Keine Übersterblichkeit im Coronajahr in der Samtgemeinde Harpstedt

Einwohnerzahl nur leicht rückläufig

Die Einwohnerzahl der Samtgemeinde geht zurück, aber nicht dramatisch. Einige Außengemeinden sind indes seit Ende 2013 merklich geschrumpft.
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Die Einwohnerzahl der Samtgemeinde geht zurück, aber nicht dramatisch. Einige Außengemeinden sind indes seit Ende 2013 merklich geschrumpft.

Harpstedt – Die Pandemie hat das Land in die Knie gezwungen. Vieles kam zum Erliegen. Stillstand. Mit diesem Gefühl als „Lockdown-Erfahrung“ werden wohl die meisten Bürger das Jahr 2020 hinter sich lassen. Stagnation – das passt irgendwie auch auf die Einwohnerstatistik für die Samtgemeinde Harpstedt. So richtig viel hat sich da gegenüber dem Vorjahr nicht getan. Der Trend ist rückläufig, aber nur ganz leicht.

Das Meldeamt im Harpstedter Amtshof hat die Zahl der Hauptwohnsitze (ohne Nebenwohnsitze) für 2020 und 2019 bis jeweils Mitte Dezember ermittelt und gegenübergestellt. Geschrumpft ist sie gerade mal um 38 Personen oder 0,35 Prozent – auf 10 775. Die Frauen (5 435) sind gegenüber den Männern (5 340) in der Einwohnerschaft überrepräsentiert. Das kann angesichts ihrer höheren Lebenserwartung und vor dem Hintergrund, dass es in der Samtgemeinde Harpstedt einen recht hohen Seniorenanteil gibt (auch wegen der vier Altenheime), nicht wirklich verwundern.

Gegenüber dem Vorvorjahr 2018 betrug der Rückgang der Hauptwohnsitze übrigens gerade mal 0,06 Prozent – und gegenüber 2013 etwa 0,65 Prozent.

Neue Baugebiete in Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde sind im Werden begriffen, die Grundstücke aber noch nicht bebaut. Ihr Einfluss auf die Einwohnerzahlen wird sich daher erst in den nächsten Jahren offenbaren. Er fällt für gewöhnlich geringer aus, als man annehmen sollte. Ein einziges neues Wohngebiet reiche erfahrungsgemäß nicht aus, um die Einwohnerzahl der Samtgemeinde zu halten, weiß Amtshof-Chef Herwig Wöbse.

Zulegen bei den Einwohnern konnten 2020 Groß Ippener (+4), Beckeln (+6) und Kirchseelte (+7). Leicht rückläufig war die Zahl der Hauptwohnsitze in Dünsen (–1), im Flecken Harpstedt (–6) und in Prinzhöfte (–2). Recht deutlich sind die Einwohnerzahlen von Colnrade (–34 oder – 4,44 Prozent) und Winkelsett (–12 oder –2,3 Prozent) geschrumpft.

Im Zeitraum vom 12. Dezember 2019 bis zum 11. Dezember dieses Jahres sind 601 (Vorjahr: 672) Menschen zu- und 576 (575) weggezogen; 321 (307) wechselten innerhalb der Samtgemeinde Harpstedt den Wohnort. Innerhalb desselben Zeitraums standen 69 (73) Geburten insgesamt 136 (159) Sterbefälle gegenüber. Das heißt auch: Die Coronapandemie hat zumindest in der vergleichsweise dünn besiedelten Samtgemeinde Harpstedt keine erkennbare Übersterblichkeit zur Folge gehabt. Ganz im Gegenteil: Es starben deutlich weniger Menschen, übrigens auch gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorvorjahres (162).

Das Missverhältnis zwischen Geburten- und Sterbefallzahlen könnte vielleicht auf den ersten Blick zu der irrtümlichen Annahme verleiten, bei der Lebensqualität läge etwas im Argen. Der wahre Grund aber ist ein anderer, viel banalerer: die überdurchschnittlich hohe „Altenpflegeheimdichte“ in der Samtgemeinde. Aus Todesfällen und Geburten, Zu- und Wegzügen ergibt sich unterm Strich ein Rückgang von 42 Personen. Das deckt sich nicht ganz mit dem Einwohnerzahl-Minus von 38 gegenüber 2019. Der Grund: Die Erhebungszeiträume für die Statistiken stimmen nicht hundertprozentig überein.

Von Jürgen Bohlken

„Am Buchenhain“ heißt das künftige Wohngebiet in Dünsen. Auch in anderen Mitgliedsgemeinden wird munter geplant, entwickelt und erschlossen. Was das an Zuzügen bringt, muss sich erst noch zeigen. Archivfoto: Bohlken

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