Eine Leseratte im Schlaraffenland

Cornelia Geerken löst Elke Lischkowitz als Bibliotheksleiterin in Harpstedt ab

Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse überreicht der scheidenden Bibliotheksleiterin Elke Lischkowitz (r.) und ihrer Nachfolgerin Cornelia Geerken (M.) Blumen.
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Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse überreicht der scheidenden Bibliotheksleiterin Elke Lischkowitz (r.) und ihrer Nachfolgerin Cornelia Geerken (M.) Blumen.

Harpstedt – Mit zwei Blumensträußen besuchte Herwig Wöbse am Dienstag die Harpstedter Samtgemeindebibliothek. „Einen zur Begrüßung und einen zur Würdigung der vergangenen Jahre“, erklärte der Samtgemeindebürgermeister. Begrüßt hat er Cornelia Geerken als neue Bibliotheksleiterin, gewürdigt das Engagement von Elke Lischkowitz, die sich nach knapp 22 Jahren von dieser Position in den Ruhestand verabschiedet.

„Ich bin eine Leseratte. Es passt wunderbar, dass ich diese Leidenschaft mit meinem Beruf kombinieren kann“, freut sich Geerken. Eine enorme Herausforderung sei ihre neue Aufgabe allerdings, weiß die gelernte Reiseverkehrskauffrau aus Dünsen. „Es sind große Fußstapfen, die Elke hinterlässt. Ich werde versuchen, sie Schritt für Schritt auszufüllen.“

Von bescheidener Bücherei zu Vorzeigebibliothek

Ihre Vorgängerin habe in ihrer Dienstzeit aus einer kleinen, in einer Nische versteckten, bescheidenen Bücherei eine Vorzeigebibliothek gemacht, blickte Wöbse zurück. Als Elke Lischkowitz am 1. Januar 2000 begann, war die Bibliothek noch über der alten Turnhalle neben der Grundschule untergebracht. „Wir hatten damals noch Karteikarten“, erinnert sich die scheidende Leiterin. Erst 2002 erhielt die Bücherei eine elektronische Datenverarbeitung und zwei Jahre später zog sie in den Neubau um. Lischkowitz verabschiedet sich nur schweren Herzens in den Ruhestand. „Ich habe diesen Moment immer weggeschoben“, erzählt sie. Langweilig wird der 65-Jährigen in Zukunft aber nicht werden. „Wir haben ein großes Grundstück, fünf Kinder und vier Enkel.“

Damit das Erfahrungswissen transportiert werden kann, arbeiten die beiden Leiterinnen für zwei Monate gemeinsam. Ab Dezember liegt die Verantwortung dann allein auf den Schultern von Cornelia Geerken. Die Leitung einer Bibliothek ist für die 50-jährige Dünsenerin zwar neu, sie blickt aber auf 15 Jahre Erfahrung in der Branche zurück. Einige Harpstedter werden Geerken noch als Verkäuferin aus dem „Bücherlädchen“ am Junkernkamp kennen, das vor fünf Jahren schloss.

Enge Zusammenarbeit mit der Grundschule

Mit Leidenschaft hat sie schon dort die Kunden beraten und ihnen so manchen Lesestoff empfohlen. Anschließend wechselte sie in einen Verlag nach Oldenburg. „Die Tätigkeit war sehr abwechslungsreich. Mir hat dort aber der Kundenverkehr gefehlt. Außerdem arbeite ich gerne mit Kindern“, erklärt die neue Büchereichefin.

Beides hat sie nun. Denn die Bibliothek arbeitet eng mit der benachbarten Grundschule zusammen. „Beide ergänzen sich gegenseitig“, berichtet Lischkowitz. Gleich nach der Einschulung würden die Erstklässler in der Bücherei ans Lesen herangeführt. „Später bringen sie ihre Eltern mit, die sich bei uns dann auch Bücher ausleihen“, erläutert sie.

Eine Idealbesetzung für die Stelle

Auch ihre Nachfolgerin hat die Harpstedter Bibliothek durch ihren eigenen Nachwuchs kennengelernt. „Mit meinen mittlerweile erwachsenen Kindern war ich früher häufig hier“, erinnert sich Geerken. Ihre Vorgängerin kennt sie ebenfalls schon länger. Als die Dünsenerin noch im „Bücherlädchen“ tätig war, hat die Bibliothek dort immer ihre Bücher bestellt. „Wir hatten immer engen Kontakt“, erzählt sie. So ist sich Lischkowitz auch sicher, mit ihrer Nachfolgerin die Idealbesetzung für die Stelle gefunden zu haben. „Das passt einfach wunderbar“, ist sie überzeugt.

Befürchtungen, Geerken könne als Seiteneinsteigerin nicht geeignet sein, haben weder Wöbse noch Lischkowitz. Kein Wunder: Auch die scheidende Bibliotheksleiterin arbeitete ursprünglich in einem ganz anderen Bereich. Sie ist gelernte Kinderkrankenschwester.

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