Einzelhandel: Ja zum neuen Standort

Mehr Verkaufsfläche gibt es am Junkernkamp nicht: Die Verbrauchermärkte Inkoop und Aldi müssen dafür umziehen. 
Fotos: Backhaus
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Mehr Verkaufsfläche gibt es am Junkernkamp nicht: Die Verbrauchermärkte Inkoop und Aldi müssen dafür umziehen. Fotos: Backhaus
  • Katia Backhaus
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Mehr Platz für den Lebensmitteleinzelhandel und die Sicherung der Versorgungslage im Flecken Harpstedt sind der Hintergrund für die Diskussion um den neuen Verkaufsstandort an der Wildeshauser Straße. Nun ist entschieden: Nahversorger dürfen die Flächen nutzen.

Harpstedt – Der Umzug bestehender Lebensmitteleinzelhändler im Flecken Harpstedt wird konkreter: Der Bau-, Umwelt- und Planungsausschuss der Samtgemeinde Harpstedt hat während seiner Sitzung am Montagabend der notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans für den neuen Standort an der Wildeshauser Straße geschlossen zugestimmt.

Damit ist die grundsätzliche Entscheidung, wo die Harpstedter künftig ihre Lebensmittel kaufen können, gefallen: Weiterhin soll es am Junkernkamp sowie am Ortsausgang in Richtung Dünsen Geschäfte geben. Hinzu kommt eine Fläche an der Wildeshauser Straße, auf der sich sowohl Aldi als auch Inkoop ansiedeln wollen.

Was diese Entscheidung bedeutet und welche Stellungnahmen verschiedene Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange dazu abgegeben haben, erläuterte Franziska Lüders vom Oldenburger Büro Plankontor am Montagabend den Ratsmitgliedern sowie einigen Zuhörern. Dem Landkreis Oldenburg sei es besonders wichtig gewesen, den „zentralen Versorgungsbereich“ im Flecken zu schützen und zu stärken, berichtete sie. Weiterhin sollte gesichert sein, dass es im Ortszentrum Gelegenheit gebe, Lebensmittel zu kaufen.

Daraus erklärten sich die derzeit parallel laufenden Verfahren, sagte Lüders: Neben der Planung für den neuen Standort laufen die nötigen Vorbereitungen für den Netto-Umzug an den Junkernkamp, um die Nachnutzung dort zu gewährleisten.

Im Ortskern war keine so große Fläche frei

Dass überhaupt außerhalb des „zentralen Versorgungsbereichs“ im Ortskern gebaut werden darf, habe gut begründet werden müssen, führte die Planerin aus. Nötig sei dies überhaupt erst gewesen, da es im Bereich Marktplatz, Burgstraße und Junkernkamp keine freie Fläche mit einer Größe zwischen anderthalb und zwei Hektar gegeben habe. Für den Standort an der Wildeshauser Straße spreche, dass er an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sei. Zudem sei er nicht zu weit von der Wohnbebauung entfernt. Der Einzugsbereich von einem Kilometer decke „weite Teile der wohnbaulich genutzten Flächen in Harpstedt“ ab sowie Gebiete, die mittelfristig als Wohnbauflächen geplant seien (zum Beispiel „Am Schützenplatz“).

Außerdem habe der Landkreis darauf gepocht, die Änderung des Flächennutzungsplans an dieser Stelle für den konkreten Zweck zu definieren. So soll verhindert werden, dass auf dem Areal eines Tages nicht mehr Lebensmittel, sondern etwa Gartenzubehör oder Möbel verkauft würden, führte Lüders aus. Deshalb sei es im neuen Plan nun als „Sondergebiet großflächiger nahversorgungsrelevanter Einzelhandel“ gekennzeichnet worden.

Grünland ist nicht „besonders wertvoll“

Einwände, die sich auf die Versiegelung des Bodens bezogen, seien unter anderem durch eine Biologin geprüft worden, berichtete die Planerin. Die Ackerfläche, die den größten Teil ausmache, sei nicht „besonders wertvoll“. Auch das Grünland habe bei genauerem Hinsehen nicht die zunächst angenommene höhere Wertigkeit gehabt. Somit seien die geplanten Kompensationsmaßnahmen, die in einem Durchführungsvertrag mit dem Flecken Harpstedt festgelegt werden, ausreichend.

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Planung des Standorts sei die Zufahrt gewesen, erläuterte Lüders weiter. Vorgesehen sind derzeit zwei Öffnungen zur Wildeshauser Straße hin. Da diese dort noch als Ortsdurchfahrt mit Tempo 50 gilt, gebe es keine Notwendigkeit, eine straßenbauliche Maßnahme für Linksabbieger zu planen. Zudem soll der Wirtschaftsweg, der derzeit den Schützenweg mit der Wildeshauser Straße verbindet, für Fußgänger und Radfahrende ausgebaut werden und so einen zusätzlichen Zugang für die Anwohner ermöglichen.

Die Ratsmitglieder stimmten der Änderung des Flächennutzungsplans ohne große Diskussion einstimmig zu. Der nächste Verfahrensschritt steht am Donnerstag auf der Tagesordnung des Fleckenausschusses für Umwelt und Planung: Dessen Sitzung ab 19 Uhr im Koems-Saal dreht sich um die vorhabenbezogenen Bebauungspläne für die Flächen an der Wildeshauser Straße sowie am Junkernkamp.

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