„Ein ganz normales Vorgehen“

HARPSTEDT - „Das war ein ganz normales Vorgehen im Rahmen einer Maßnahme – und keineswegs besonders rabiat“, bewertete am Freitag auf Nachfrage Staatsanwalt Torben Tölle das Auftreten von Ermittlern im Harpstedter Eiscafé Venezia, das am Dienstag – wie berichtet – ein tragisches Ende fand: Inhaber Giuseppe de Stefani verkraftete die Aufregung nicht. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Oldenburg soll er sogar zwei Herzinfarkte nacheinander erlitten und den zweiten nicht überlebt haben. Zunächst seien nur zwei weibliche Beamte „in das Ladenlokal“ gegangen, um de Stefani den Grund der Ermittlungen („Verdacht eines Vermögensdeliktes“) zu erläutern, so Tölle. Eine „Begehung“ und Durchsuchung der Wohn- und Geschäftsräume auf der Grundlage eines Durchsuchungsbeschlusses durch weitere Beamte habe sich angeschlossen. Als Gäste hereinkamen, habe der Inhaber sie bedienen wollen, sei zur Kasse gegangen und dort „unvorhersehbar“ zusammengebrochen. Die Beamten hätten einen Notarzt verständigt; einer habe umgehend Erste Hilfe geleistet. Nachdem der kritische Gesundheitszustand des Inhabers klar war, sei die Einstellung der „Maßnahme“ angeordnet worden. Tölle konkretisierte weder den Tatverdacht, noch gab er preis, ob sich dieser erhärtet oder bestätigt hat. Zur Frage, ob es sich bei den Beamten um Steuerfahnder handelte, machte er ebenfalls keine Angaben. - boh

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