Als einziges norddeutsches Blasorchester bei Weltrekordversuch dabei

Gut 30 „Prager“ erleben urbayerisches Temperament

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Mittendrin statt nur dabei: Weibliche „Prager“, zu erkennen an den schwarzweißen Kluften, beteiligten sich in Buchenberg an einem Weltrekordversuch. Für einen Eintrag ins Guiness-Buch reichte es aber nicht.

Harpstedt/Buchenberg - Von Jürgen Bohlken. Dirigent Steffen Akkermann soll sogar ein paar Tränen in den Augen gehabt haben, als er seine „Prager“ – am Bus stehend – nach Bayern verabschiedete. Er selbst konnte zu seinem großen Bedauern nicht mit zum Hauchenbergringtreffen nach Buchenberg im Allgäu fahren, da sich der Termin mit der unter seiner Federführung organisierten „Kulturnacht“ in Beckeln überschnitt. Der musikalische „Chef“ hat wohl wirklich etwas verpasst, unter anderem einen Weltrekordversuch, der am Ende allerdings ein Versuch blieb.

Im Rahmen des urbajuwarischen viertägigen Festes schickten sich Musikerinnen aus etlichen Orchestern nach einem „Warm-up“ an, als weltgrößte Frauenmusikkapelle ins Guiness-Buch zu kommen. Dazu hätte es einer Gesamtstärke von mehr als 1300 Mitwirkenden bedurft. „Es hat nicht gereicht. Wir sind zwischen 600 und 700 gewesen“, berichtet Angela Würdemann, sie sich als eine von 15 weiblichen „Pragern“ an dem Spektakel beteiligte. Die Nicht-Dirndl-Trägerinnen seien in ihren Kluften und mit ihren Melonen als Kopfbedeckung schon aufgefallen. Mit drei Kostproben ihres Könnens, „Mein Heimatland“, den „Bozner Bergsteigermarsch“ und den „Böhmischen Traum“, bewiesen sie als einzige norddeutsche Kapelle, dass auch ihre Heimat kein musikalisches Niemandsland ist. „Allerdings genießt die Musik in Bayern schon einen anderen Stellenwert als bei uns“, gesteht Angela Würdemann offen ein. Insgesamt waren gut 30 „Prager“ auf Einladung der Musikkapelle Buchenberg, die 2009 beim Jubiläum „500 Jahre Bürgerschützen Harpstedt“ mitgefeiert und -musiziert hatte, auf die „Sonnenterrasse des Allgäus“ gereist. Das Hauchenbergringtreffen ließ sich – unabhängig davon – HBL-Ratsherr Wolfgang Krössing, der aus Buchenberg stammt, nicht entgehen.

Das erste Highlight genossen die in Privatfamilien beherbergten „Prager“ als Zuhörer: In einem Stimmungswettbewerb ließen vier bayerische Blaskapellen das gut 2000 Quadratmeter großen Festzelt kochen. Während ein Orchester spielte, baute sich ein anderes bereits hinter den Kulissen auf einer drehbaren Bühne auf. Die Kapellen sollten den Zuhörern möglichst kräftigen Applaus abringen. Die Lautstärke des Beifalls wurde gemessen und entschied über Platz und Sieg. „Jede Gruppe hat voll Power gegeben“, erinnert sich Angela Würdemann gern zurück. Die Musikkapelle Buchenberg sei allerdings nicht dabei gewesen, weil sie sich um Organisation, Essen und Bewirtung habe kümmern müssen.

Eine Stadtführung in Kempten mit Biergarten-Auftritt der „Prager“ sowie die Mitwirkung an einem Umzug mit rund 40 Musikkapellen zählten zu den weiteren Erlebnissen, die im Gedächtnis blieben. Beim traditionellen „Prager“-Grillen, diesmal zusammen mit dem Jugendblasorchester Beckeln, wirkten die in Buchenberg verlebten tollen Tage am Dienstagabend nach. Die Harpstedter hatten sich nur allzu gern vom bayerischen Temperament anstecken lassen.

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