum Erreichen der Klimaziele beitragen und Fotovoltaikanlagen auf Dächern errichten, auf denen dies den Eigentümern selbst nicht möglich sei, so Remke. Dafür böten sich vor allem öffentliche Immobilien an – insbesondere solche mit hohem Eigenverbrauch.

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