Caravanplatz: Wohnmobilisten und Rat diskutieren über Verbesserungen

Mit einer Gebühr kämen Forderungen

Was lässt sich auf dem Caravanplatz am Tielingskamp verbessern? Darum ging es am Dienstagabend während eines Ortstermins mit Beteiligung von Fleckenratsmitgliedern, Gemeindedirektor und Wohnmobilisten. Foto: Bohlken

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. „Wenn die Wohnmobilisten weiterhin nichts für die Nutzung des Stellplatzes bezahlen müssen, fordern sie auch nicht so viel.“ Das Argument von Friedrich-Wilhelm Meyer, eine etwaige Gebühr werde Begehrlichkeiten wecken, leuchtete den Kommunalpolitikern unmittelbar ein. Als sich am Dienstagabend Fleckenratsmitglieder und Gemeindedirektor Ingo Fichter am Tielingskamp mit Wohnmobilisten über mögliche Verbesserungen für die Wohnmobilstellplätze unterhielten, stand dort kurioserweise kein einziger Caravan. „Das erlebe ich seit Wochen zum ersten Mal. Für gewöhnlich sehe ich hier morgens durchschnittlich zehn“, sagte Bürgermeister Stefan Wachholder, der in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt. Die angenehmen Gäste machten weder Krach noch Probleme. Da Wohnmobilisten, die in Harpstedt übernachten, auch den einen oder anderen Euro im Ort lassen, wie Matthias Hoffmann (SPD) anmerkte, will die Gemeinde ihnen einen ansprechenden Platz bieten.

Überlegungen gehen etwa dahin, zusätzliche Stellflächen mit Rasengittersteinen zu versiegeln, zumal ohnehin ein deutlich größeres Areal genutzt wird, als streng genommen für die Wohnmobile zur Verfügung steht. Die Säule, an der gegen Bares Strom „getankt“ werden kann, ist mehrfach aufgebrochen worden – und aktuell defekt. Es bedarf einer Erneuerung. Vorbeugend vor weiteren Aufbrüchen könnte auf die EC-Karte als Zahlungsmittel umgestellt werden. Möglicherweise fände das nicht die erhoffte Akzeptanz, gab Friedrich-Wilhelm Meyer zu bedenken, denn „Wohnmobilisten sind überwiegend Rentner.“ Meyer hat selbst einen Caravan. Wie Heinrich Meyer und Andreas Hartung, die sich ebenfalls an dem Gedankenaustausch beteiligten.

„Wir im Rat besitzen meines Wissens alle kein Wohnmobil. Daher sind wir auf Ratschläge von Leuten angewiesen, die so ein Ding fahren“, erläuterte Stefan Wachholder eingangs. Die Stromversorgung sei wichtig, um Kaffeemaschine und Wasserkocher nutzen zu können, so Hartung. Wer mehrere Tage bleibe, brauche Strom, urteilte Friedrich-Wilhelm Meyer. „Wenn vier Stunden lang der Fernseher läuft, ist die Batterie zur Hälfte leer“, sagte er. „Ein Schild könnte darauf hinweisen, wo man eine neue kriegt“, erwiderte Wachholder, der einen Fahrzeugteilehandel betreibt, im Scherz. Überhaupt war die Beschilderung ein Thema während des Treffens. Einen Schilderwald will der Fleckenrat aber nicht. Es könnte auf eine Infotafel für den Platz hinauslaufen, die auf Stecho-Scheune und Amtshof hinweist, vielleicht auch auf Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten. Heinrich Meyer schlug vor, Verhaltensregeln für die Wohnmobilisten („Ge- und Verbote“) ebenfalls zu berücksichtigen.

Brauchwasser: Ein Rest bleibt im Tank

Entschieden ist noch nichts. Die Ergebnisse des Gesprächs wird nun erst einmal der Arbeitskreis Ortsentwicklung auswerten. Zur Sprache kam am Dienstagabend auch Handlungsbedarf an der Ver- und Entsorgungsstation bei der Begegnungsstätte: Die Fläche, auf der die Wohnmobilisten das Brauchwasser ablassen, ist abschüssig. Daher verbleibt stets ein Rest im „Tank“. Und: Wird der Ablasshahn nach dem Entleeren nicht geschlossen, verteilt sich dieses übrige Spül- und Duschwasser beim Wegfahren auf die Fahrbahn und hinterlässt dort sogar eine regelrechte „Spur“.

Ein weiteres Problem: Die großen Bäume auf dem Caravanplatz verhindern offenbar einen ordentlichen Satellitenfernsehempfang. Dieses Problem dürfte sich schwerlich lösen lassen. Bäume zu fällen, damit Wohnmobilisten fernsehen können, sei jedenfalls keine Option, stellte Wachholder klar.

Müllbehälter könnten aufgestellt werden, würden dann aber wohl schnell überquellen, weil alle möglichen Leute dort Abfälle entsorgen. Das lehrt die Erfahrung. Was also tun? „Wenn die Gemeinde Geld für die Nutzung des Platzes nimmt, müsste sie hier Müllbehälter bereitstellen. Bei Verzicht auf eine Gebühr hingegen nicht“, urteilte Friedrich-Wilhelm Meyer.

Der Untergrund sei schon jetzt für Wohnmobile durchaus geeignet. Für einen „ansprechenden Platz“ wären nach Meyers Einschätzung mindestens zwölf etwas befestigte Stellflächen nötig.

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