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Harpstedter wundern sich: Schilder vergessen?

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Von: Jürgen Bohlken

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Vor der scharfen Linkskurve macht das Tempo-70-Limit ortseinwärts Sinn. Auch an der Begrenzung auf 50 km/h ab Einmündung „Zum Dreiangel“ gibt es nichts zu beanstanden. Warum aber darf in Richtung Stiftenhöfte nach dem Ortsausgangsschild sofort 100 gefahren werden?
Vor der scharfen Linkskurve macht das Tempo-70-Limit ortseinwärts Sinn. Auch an der Begrenzung auf 50 km/h ab Einmündung „Zum Dreiangel“ gibt es nichts zu beanstanden. Warum aber darf in Richtung Stiftenhöfte nach dem Ortsausgangsschild sofort 100 gefahren werden? © Bohlken

Harpstedt – In Richtung Klein Henstedt sollen die Verkehrsteilnehmer gleich nach dem Ende der geschlossenen Ortschaft in Harpstedt aufs Gaspedal treten und durchgängig bis Stiftenhöfte 100 Kilometer pro Stunde fahren dürfen, während die zulässige Höchstgeschwindigkeit ortseinwärts frühzeitig in zwei Stufen begrenzt wird? „Wo ist da der Sinn?“, fragen sich einigermaßen irritierte Bürger. Schon macht der Vorwurf „Schildbürgerstreich“ die Runde.

Ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt – mit Schildern hat die neue Situation auf der Nordstraße (K 286) jedenfalls zu tun. Vor rund drei Wochen hatte der Landkreis Oldenburg das Ergebnis einer „Ortsüberprüfung“ publiziert: Die Ortstafeln an der Dünsener Straße (L 338) und der K 286 stünden nicht dort, „wo der Innerortscharakter klar erkennbar“ sei; das aber stehe nicht im Einklang mit geltendem Recht und sei daher zwingend zu ändern, argumentierte die Kreisverwaltung. Die Ortstafeln müssten ein Stück in Richtung Ortsmitte rücken. So weit die Theorie.

In der Praxis endet die geschlossene Ortschaft nun schon rund 30 Meter vor der Einmündung der Straße „Auf dem Esch“ in die K 286 und geschätzte 100 Meter hinter „Im Bookhopsfeld“. Danach dürfen motorisierte Fahrer sofort auf Tempo 100 beschleunigen, obwohl noch ein Siedlungsbereich folgt. Das verwundert durchaus. Denn der Straßenabschnitt der K 286 in Höhe „Auf dem Esch“ gilt als ziemliche Rennstrecke. Etliche Geschwindigkeitsüberschreitungen sind dort schon im Verlauf von Radarmessungen festgestellt worden.

Im Norden Harpstedts beginnt die geschlossene Ortschaft nun erst zwischen der Einmündung „Auf dem Esch“ und Höhe „Im Bookhopsfeld“.
Im Norden Harpstedts beginnt die geschlossene Ortschaft nun erst zwischen der Einmündung „Auf dem Esch“ und Höhe „Im Bookhopsfeld“. © Bohlken

Die Neuregelung bringe für Linksabbieger aus der Straße „Auf dem Esch“ vermeidbare Risiken mit sich, argumentieren Anwohner. Die Gefahr, ein (schnelles) Fahrzeug zu übersehen, dass ortsauswärts auf der Nordstraße unterwegs sei, habe sich erhöht – und damit auch die Verkehrsunfall-Wahrscheinlichkeit, lauten die in Richtung Kreishaus geäußerten Bedenken.

Obendrein fällt auf, dass der Landkreis für die Fahrtrichtung Klein Henstedt eine eigene Zusage nicht eingehalten hat, die da lautete: „Um das Geschwindigkeitsniveau anzupassen, wird für den künftig außerorts liegenden Streckenabschnitt, der bislang innerorts lag, eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 oder 50 Kilometern pro Stunde vorgesehen.“

Landkreis bestätigt: Es war ein Versehen

Der Verdacht, hier könnten schlicht Schilder vergessen worden sein, drängt sich geradezu auf, zumal der Verkehrsteilnehmer auf der Nordstraße ortseinwärts genau das vorfindet, was er erwarten darf: Tempo-70-Limit noch vor der scharfen Linkskurve und Tempo-50-Begrenzung direkt an der Einmündung „Zum Dreiangel“. Auf die unbefriedigende, uneinheitliche Neuregelung hat Michael Kasch aus Harpstedt die Kreisverwaltung kürzlich hingewiesen. Siegfried Bluhm, der Leiter des Straßenverkehrsamtes, hat daraufhin bei der Straßenmeisterei nachgehakt.

Ergebnis: In der Tat liegt ein Versehen vor. Der Fehler werde selbstverständlich behoben und auch in Richtung Stiftenhöfte ein Abschnitt der K 286 mit Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h ausgeschildert, kündigte Bluhm an.

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