Schutzgemeinschaft hofft auf Einspruch des Landkreises / Radtour mit 18 Teilnehmern zu Biotopen

Empörung über Windenergieanlagen in der Heide

Im Sandmoor stehen Teilnehmer vor einer der Moorkuhlen, die mit Sumpfcalla bewachsen sind.

Harpstedt - Eine fast dreistündige Fahrradrundfahrt der Schutzgemeinschaft Klein Henstedter Heide führte kürzlich durch die erhaltenswerte Landschaft zwischen Klein Henstedt, Simmerhausen und Wendebeutel am Grenzweg. Die 18 Teilnehmer erfreuten sich an der Schönheit der Gegend mit ihren vielen Feuchtbereichen. Geradezu Zorn entlud sich bei dem Bericht darüber, dass die Samtgemeinde Harpstedt dort ein Sonderbaugebiet für Großwindräder vorsieht.

Die Radtour führte vorbei an verschiedenen Wäldern, den zahlreichen Schlatts und Kleinmooren, von denen zehn unter Denkmalschutz stehen. Sie sind Überbleibsel aus der Eiszeit und bilden einen wertvollen Biotop-Verbund rings um die Zentralfläche. Begeistert zeigten sich die Teilnehmer, als ihnen drei unterschiedliche Moore gezeigt wurden: das Sandmoor mit den tiefen Torfkuhlen, das Krause Moor mit Wasserfläche und das Deepe Moor, in dem zurzeit das Wollgras seine volle Schönheit entfaltet.

„Diese kleinen Wunder der Natur vermutet man gar nicht hinter den dicht bewachsenen Waldrädern“, stellten dir Teilnehmer erstaunt fest. Nach Einschätzung der Schutzgemeinschaft sind diese Biotope auch für die einheimische Vogel- und Tierwelt von großer Bedeutung. Ein biologisches Gutachten stellte hier einen wertvollen Brutvogelbestand fest. Darüber hinaus gibt es auch besonders zu schützende, zum Teil sehr seltene Greifvögel in diesem Gebiet.

Deshalb waren die Radfahrer sehr empört, dass diese Landschaft und Natur industriell mit Windkraftwerken von mehr als 200 Meter Höhe verdorben werden soll. Rudi Geisler, der die Tour führte, verwies darauf, dass die Schutzgemeinschaft, die Bürgerinitiative „Mensch vor Windkraft“ und viele Anwohner in umfangreichen Stellungnahmen ohne Erfolg auf den Wert dieser uralten Natur- und Kulturlandschaft hingewiesen haben. Dokumentationen und fotografische Belege seien unbeachtet geblieben. Insbesondere bei der Bewertung des Landschaftswerts werde deutlich, wie fragwürdig seitens der Samtgemeinde vorgegangen wurde, so Geisler.

Den Unmutsäußerungen über die politisch Verantwortlichen stand am Ende der Radtour die Hoffnung auf den Einspruch des Landkreises Oldenburg gegenüber, der unter Wahrung der Naturschutzgesetze die Zerstörung abwehren könne. Im Rahmen eines europäischen Landschaftsprogramms hatte der Landkreis Oldenburg noch vor drei Jahren die hier vorkommende Natur als „Kleinode der Landschaft“ gewürdigt.

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