Eine Etappe der ökumenischen Tour führt von Harpstedt nach Wildeshausen

Pilger fordern mehr „Klimagerechtigkeit“ ein

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Sie erhoffen sich eine gute Beteiligung am Klima-(Etappen-)Pilgern bis Wildeshausen: Cord Remke, Manuela Schöne, Elisabeth Saathoff und Herwig Wöbse.

Harpstedt - Die Welt blicktab dem 30. November nach Paris – in der Hoffnung auf einen erfolgreichen Verlauf der UN-Klimakonferenz. Vor diesem Hintergrund pilgern seit Juni am Nordkap gestartete Aktivisten für „Klimagerechtigkeit“. Am Sonntag machtensich rund 400 Sympathisanten in Flensburg auf den Weg. Viele Gruppen reihen sich konfessionsübergreifend ein, um die Dauerpilger auf ihrem langen Fußmarsch bis in Frankreichs Hauptstadt jeweils ein Stück weit zu begleiten. Im Landkreis Oldenburg klinkt sich am 5. Oktober eine für jedermann offene Gruppe aus dem Landkreis Oldenburg ein. Sie startet in Harpstedt und pilgert – mitsamt Landrat Carsten Harings – bis Wildeshausen mit.

Derzeit muss die Europäische Union (EU) angesichts von täglich etlichen 1000 Flüchtlingen aus Kriegsgebieten eine harte Bewährungsprobe bestehen. Doch wenn Menschen erst einmal massenhaft vor den Auswirkungen des Klimawandels fliehen müssen, stellt das nach Überzeugung von Cord Remke, dem Vorsitzenden der Harpstedter Energie-Agentur (HEA), den aktuellen Exodus noch weit in den Schatten. Darin geht der Klein Köhrener mit den Klimapilgern konform, die sich von der Konferenz in Paris die Verabschiedung eines rechtsverbindlichen und fairen Klimaabkommens erhoffen.

Die ökumenische Aktion und die dazu im Landkreis Oldenburg geplante Etappe stellten Cord Remke und die Kreis-Klimaschutzbeauftragte Manuela Schöne am Montag zusammen mit Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse und Pastorin Elisabeth Saathoff vor.

Am Abend des 4. Oktober soll eine Pilgergruppe – aus Barrien kommend – in Harpstedt eintreffen. Tags darauf beginnt um 9 Uhr eine Andacht mit Pastor Gunnar Bösemann in der Christuskirche, ehe um 9.30 Uhr das Pilgern bis Wildeshausen startet. Nach einem Stopp bei der Harpstedter Windmühle erreicht die Gruppe um 10 Uhr die Biogasanlage von Frieder Eiskamp auf dem Dreiangel, die kommunale Liegenschaften wie das Freibad und die Schulen mit Wärme versorgt. Vor Ort bekommen die Klimapilger das Energiekonzept der Samtgemeinde Harpstedt vorgestellt. Nach der Ankunft auf dem Hof von Hermann Brinkmann in Wunderburg – gegen 12 Uhr – geht dort der Ökologe Klaus Handke aus Ganderkesee in einem Vortrag auf den „Einfluss des Klimawandels auf die Fauna und Flora“ ein. Eine Mittagspause schließt sich an. Kaffee, Tee, Wasser und Kuchen werden gestellt. Ansonsten verpflegen sich die nicht zu den etwa 20 erwarteten Dauerpilgern zählenden Teilnehmer selbst. Um 13.30 Uhr geht‘s weiter in Richtung Wildeshausen, wo die Gruppe voraussichtlich gegen 15.30 Uhr am Kreishaus empfangen wird. Dort stellt Dirk Fornahl (Uni Bremen) in einem weiteren Vortrag das Forschungsprojekt „MetroMobil – Betriebliches Mobilitätsmanagement“ vor.

Im Anschluss besteht optional die Möglichkeit, mit dem Linienbus nach Harpstedt zurückzufahren oder um 17 Uhr an einer Taizé-Andacht in der Alexanderkirche teilzunehmen. Wer mitpilgern möchte, sollte sich möglichst bei der „regioVHS“ unter Telefon 04222/44444 anmelden. Kurzentschlossene können sich aber auch direkt am Montag, 5. Oktober, um 9 Uhr in der Christuskirche einfinden. Pastorin Elisabeth Saathoff erhofft sich für das Klimapilgern bis Wildeshausen rund 50 bis 60 Mitstreiter.

Bereits am Sonntag, 4. Oktober, beginnt um 18 Uhr im Harpstedter Gasthaus „Charisma“ in Harpstedt eine öffentliche Vortrags- und Informationsveranstaltung der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) zum Thema „Klimawandel als Ursache für Flucht und Migration“ mit Sophia Wirsching aus Berlin vom Hilfswerk „Brot für die Welt“. Die Referentin wird unter anderem auch die absehbaren Folgen des Klimawandels für Nahrungsmittelproduktion und Wasserversorgung thematisieren.

aro/boh

www.klimapilgern.de

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